© Michael Andrusio

Verkehrspolitik
01/20/2015

Elektroautos in Wien: ARBÖ fordert mehr Anreize

Dass Wien bei den Neuzulassungen von E-Autos hinterherhinkt, ist laut ARBÖ darauf zurückzuführen, dass es an Anreizen fehlt.

Vergangenes Jahr wurden in ganz Österreich 1281 Elektroautos neu angemeldet (laut Statistik Austria). Das entspricht zwar einer Verdoppelung im Vergleich mit 2013, ist aber immer noch ausbaufähig – interessant auch, dass gerade Wien (wo man meinen könnte, dass besonders in einer Großstadt E-Autos boomen sollten) hinterherhinkt: 176 waren es im Jahr 2014. Dagegen stehen in Niederösterreich 312 Neuzulassungen zu Buche.

Für Direktor Günther Schweizer, Landesgeschäftsführer des ARBÖ Wien, auch ein Resultat der Förderpolitik. Während es in Niederösterreich bis zu 3.000 Euro Ankaufsförderung und Zusatzleistungen wie Fahrerlebnistrainings, die ÖBB Vorteilscard oder ein 2-jähriges Ticket für die Öffis im Wert von bis zu 2.000 Euro gibt, schauen die Wienerinnen und Wiener durch die Finger: „Dies zeigt einmal mehr“, so Schweizer, „dass Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou in Wahrheit kein Interesse an umweltfreundlicher Mobilität hat, sondern nur das Ziel verfolgt, alle Autos – ob umweltfreundlich oder nicht - aus dem Stadtgebiet zu vertreiben.“

Auch in der Steiermark und in Oberösterreich, wo es ebenfalls Förderungen für E-Autos gibt, wurden mit 230 (Steiermark) und 193 (Oberösterreich) mehr E-Autos verkauft. „Dies zeigt, dass man den Autofahrern nur entsprechende Anreize bieten muss, dann werden Elektroautos auch gekauft. Mit Maßnahmen, die E-Autobesitzer bevorzugen, könnte der Anteil in Wien jedenfalls deutlich gesteigert werden. Wir verlangen daher, dass diese wirklich umweltfreundlichen Autos endlich von der Kurzparkzonenregelung ausgenommen werden und die Busspuren in Wien benutzen dürfen“, fordert Schweizer vehement die Umsetzung dieser beiden kostengünstigen, aber dennoch zielführenden Maßnahmen zur Steigerung des Elektroautoanteils.