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05/20/2012

Elektroautos: Nur für Schönwetter

Trotz neuester Technologien sind einige Probleme uralt – ein KURIER-Text von 1979 wirkt jedenfalls sehr aktuell.

von Christian Vavra

Vor 33 Jahren, am 24. November 1979, berichtete Gerhard Trost im Motor-KURIER über frühere Tests von Elektroautos: "Man musste mit jedem Kilometer geizen, weil eigentlich ständig der Strom ausgeht." Der Autor weiter: "Heute ist das nicht anders. Fachleute bestätigen: Optimale Batterien für Elektroautos sind noch nicht gefunden worden."

Eines der ersten E-Autos in Österreich, ein Zagato Elli (siehe Faksimile) fuhr mit acht 12-V-Bleibatterien maximal 70 km weit – und das mit maximal 40 km/h. Die Branche freute sich indes schon auf "Natrium-Schwefel-Basis oder Nickel-Zink-Batterien." Der aktuelle Stand war indes nicht sehr prickelnd. "Immer wenn es dunkel wird, schmilzt der Strom besonders schnell dahin. Kommt ein E-Auto bei Tag rund 80 km weit, sind es bei Nacht, Regen und Nebel mit vollen Scheinwerfern und eingeschalteten Wischern – nur mehr 30", notierte der KURIER-Autor.

Wunder

Auch die Aussichten waren gedämpft. "Auch mit Wunderbatterien, die fünfmal mehr Energie speichern könnten ..., gibt es noch Tausende Randprobleme zu lösen. Allein die Wagenheizung. . . Weitere Beispiele: "Ein Autoradio, elektrische Fensterheber, eine Nebelschlußleuchte – alles kostet Strom und somit Kilometer."

Der damalige VW-Forscher Ulrich Seiffert prognostizierte vor allem anhaltende Unwirtschaftlichkeit: "Der teure Batteriesatz hält höchsten drei Jahre und muss dann ausgetauscht werden. Dabei fallen hohe Kosten an – und wer will das bezahlen?". Das Resümee im KURIER lautete jedenfalls: "Experten meinen denn auch: Die Zukunft für Elektroautos hat noch lange nicht begonnen."

Kälte

Auch wenn heutige E-Autos bei Technologie und Laufzeit beinahe Quantensprünge vorzeigen können, hat sich an den Relationen offenbar eher wenig geändert. Im KURIER-Test vom 24.2.2012 wurde im speziellen darauf eingegangen, wie sich zwei moderne E-Autos, der Renault Fluence Z.E. und der zwischenzeitlich mehrfach preisgekrönte Nissan Leaf, bei winterlichen Fahrverhältnissen in puncto Strom verhielten. Die Bilanz war verhalten, höflich gesagt. Beim Renault sank die Reichweite bei zehn Minusgraden von 185 auf nur noch 40 Kilometer. Daran war nicht nur die (notwendigerweise aktivierte) Heizung schuld, sondern so wie beim Nissan die Lithium-Akkus. Sie lassen sich gerne jahrelang alles Mögliche gefallen, vertragen aber partout keine Kälte. Sie verlangsamt zudem noch den Ladevorgang deutlich.

Der Nissan Leaf, von Haus aus als E-Auto konzipiert, war nicht viel besser. Mit einer Vollladung reichte es bei strengem Frost – und ausgeschalteter Innenraumheizung – für 50 bis 60 km reinen Stadtbetrieb. Pro gefahrenem Kilometer bei Minusgraden (ohne Heizung) sank die angezeigte Restreichweite jeweils um 3 bis 4 km.

Immerhin eine Änderung bzw. deutliche Verbesserung zu früheren Jahren gibt es, wohl auch aus Imagegründen, bei der Garantie. Nissan gibt 5 Jahre (oder 100.000 km) Garantie auf alle E-Komponenten, Renault ebenso.

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