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05/21/2012

Energiespeicherung als Lebensversicherung

Traditionsbetrieb: Varta im Wandel der Zeit und nun auf dem Sprung zur Weltspitze.

Varta wurde 1887 in Hagen von Adolph Müller als "Accumulatoren-Fabrik" gegründet. 1904 folgte als Teil davon Varta (steht für "Vertrieb, Aufladung, Reparatur transportabler Akkumulatoren").

- Besitzer: Nach dem Firmengründer blieb jahrzehntelang die Familie Quandt wichtigster Anteilseigner. In beiden Weltkriegen spielte die Varta-Produktion eine wichtige Rolle. Nach 1945 folgte die Enteignung. Nach Umorganisation und Neuausrichtung war Varta bis 1993 gewinnbringend, danach folgte eine tiefe Strukturkrise, die 2000 mit der Zerschlagung von Varta endete. Die Autobatteriesparte (Starterbatterie) wurde von Johnson Controls (USA) übernommen, die Sparte Handelsbatterien (Consumer) von Rayovac, heute Spectrum Brands (USA), die Sparte Mikrobatterien ging 2007 an die Montana Tech Components AG mit dem österreichischen Mehrheitseigentümer Michael Tojner, zuletzt auch Käufer des Wiener Nobelhotels Intercont (KURIER Wirtschaft 10.5.) . Unter Tojner machte Varta 2011 mit 2000 Mitarbeitern, davon 600 in Ellwangen, 143 Mio. € Umsatz.

 

- Produkte: Bleiakkus für Taschenlampen, Telegrafen, Signalapparate und Autos waren jahrzehntelang wichtigstes Standbein.

Inzwischen produziert nur mehr Varta Microbattery in Deutschland, nämlich mehr als 600 Mio. Mikrobatterien in Ellwangen. Damit ist man Weltmarktführer bei Batterien für Hörgeräte (Zink-Luft-Akkus, zunehmend quecksilberfrei). Heuer wird das Werk zur weltweit größten Fertigung dieser Akkus ausgebaut. Sie machen derzeit ca. 60 % der Produktion aus. Auf 50 Mio. Stück halbiert haben sich Nickel-Metallhydrid-Akkus, die wegen ihrer guten Eigenschaften bei Hitze (über 45 C) und bei Überladung sowie hohen Energiedichte auf kleinstem Raum derzeit Lithium-Akkus überlegen sind und etwa als Back-up-Akkus für PC im Einsatz sind. Für Uhren werden Silberoxid- bzw. Nickel-Zink-Akkus (neu) erzeugt. Ebenfalls neu ist die Produktion winziger Superkondensatoren. Kleine Lithium-Zellen werden z. B. für Autoschlüssel erzeugt. Neue Standbeine sind Lithium-Akkus für E-Antrieb (Autos, Zweiräder) sowie als Zwischenspeicher für Solarstrom von Privathäusern.

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