News 05.12.2011

Ennstal-Classic '10: Zeitreise ins Gestern

Ennstal-Classic '10: Zeitreise ins Gestern
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Obwohl die Promi-Dichte so hoch ist wie noch nie, steht der Sport eindeutig im Vordergrund.

Es ist angerichtet: 210 Starter, 12 Nationen, 50 verschiedene Marken und Stars aus Motorsport, TV und Wirtschaft, alle zum Angreifen nah: Die Ennstal-Classic, 1993 mit gerade 35 Autos aus der Taufe gehoben, hat längst Kultstatus erreicht. Allein die 16 Ferrari im Starterfeld addieren sich zu einem Marktwert von rund 20 Millionen Euro.

An den drei Fahrtagen mit 850 km Länge sind es diese Namen, die dem Starterfeld Glanz geben: Sir Stirling Moss (Porsche 911 S), Jochen Mass (Mercedes-Benz 300 SL), Derek Bell ( Porsche 356 GT), Marc Surer (BMW Mille-Miglia-Sieger-Coupé), Tobias Moretti (Alfa Romeo 1900 Spider), Dr. Wolfgang Porsche (Porsche 356 Carrera), Leopold Prinz von Bayern (BMW 328), Mario Illien (DKW F9), Marco Werner (DKW Monza), Dr. Mario Theissen/Christian Klien (BMW 328 MM Roadster), Christian Geistdörfer (Ferrari 250), Rauno Aaltonen (Mini-Cooper S,) Andi Aigner (Ford Escort RS), Christian Clerici (Plymouth Roadrunner), Hans Knauss (Alfa Romeo Disco Volante), Klaus Kröll (Chrysler 300) und Rudi "Seyffenstein" Roubinek auf Opel Aero GT.

Am Donnerstag, 15. Juli, wird der 3-Tage-Event mit dem Orange-Prolog (Gröbming-Gröbming) über 337 Kilometer gestartet, Zeitkontrollen sind am Flugplatz Niederöblarn, in Aich, Haus und auf der Nockalm. Dazwischen stehen 11 Sonderprüfungen im Roadbook, die letzte als Nacht-SP, auf dem Flugplatz Niederöblarn.

Elf harte Stunden

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Der Orange-Marathon (Gröbming-Schladming) geht am nächsten Tag über 514 Kilometer; eine echte Zerreißprobe für die Oldies der Baujahre 1924 bis 1972. In weiteren 10 SP muss zwischen geheimen Lichtschranken der 50-km/h-Schnitt möglichst genau eingehalten werden, für jede Hundertstelsekunde Abweichung von der Sollzeit gibt es einen Punkt.

Gewertet wird nach einem Punktesystem: Je weniger Punkte, desto besser.
Etappenorte mit Zeitkontrollen sind Admont, Steyr, Spital/Pyhrn, Bad Aussee und Bad Ischl. Wenn die Teilnehmer endlich das Ziel in Schladming erreichen, werden sie nicht weniger als elf Stunden unterwegs gewesen sein.
Bei der 18. Ennstal gilt es vier Jubiläen darzustellen, dafür dekorieren die Werke ihr Familiensilber in der Auslage:
Alfa Romeo: 100 Jahre.
BMW: Mille-Miglia-Sieg vor 70 Jahren.
Porsche: Erster Le-Mans- Gesamtsieg vor 40 Jahren.
Audi: 30 Jahre Quattro.

Bevor am Samstag, 17. Juli, in Gröbming die Schlussprüfung der Ennstal-Classic gefahren wird - es gilt auf einem Kurs durch den Ort in drei Lichtschranken-Sektionen die Sollzeit auf die Hundertstel genau einzuhalten - steigt der über fünf Runden führende Chopard-Grand-Prix. Und vermutlich werden die Kirchenglocken anschlagen, wenn die Boliden zum Leben erwachen.

Hohe Promi-Dichte

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Der dreifache Le-Mans-Sieger Marco Werner demonstriert den Auto Union Doppelkompressor-GP-Rennwagen. Red Bull bringt Sebastian Vettel und David Coulthard nach Gröbming: Der Jungstar macht einen Zeitsprung in den Formel-1-Porsche aus dem Jahre 1962, der 13-fache GP-Sieger und heutige DTM-Pilot Coulthard chauffiert jenen 800-PS-Toyota-Camry, wie er derzeit von Red Bull in der amerikanischen NASCAR-Serie eingesetzt wird.

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Jochen Mass führt uns den Urahnen des heutigen Mercedes-Benz SLS AMG vor: Jenen 300 SL-Flügeltürer-Prototyp, mit dem 1952 Le Mans und die Carrera Panamericana gewonnen wurde. Sir Stirling Moss sitzt im Maserati 450 S - dem stärksten Rennsportwagen des Jahres 1957, der Maserati damals in den sportlichen und finanziellen Ruin trieb.

Targa-Florio-Legende Nino Vaccarella fährt einen Alfa Romeo Tipo 33, die inzwischen 82 Jahre alte italienische Racing-Ikone Maria Teresa de Filippis zündet einen Maserati 250F/V12, ein GP-Auto, das selbst Fangio zu giftig war.
Derek Bell, fünffacher Le-Mans-Sieger, bewegt einen Porsche 936, Dr. Günther Alth, FIA-Champion 2009 in der Historischen Formel 1, bringt seinen March aus dem Jahr 1970.

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Hans Herrmann feiert ein Wiedersehen mit seinem Borgward 1500 RS aus dem Jahre 1958, Nanni Galli startet jenen Alfa 155 mit dem Nicola Larini 1993 die DTM gewann und Dieter Quester führt zum ersten Mal in Österreich das Le Mans-Siegerauto von 1999, einen BMW 6-Liter-V12-Sport-Prototyp, vor.
Christian Geistdörfer in einem Audi S1 wird die Jubiläums-Parade "30 Jahre Quattro" anführen.

Das älteste Auto wird die Schlussprüfung eröffnen: Ein Opel-Rennwagen aus dem Jahre 1903, mit Le-Mans-Sieger Joachim Winkelhock am Steuer.

Ennstal-Classic. Zeitplan.

Donnerstag, 15. Juli
Orange-Prolog;
11.00: Start Agip- Bergwertung Stoderzinken,
14.45: Flugplatz Niederöblarn,
15.40: Haus/Ennstal,
18.00: Nockalm,
20.45: Flugplatz Niederöblarn,
21.00: Zielankunft in Gröbming.

Freitag, 16.Juli
Orange-Marathon über 514 Kilometer (Gesamtlänge);
7.00: Start in Gröbming, 9.30: Admont,
11.30: Steyr/Stadtplatz,
13.15: Spital/Pyhrn,
14.45: Bad Aussee,
15.30: Bad Ischl/Kurpark,
17.45: Zielankunft in Schladming.

Samstag, 17. Juli
13.00: Start Chopard-Grand-Prix.

(Kurier) Erstellt am 05.12.2011