News 21.09.2017

Citroen C3 Aircross: Außen SUV, innen Minivan

© Bild: Citroen

Der Nachfolger des C3 Picasso folgt dem aktuellen Kompakt-SUV-Trend, will aber optisch hervorstechen.

Einfach nur einen Kompaktwagen mit möglichst viel Raumangebot zu machen, geht heute gar nicht mehr. Die Minivan-Welle ist verebbt und hat auch in diesem Marktsegment der SUV-Welle Platz gemacht. Also war es für die Citroën-Entscheider klar, dass der Nachfolger des C3 Picasso irgendwas mit SUV zu tun haben muss, will er nicht an dem geänderten Publikumsgeschmack vorbeifahren.

Herausgekommen ist ein Auto, das äußerlich einen kondensierten SUV gibt, im Inneren aber den Werten des Vorgängers als kompakter Raumtransporter verpflichtet bleibt. So bietet der C3 Aircross trotz aller modischen Auffälligkeiten der Karosse samt hohem Individualisierungs-Potential (90 verschiedene Farbkombinationen sind möglich) im Innenraum solide Werte: Viel Kopf- und Kniefreiheit auf allen 5 Sitzen, eine um 15 cm verschiebbare Rückbank, viel Kofferraum (410 bis 520 l je nach Stellung der Bank) und die Möglichkeit, bei vorgeklappter Beifahrersitzlehne Gegenstände von bis zu 2,40 m Länge zu transportieren.

Stolz ist man auch auf die vielen verfügbaren elektronischen Fahrer-Assistenten, vom Totwinkel-Warner bis zur automatischen Notbremse samt Fußgänger-Erkennung. Der Tempomat mit automatischem Abstandshalter arbeitet jedoch ohne Bremseingriff, was die Verwendbarkeit in der Praxis einschränkt. Und überdies steht nur ein verbessertes Antischlupfsystem namens Grip Control, aber kein Allradantrieb zur Verfügung.

Wie aber fährt sich dieses Derivat des normalen C3 mit 17 cm mehr Bodenfreiheit und entsprechend erhöhter Sitzposition?

Keine Schaukel-Sänfte

Komfort wird markentypisch auch hier großgeschrieben, allerdings ist dennoch keine schaukelnde Sänfte aus dem C3 Aircross geworden. Reste des Anfahr-Nickens sind zwar geblieben, aber in Kurven hält die Fuhre nicht nur beruhigend souverän die einmal eingeschlagene Spur, sondern belastet auch die Magennerven der Besatzung nicht mit exzessiven Schräglagen. Selbst in den Kurvenorgien korsischer Bergstraßen wirkte der Neue bei ersten Testfahrten keineswegs deplatziert. Einzig die weit nach vorne reichende, breite A-Säule sammelt Minuspunkte, weil sie die Sicht nach links vorne für den Piloten stark einschränkt.

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Von den 5 Motorisierungsvarianten, die ab dem Marktstart Ende Oktober angeboten werden (2 Diesel, beide mit Oxidations-Kat, 3 Dreizylinder-Benziner), konnten zwei "erfahren" werden. Wobei der 120-PS-Diesel in Kombination mit dem manuellen 6-Gang-Getriebe zeigte, dass er die Wahl für alle sein sollte, die auf flottes Vorankommen auch bei Vollbesetzung Wert legen und dabei keine Scheu davor haben, beständig im präzise zu schaltenden Getriebe zu rühren.

Eine überraschend gute Figur auf den Bergstraßen machte der 110-PS-Benziner mit der 6-Gang-Wandlerautomatik, die bei etwas Gefühl im Gasfuß und entsprechender Entspanntheit des Piloten stets ruckfrei den richtigen Gang zur Verfügung stellt, ohne den 1,2-Liter Dreizylinder ständig für kurze Zeit in unangenehme Drehzahlhöhen zu jagen.

Der Einstandspreis für den C3 Aircross (82 PS Benziner, 5-Gang, Basisausstattung) liegt bei € 15.490,–. Das teuerste Modell ist ab € 22.990,– (120 PS Diesel, 6-Gang, Topausstattung) zu haben.

( motor.at ) Erstellt am 21.09.2017