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03/02/2019

Erste Ausfahrt mit dem neuen Ford Edge - was ist neu beim US-SUV?

Repräsentativ gestylter SUV mit Allradantrieb, abgasgereinigtem Doppel-Turbo-Diesel und neuer 8-Gang-Automatik.

Der  Edge, mit 4,83 m großer Bruder des rund 30 cm kleineren Kuga, fristet hierzulande seltsamerweise  eher ein  Schattendasein.

Ein kurzer Blick in die Verkaufsstatistik ’18 macht das schnell klar: Gelang es Ford in Österreich im Vorjahr 3246 Einheiten des Kuga zu verkaufen, so entschieden sich 2018 hierzulande nur 160 Käufer für den aus US-Produktion stammenden Edge.

Jetzt kommt die Top-Baureihe der Ford-SUV-Palette grundlegend überarbeitet auf den Markt – und man darf durchaus davon ausgehen, dass sich die Absatzzahlen auf einem Niveau einpendeln werden, das dem wirklichen Potenzial dieser Marke und dieses Autos entspricht.

Die äußeren Retuschen des Crossovers  zwischen SUV und Familien-Van freilich halten sich, wie heute nicht unüblich,  in engen Grenzen: Schmalere LED-Hauptscheinwerfer, größerer Kühlergrill, eine Chromspange im unteren Lufteinlass  sowie größere Einfassungen für die Nebellichter verhelfen dem großen US-SUV zu einem  dynamischeren und repräsentativeren Auftritt.

Der Fortschritt manifestiert sich also in technischer Hinsicht – kurioserweise, muss man sagen, weil Ford der Kundschaft keine Auswahl in Bezug auf die Motorisierung lässt. Wird doch der frisch renovierte Edge ausschließlich mit dem nun von 210 PS auf 238 PS erstarkten 2,0-Liter-Doppel-Turbodiesel ausgeliefert. Das Aggregat heißt nicht mehr TDCi, sondern EcoBlue, ist nach Euro-6d-Temp zertifiziert und verfügt über einen SCR-Kat mit AdBlue-Einspritzung. Die  Zweiliter-Variante mit Mono-Turbolader, 190 PS und 6-Gang-Schaltgetriebe wird in Österreich nicht angeboten – aber das nur so nebenbei.

Am Steuer

Erste Test-Kilometer am Steuer offenbaren: Der ebenso leise wie laufruhige 4-Zylinder wird durch einen (kleinen) Hochdruck-Lader befeuert, der – parallel zum (größeren) Niederdruck-Turbo – bei geringen Drehzahlen für kraftvollen Durchzug sorgt und daher eine schaltarme Fahrweise ermöglicht. Im oberen Drehzahlbereich kommt der größere Lader dann allein zum Einsatz. Beide zusammen verhelfen dem 2,1-Tonnen-SUV zu strengem, ernsthaften Schubverlauf und entschlossener Beschleunigung.

Ford koppelt die Antriebseinheit mit einer neuen 8-Gang-Automatik, die das bisher verwendete 6-Gang-Doppelkupplungs-Getriebe obsolet macht und – auch das zeigte die erste Bekanntschaft am Edge-Steuer – mit seidenweichen Wechseln der einzelnen Übersetzungen zu überzeugen vermag.

Immer an Bord ist außerdem auch die jüngste Generation des Allradantriebs, der mit Hilfe der Daten von Dutzenden  Sensoren erkennt, ob der große SUV auch mit nur zwei angetriebene Rädern das Auslangen findet. Ist das wegen unangenehm-schwieriger Straßenverhältnisse nicht der Fall, erkennt die Elektronik das Problem und wechselt von Zweirad- auf Vierradantrieb. Das passiert vollkommen unmerklich und innerhalb einer einzigen Hundertstelsekunde.

Neues Cockpit

Innen fallen (unter anderem) nun edlere Materialien, der digitale Instrumententräger mit animierten Anzeigen im klassischen Stil, eine neu designte  Mittelkonsole mit Drehknopf anstelle eines konventionellen Getriebeschalthebels sowie die Möglichkeit, Smartphones mittels induktiven Ladens mit Strom zu versorgen, auf.

Ford offeriert den Edge  ab sofort  mit zwei Ausstattungsebenen, nämlich ST-Line und Vignale. Beiden gemeinsam: Überkomplette Serienausstattung mit buchstäblich allem, was Autofahren komfortabel und sicher macht, sowie bis zu 20 (!) Assistenzsystemen.

Preise? Der Edge mit sportlicher ST-Line steht mit € 61.250,– in der Preisliste, der distinguiert-noble Edge Vignale kostet € 64.900,–.