Opel Insignia Sports Tourer

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Fahrbericht
07/02/2017

Opel Insignia Sports Tourer: Mehr Raum, mehr Licht

Die neue Kombigeneration ist ab sofort zu haben.

von Ad Raufer

Ein paar Wochen noch, dann ist die Dreier-Seilschaft der Insignia-Baureihe vollständig: Nach der Limousine (Grand Sport) bringt Opel jetzt den Kombi mit der Modellbezeichnung Sports Tourer auf den Markt, nach dem Sommer, auf der Mitte September stattfindenden Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt, stößt dann der auf Lederhosen-Optik geschminkte Insignia Country Tourer dazu.

Der Kombi baut auf der E2-Architektur auf, mit der Opel zwei ganz wesentliche Ziele verfolgt. Erstens eine deutlich bessere Raumausnutzung im Vergleich zum Vorgänger zu erreichen und zweitens den Insignia signifikant leichter zu machen. Punkt eins ist mit deutlich gewachsenen Abmessungen positiv abzuhaken, Punkt zwei ebenfalls, weil eine Gewichtsersparnis von – je nach Modell und Ausstattungsumfang – bis zu 200 Kilo zu konstatieren ist.

Kräftiger Längenzuwachs

Länge läuft ist eine unter Seglern gern zitierte Devise – das haben sich offensichtlich auch die Opel-Entwicklungsingenieure zu Herzen genommen und den neuen Mittelklasse-Kombi auf knapp 4,99 Meter gestreckt. Das wirkt sich wunschgemäß auf die Insassen aus, zumal der Radstand von 2,73 Meter auf opulente 2,83 Meter zugelegt hat. Das bedeutet für die mitreisenden Passagiere in der zweiten Reihe nun eine ausgesprochen luftige Beinfreiheit. Ambivalenter ist die G’schicht mit dem Kofferraum: War der Vorgänger mit einem Fassungsvermögen von 540 bis 1530 Liter nicht unbedingt ein Meister der Raumökonomie, so fasst das Frachtabteil der neuen Generation 560 bis 1665 Liter. Mehr als bisher also, aber trotzdem weniger als im Cargoabteil des längst verblichenen Vectra Caravan, in das seinerzeit maximal 1850 Liter hineingegangen sind. Macht aber nichts, der jetzt zur Verfügung stehende Stauraum reicht auch so für Transportbedürfnisse aller Art. Zumal Opel eine clevere Lösung fürs Öffnen und Schließen der Heckklappe eingefallen ist: Die geht jetzt per Fußkick auf, wobei eine LED-Projektion auf dem Fahrbahnboden zeigt, wo der Sensor unter dem Auto genau ist.

Eine clevere Lösung offeriert Opel auch beim Allradantrieb: Die radselektive Verteilung des Motordrehmoments an der Hinterachse, das sogenannte Torque Vectoring, erreicht Opel jetzt nicht mehr konventionell über Bremseingriff – statt eines Differenzials wird die Kraft nun aktiv über zwei elektrohydraulisch gesteuerte Lamellenkupplungen verteilt, was – wie auf ersten Testkilometern festzustellen war – die Fahrdynamik spürbar erhöht, weil das System bei beginnendem Untersteuern mehr Kraft an das kurvenäußere Rad leitet.

Gut funktioniert auch die von Aisin stammende 8-Gang-Automatik, die sowohl den Schaltkomfort als auch die Effizienz der alten 6-Gang-Box weit übertrifft. Tatsächlich arbeitet die Kraftübertragung mit unglaublich sanften Wechseln der Übersetzungen, für die übrigens ein spezielles Dämpfungssystem im Drehmomentwandler verantwortlich ist.

Breit gestreut präsentiert sich das Motorenangebot, allesamt aufgeladene Vierzylinder: Die Benziner-Palette besteht aus einem völlig neuen 1,5-Liter mit wahlweise 140 oder 165 PS. Als Top-Benziner fungiert ein Zweiliter mit 260 PS.

Dieselseitig steht ein 1,6 Liter mit entweder 110 oder 136 PS zur Disposition sowie ein Zweiliter mit 170 PS.

Erstmals im Insignia-Kombi zum Einsatz kommt die nächste Evo-Stufe der LED-Matrix-Scheinwerfer, die jetzt mit 16 statt früher nur 8 LED-Segmenten bestückt sind und die Lichtweite bis 400 Meter verlängern.

Preise: Benziner ab € 28.590,–, Diesel ab € 34.290,–.