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17.05.2018

Erste Ausfahrt mit dem neuen Volvo V60

Mit dem neuen V60 bringen die Schweden den Kombi vor der Limousine auf den Markt.

Bisher hatte immer die Limousine einer Baureihe die Türöffner-Rolle. Der jeweilige Kombi wurde meist erst etwas später nachgeschoben, um das Neuigkeitenrad am Laufen zu halten.

Bei der Nachfolge-Generation der langdienenden V60-Reihe von Volvo haben die inzwischen zum chinesischen Geely-Konzern gehörenden Schweden den Spieß umgedreht. Mit dem V60 macht der Kombi (der in Europa vom Band läuft) den Anfang. Wohl auch, weil diesmal die Limousine in den USA gebaut werden wird und auf den meisten europäischen Märkten ohnehin der Kombi gefragter ist.

 

Und das auch im SUV-Zeitalter, in dem der klassische Kombi seine Existenzberechtigung verloren zu haben schien.

Dass Meldungen über den Tod des Kombis stark übertrieben sind, zeigt nicht zuletzt der neue V60. Nüchtern betrachtet ist er nicht nur die praktischere Alternative zur Limousine (dem im kommenden Jahr startenden S60), sondern auch zum mittelgroßen SUV des Hauses (dem XC60). Bietet der V60 doch immens viel variablen Stauraum (529 bis 1364 l und damit bis zu 123 l mehr als der Vorgänger) und ausgezeichnete Platzverhältnisse auch im Fond, ohne dabei optisch aus dem Leim zu gehen.

 

Im Gegenteil: So hat der Neue zwar in der Länge um 126 mm auf 4761 mm zugelegt, ist aber erfreulicherweise und ganz gegen den Trend nicht breiter, sondern sogar um einen Hauch schlanker geworden (16 mm Breite). Da auch die Dachhöhe um 57 mm leicht abgesenkt wurde ergibt das ein durchaus dynamisches Bild.

Diesem wird der neue V60 auch im Fahrbetrieb weitgehend gerecht. Zumindest was die beiden Versionen betrifft, mit denen der Motor-KURIER bereits erste Fahreindrücke sammeln konnte.

Sowohl der D4 (Diesel mit 190 PS und Frontantrieb) als auch der T6 (Allrad-Benziner mit 310 PS) kommen mit der je nach Version rund 2 Tonnen wiegenden Fuhre problemlos zurecht. Selbst gekoppelt mit der 8-Gang-Automatik (alternativ gibt’s für die beiden Diesel ein manuelles 6-Gang-Getriebe) lassen beide Varianten auch eine eher sportliche Gangart zu.

Gediegenes Ambiente

Die angestammte Fortbewegungsart des V60 ist aber ohnehin eher das souveräne Gleiten, das auch dem gediegenen Ambiente mehr entspricht, das sich Pilot und Passagieren an Bord erschließt. Edle Materialien, solide Verarbeitung und der von Volvo bereits bekannte, einem Tablet-Computer nachempfundene, hochkant stehende zentrale Bordmonitor schaffen nicht nur eine gediegene Atmosphäre. Auch die Ergonomie kommt dabei wie von Volvo gewohnt nicht zu kurz.

Was sonst noch aufgefallen ist auf den ersten Kilometern: Die Kopfstützen der Vordersitze drücken den Körper beim aufrechten Sitzen leider auch hier zu weit nach vorne (gut für Crashtest-Dummies, schlecht für das menschliche Rückgrat). Und wer sich für das riesige Glasdach samt Öffnungsfunktion entscheidet, muss mit einer Art perforiertem Sonnensegel als Abschattung leben.

 

Zum Marktstart stehen bei uns Ende des Sommers zwei Diesel (150 und 190 PS) und der T6-Benziner (310 PS) zur Verfügung. Alle Motoren entsprechen bereits der Euro 6d-Temp Abgasnorm. Der Einstiegspreis in die V60-Welt liegt bei € 42.185,–.

Die beiden für Dienstwagenfahrer spannendsten Motorisierungen folgen Anfang 2019. Volvo bietet beim V60 nämlich erstmals zwei Plug-in-Hybrid-Varianten (T6 Twin Engine, Systemleistung 340 PS, T8 Twin Engine, Systemleistung 390 PS). Die Preise stehen noch nicht fest, der Wegfall der NoVA wird sich aber dämpfend auswirken.