News
25.11.2016

Skoda Kodiaq: Größe allein ist nicht genug

Ein mächtiger Meilenstein für die tschechische Marke: Erste Ausfahrt mit dem vielseitigen SUV am obersten Ende der Kompaktklasse.

Manche Eigenschaften erwartet man von einem Skoda: Dienstbarkeit und Geräumigkeit etwa. Dennoch ist man bei der ersten Begegnung mit dem neuen großen SUV verblüfft: Die technische Basis, die unter anderem auch dem VW Tiguan zugrunde liegt, wurde so stark modifiziert, dass ein echtes Raumwunder entstanden ist: Der Kodiaq ist mit 4,7 Meter zwar nur geringfügig länger als ein Octavia Combi, bietet aber bis zu 720 Liter Kofferraumvolumen – bei opulentem Platzangebot auf der um 18 Zentimeter längs verschiebbaren Rückbank. Zudem lässt sich der Laderaum erstmals bei Skoda mit zwei zusätzlichen Sitzen ausrüsten oder durch Umklappen auf über zwei Kubikmeter erweitern.

Intelligente Details

An Raum herrscht also kein Mangel, ebenso wenig an den kleinen Freundlichkeiten im Alltag, die Skoda unter dem Motto "Simply Clever" auflistet. Neu für die Marke ist etwa der Kantenschutz, der sich beim Öffnen der Türen automatisch über das exponierte Metall legt; oder der Anhänger-Assistent für automatisches Reversieren oder Einparken mit Hänger. Dazu kommen rund 30 weitere Details bis hin zur Induktions-Ladeschale für das Smartphone.

Damit sind wir bereits bei einer Angelegenheit, die man mit den Tschechen bislang eher nur am Rande verbunden hat: digitale Konnektivität. "Dieses Thema zählt zu den wichtigsten Bereichen in der Zukunftsstrategie der Marke", erzählt Christian Strube, Entwicklungsvorstand von Skoda, im Gespräch mit dem Motor-KURIER. Im Kodiaq wird dafür ein wichtiger Schritt gesetzt: Hier feiert Skoda Connect Premiere, dessen Basisfunktionen – Notruf, Pannenhilfe oder technische Hilfe auf Knopfdruck – serienmäßig verfügbar sind. Außerdem lassen sich mit der Skoda Connect App Funktionen fernbedienen und geplante Routen via Smartphone oder Computer ins Fahrzeug schicken.

Parallel dazu wird das Highend-Infotainmentsystem "Columbus" präsentiert: Es besteht aus einem 8-Zoll-Touchscreen hinter Glas und bietet – SIM-Card oder Smartphone-Verbindung vorausgesetzt – zahlreiche Online-Dienste wie Google Earth oder Street View, zudem Apple CarPlay und Android Auto. Dabei soll es allerdings nicht bleiben, verrät Christian Strube: "Wir arbeiten an einem Gerät mit noch größerem Bildschirm."

Bekannte Technik

Im Vergleich zu den digitalen Neuerungen verzichtet man bei der Hardware auf Experimente. Die Motoren sind allesamt aus der Konzernwelt bekannt: 1,4 TSI mit 125/150 PS, 2,0 TSI mit 180 PS sowie dieselseitig der 2,0 TDI mit 150/190 PS. Alle Leistungsstufen bis auf 125 PS sind mit DSG kombinierbar; Allrad ist bei den stärkeren Motoren serienmäßig, bei den 150-PS-Modellen eine Option.

Für unsere ersten Ausfahrten konnten wir Diesel und Benziner mit jeweils 150 PS sowie den starken 2,0 TSI testen. Alle Versionen hinterließen den Eindruck großer Souveränität, selbst der 1,4 TSI kommt mit dem mächtigen SUV gut zurecht. Besonders erstaunlich ist die solide Dämmung von unten – Fahrwerks- und Abrollgeräusche waren kaum auszumachen. Die konzeptbedingt etwas straffere Auslegung wird entschärft, wenn man die optionale aktive Fahrwerksregelung wählt: Das darin verfügbare Setup "Comfort" lässt das große SUV noch geschmeidiger und sanfter über welliges Geläuf gleiten. Ebenfalls gelungen: die Sitzposition mit idealer Ergonomie und gutem Überblick sowie die präzise Lenkung.

Eine Überraschung gelingt Skoda zu guter Letzt wieder mit einem Thema, das sich die Marke seit Jahren auf die Fahne heftet: die kämpferische Preispositionierung. Die komplette Liste wird erst in den kommenden Tagen bestätigt, den Einstiegspreis kennt man aber bereits: Mit 25.690 Euro sollte das Gefüge dieser Klasse einigermaßen in Turbulenz versetzt werden.

Der Vorverkauf des Kodiaq beginnt am 23. November, die Publikumspremiere erfolgt bei der Vienna Auto Show im Jänner, die offizielle Markteinführung schließlich am 10. März. Was noch folgt: eine für ernsthafteren Offroad-Einsatz ausgelegte Variante, die nach Markentradition wahrscheinlich auf den Zusatz "Scout" hören wird.