Motorrad
05/16/2015

Erste Ausfahrt mit der BMW S 1000 XR

Die nächste Alternative für alle, die gerne schnell auf Touren kommen.

Gleich zu Beginn stellt sich eine entscheidende Frage: Warum braucht BMW ein zweites Adventurebike in der Oberliga? Die R 1200 GS ist schließlich seit Jahren Marktführer, erfolgreicher als je zuvor und mit dem Wasserboxer Gewinner der meisten Vergleichstests.

Die Antwort ist einfach und fällt dennoch gleich doppelt aus: Zum einen mag nicht jeder die ganz spezielle Charakteristik des Boxermotors und zum anderen will BMW der Leistungseskalation auch in dieser Klasse ein eigenes Produkt entgegensetzen. Mit dem Boxer wären üppige 160 PS nicht darstellbar, aber das muss ja auch nicht sein. Schließlich hat BMW auch einen bärenstarken Vierzylinder im Programm – und damit sind wir bei der S 1000 XR.

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Das dritte Mitglied der Sport-Familie basiert auf dem Naked Bike, der S 1000 R. Die Konfiguration des Motors mit verminderter Spitzenleistung zugunsten fülligeren Drehmoments unten wurde ohne Abstriche übernommen. Auch die Federelemente entsprechen in Grundzügen der R, bekamen aber 20 respektive 30 Millimeter längere Federwege verpasst.

Ein großer Unterschied liegt im Radstand: Eine neue, deutlich längere Schwinge sowie eine veränderte Geometrie der Gabel bedingen einen Zuwachs von 110 Millimeter. Diese Streckung war notwendig, um auch räumlich einen Langstreckentourer für zwei bequem sitzende Passagiere samt Gepäck darstellen zu können.

Perfekte Ergonomie

Die Übung ist gelungen: Auf deutlich niedrigerer Sitzhöhe als bei der GS wird man perfekt ins Motorrad integriert, auch wenn der Knieschluss aufgrund des Vierzylinders ein wenig breiter ist. Der Soziussitz bietet nicht ganz so guten Komfort wie jener der GS, ist aber alleweil tourentauglich. Gleiches gilt für den Windschild, der mit schnellem Griff in zwei Höhen arretierbar ist: Nicht ganz so schützend wie bei der GS, aber doch erstaunlich effizient.

Dass die XR dafür andere Stärken besitzt, zeigt sich, sobald man den Startknopf gedrückt hat. Der Vierzylinder ist auch in seiner domestizierten Version ein Sportmotor reinsten Wassers – was Vor-, aber auch Nachteile hat. Zu den Vorteilen zählt natürlich die handfeste Leistung von 160 PS, die sich als atemberaubendes Performance-Feuerwerk darstellt. Die Nachteile: Der wirklich brachiale Schub stellt sich erst über 7000 Umdrehungen ein – das sind im zweiten Gang gut 90 Stundenkilometer. Dazu kommen immer präsente Ansauggeräusche und Vibrationen, die je nach Last und Drehzahl einmal am Lenker, einmal an den Fußrastern auftreten. Außerdem stellt sich bei forscher Fahrweise ein merklich erhöhter Spritverbrauch ein, der auch zwischen sieben und acht Liter liegen kann.

Superbike für den Alltag

Dafür kann die XR als Alternative für alle Superbiker gelten, die auf der Straße nicht mehr gebückt und gequält unterwegs sein wollen, aber weiterhin auf Präzision und Performance Wert legen. Umgekehrt lässt sich die S 1000 XR aber auch ganz einfach und geschmeidig fahren. Kommt es einem nicht auf Zehntelsekunden und das letzte Grad Schräglage an, dann ist die XR ein erstaunlich unkomplizierter Begleiter. Mit nur 228 Kilo fahrfertig (also fast vollgetankt) und einem Motor, der im sechsten Gang ab 35 km/h (!) sauber hochdreht, lebt und fährt es sich fein.

Für unsere ersten Testfahrten waren alle Bikes mit dem aufpreispflichtigen Fahrwerk Dynamic-ESA und dem empfehlenswerten Schaltassistenten Pro ausgerüstet. Neben vielen anderen Meriten verfügt das semi-aktive Fahrwerk über das Talent, viel Komfort mit einem hohen Maß an Stabilität bei schneidiger Fahrweise zu verbinden.

Ebenfalls als Extra wird eine weitere Premiere angeboten: BMW rüstet nun erstmals ein Großserienbike mit Kurven-ABS aus, das in der Markensprache ABS Pro genannt wird. Es ist Teil des aufpreispflichtigen Dynamik-Pakets und natürlich uneingeschränkt zu befürworten.

Die neue S 1000 XR kommt als Nachzügler dieses Modelljahres erst im Juni zu den Händlern. Der Basispreis beträgt 17.950 Euro

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