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© Ferrari

News
09/13/2022

Ferrari präsentiert den neuen Purosangue (und kein SUV)

In Maranello wird der schöne Allrounder als der erste viersitzige Viertürer von Ferrari bezeichnet. Wir konnten den Purosangue schon besichtigen

von Michael Andrusio

Nein, das ist kein SUV. Das ist die Botschaft, die Ferrari anlässlich der Vorstellung des Purosangue verbreitet. Auch in den Unterlagen zu dem Auto findet sich auf 32 Seiten nie das böse „S-Wort“. „Wir nennen das Auto nicht SUV und wollten auch kein SUV entwickeln“, erklärt uns Marketing- und Verkaufsleiter Enrico Galliera.

Vielmehr ist der Purosangue, der erste „viertürige Viersitzer“ aus dem Hause Ferrari. Viersitzige Ferraris gab es wohl, aber da waren die hinteren Sitze nur Notsitze und einen viertürigen Ferrari gab es nie. Prototypen wurden in den 80er-Jahren wohl angefertigt, verschwanden aber wieder in einem finsteren Verließ in Maranello, nachdem die geforderte Dynamik mit den damaligen technischen Mitteln nicht machbar war.

Vor allem aber soll das Auto ein neuer Sportwagen aus Maranello sein – nur in anderen Dimensionen. Und nicht vergleichbar mit etwas anderem auf dem Markt.

Vollblut

Purosangue heißt das Ding und das lässt sich mit Vollblut übersetzen. Dass es in manchen Sprachen eine Herausforderung sein kann, das korrekt auszusprechen, weiß man auch in Maranello. Einer Zahlen-Buchstaben-Kombination erteilte man rasch eine Absage und wählte einen klingenden Namen.

Stichwort klingen. Lange wurde über die Motorisierung für den kommenden Ferrari spekuliert. Es steckt aber kein Hybrid oder Turbo unter der wohlgeformten Motorhaube, sondern „der Ferrari-Motor“ schlechthin,  ein V12. Der natürlich für den Purosangue entwickelt wurde. Letztendlich waren es die Kunden, die den Wunsch nach dem V12 äußerten. Sie wollen den Motor, der die größte Emotion erzeugt und das ist der Zwölfzylinder. Im niedrigen Drehzahlbereich klingt der Motor so ruhig und sonor, dass man sich ungestört unterhalten kann. Mit steigender Drehzahl wird der Motorklang intensiver und wächst zu einem regelrechten „Crescendo“, wie Ferraris Entwicklungschef Gianmaria Fulgenzi  blumenreich beschreibt.

Der 6,5 Liter-Saugmotor leistet 725 PS und man hat intensiv daran gearbeitet, im unteren Drehzahlbereich genug Drehmoment bereitstellen zu können. 80 Prozent der 716 Nm sind so schon bei 2100 U/min abrufbar.

Auch die übrige Technik ist vom Feinsten. Ein neues 8-Gang-DCT-Getriebe (mit lang übersetzen 8.Gang) kommt ebenso zum Einsatz wie Allradlenkung oder Allradantrieb. Man kann mit dem Purosangue problemlos im Schnee herumfahren, man hat sogar eine Hill-Descent-Control, ein Geländeauto ist der Ferrari trotzdem nicht, heißt es aus Maranello. Besonders stolz sind die Entwickler auf die neu entwickelte aktive Federungskontrolle. Die sorgt mittels schnell ansprechender Elektromotoren dafür, dass die Wankbewegungen, zu denen SUV neigen, beim Purosangue auf ein Minimum reduziert werden.

Innen präsentiert sich der Purosangue so, wie man es von den aktuellen Ferraris kennt. Analoge Schalter finden sich nur wenige und vieles ist vom Supersportwagen SF90 inspiriert. Auffällig ist der große Schirm für den Beifahrer, wo alle Fahr-Informationen abgelesen werden können. Kennt man von anderen Ferrari-Autos, in Purosangue ist es aber größer und serienmäßig.

4 Sitze

Für die Passagiere gibt es vier Einzelsitze, wobei die hinteren und vorderen Sitze ident sind. Verglichen mit früheren Ferrari 2+2-Sitzer hat man deutlich mehr Platz auf den hinteren Plätzen und auch Erwachsene können nun würdig sitzen. Die hinteren Türen sind übrigens hinten angeschlagen und gehen elektrisch betrieben auf und zu. „Welcome doors“ nennt Ferrari das. Überschaubar ist das Platzangebot im Kofferraum. 473 Liter Laderaumvolumen gibt es, die beiden Fondsitze lassen sich umklappen.

Optisch sieht man dem Auto die ausgeklügelte Aerodynamik an, markant ist die Lösung für die Radkästen. „Es sind viele Elemente, die vom Wind geformt wurden“, beschreibt es Designchef Manzoni. Heckseitig wird der Luftstrom so geleitet, dass man auf einen Heckscheibenwischer verzichten kann. Die Heckleuchten ähneln jenen des Supersportwagens SF90.

Bestellungen

Das Interesse an dem Auto ist jetzt schon enorm und die Vorbestellungen für das Auto (das noch keiner der Kunden vorher gesehen hat) sind so hoch wie bei keinem andern Ferrari-Modell bisher. Das könnte ein Dilemma für Ferrari werden, denn man will die Exklusivität wahren und die Purosangue-Produktion soll nicht mehr als 20 Prozent des Gesamtvolumen ausmachen. Es werden zunächst ohnehin nur treue Ferrari-Kunden mit Kaufverträgen bedacht. Der schwindelerregende Preis von 390.000 Euro (in Italien) spielt da wohl keine Rolle.

Und Enrico Galliera fürchtet, dass es für das Vollblut bald „ausverkauft“ heißen könnte.

Antrieb
V12-Zylinder mit 65° Zylinderwinkel und Trockensumpfschmierung, Hubraum: 6496 ccm, Leistung: 725 PS, max. Drehmoment 716 Nm bei 8250 U/min; Allradantrieb, 8-Gang-DCT-Automatikgetriebe, Allradlenkung, aktive Federungskontrolle, Hill Descent Control

Fahrleistungen
0 – 100 km/h in  3,3 Sekunden, Spitze über 310 km/h; Verbrauch: noch keine Angaben

Abmessungen
Länge x Breite x Höhe 4973 x 2028 x 1589 mm, Radstand 3018 mm, Kofferraumvolumen 473 Liter, Tankinhalt 100 Liter, Bodenfreiheit 185 mm; Gewicht ab 2033 kg (mit optionalen Leichtbaumaßnahmen)

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