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10/30/2020

Fiat 500: Erste Ausfahrt mit der neuen Elektro-Variante

Elektro, Cabrio, mit dritter Tür: der neue Cinquecento kann viel, alles auf einmal geht aber nicht

von Sandra Baierl

Jetzt hat also auch Fiat sein E-Auto. E wie endlich, möchte man sagen. Damit macht der Konzern einen Schwenk in Richtung Elektromobilität – vor ein paar Jahren noch undenkbar. Einst bat Ex-Chef Sergio Marchionne sogar darum, den „amerikanischen“ Fiat 500 zu boykottieren. Das Auto wurde für den kalifornischen Markt konzipiert. „Ich hoffe, sie kaufen es nicht“, sagte er. „Denn jedes Mal, wenn ich eines verkaufe, kostet es mich 14.000 Dollar.“

Das ist Jahre her. Marchionne ist nicht mehr und in Europa gelten strenge -Vorgaben. Unter Mike Manley, CEO von Fiat Chrysler, findet jetzt die Elektrifizierung der Modelle statt. Den Anfang macht Fiats Ikone, der 500. Das völlig neu konzipierte Auto wurde vergangene Woche in Turin vorgestellt.

Mit einigen Besonderheiten. So ist der neue Fiat 500 das erste Fahrzeug in seinem Segment, das autonomes Fahren auf Level 2 ermöglicht (Notbremsassistent, Abstand- und Spurhalter, Müdigkeitswarner); das Cabrio ist das einzige in Europa erhältliche vollelektrische Cabrio mit vier Sitzplätzen; und den Fiat 500 gibt es auch in der 3+1-Version: hier ist das Auto mit einer kleinen dritten Tür nur auf der Beifahrerseite ausgestattet; und so wie bei den ersten 500 im Jahr 1957 ist sie hinten angeschlagen. „Die Anforderungen der Kunden sind gewachsen, aus dem einzelnen Kunden ist eine Familie geworden, die einen einfacher zugänglichen Innenraum braucht“, erklärt Fiat-Boss Olivier Francois. Cabrio und dritte Tür, also beides, geht aber leider nicht.

Stilvoll, mit Musik

Insgesamt sieht der neue vollelektrische Fiat 500 immer noch aus wie einst: rund, knuffig, die Kulleraugen-Scheinwerfer sind jetzt modern durchbrochen, die Proportionen immer noch klar. Das Auto hat nach wie vor viel Seele, viel Stil, viel italienisches Flair.

Wir durften den Cinquecento zwei Stunden durch Turin Probe fahren. Erstes Fazit: der Elektromotor mit 87 kW (118 PS) und 220 Nm Drehmoment schafft ein dynamisches, komfortables Beschleunigen und Gleiten. Lautlos, versteht sich. Allein: bei 20 km/h schaltet sich eine Melodie, nämlich die Musik von Nino Rota für den Fellini-Film Amarcord, zum Beschleunigungsgeräusch. Das ist einmalig, auffällig und wundervoll. Die Lenkung ist direkt, das Auto, obwohl ein paar Zentimeter länger und breiter als sein Vorgänger, immer noch handlich. Wendekreis: 9,7 Meter. Fahren kann man übrigens in drei Modi: Normal, Range mit One-Pedal-Driving und Sherpa für maximale Reichweite. Die soll übrigens mit der 42-kWh-Batterie bei 321 Kilometer liegen, im Stadtverkehr sogar bei 460 Kilometer.

Der Innenraum ist klar und aufgeräumt. Kein Schalthebel mehr, sondern Tasten. Ein durchgängiger Fußraum vorne schafft Freiraum, hinten ist es eng wie immer im 500er. Für den Innenraum und die Sitze verwendet Fiat Materialien, die aus Plastikmüll aus dem Meer gemacht werden (Seaqual).

Dass Fiat „spät dran“ mit seinem ersten Elektroauto ist, will Olivier Francois nicht gelten lassen. Vielmehr sei jetzt „die Zeit reif für dieses Auto“, das in allen Facetten ziemlich komplett wirkt. Hollywood-Star Leonardo DiCaprio ist Werbetestimonial für den neuen Fiat 500. Seine Botschaft lautet „all in“: Fiat will ökologisch und ökonomisch wieder vorn dabei sein. E wie erfreulich.

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