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12/16/2021

Fisker Ocean: Den echten Österreicher kann man jetzt vorbestellen

Der neue Fisker Ocean ist ein echter Österreicher - auch, wenn er mit seinen Features den kalifornischen Lebensstil vertritt. Ab sofort kann man das Auto made in Austria vorbestellen.

von Sandra Baierl

Bisher wissen nur Autoinsider, was sich hinter dem Namen Fisker verbirgt. Seit der LA Autoshow (Ende November 2021) hat man dazu erstmals auch echte Bilder: Fisker ist eine kalifornische Elektro-Automarke, die 2022 großflächig auf den Markt kommen wird. Der Däne Henrik Fisker, Namensgeber und Kopf des Unternehmens, ist eine große Nummer in der Autowelt. Der Fisker Ocean, sein Elektroauto mit viel kalifornischem Flair, soll im November auf die Straßen rollen. Spannend für Österreich: Er wird bei Magna in der Steiermark produziert. Und kann ab sofort vorbestellt werden.

Wer zu den ersten Kunden von Fisker zählen möchte, kann den neuen Wagen jetzt vorbestellen. 250 Dollar muss man dafür hinterlegen, seine Daten hinterlassen - und darf auf den November 2022 hoffen. Henrik Fisker bei der LA Autoshow: "Wir werden anfangs zwei Fahrzeuge pro Tag bei Magna in Graz vom Band laufen lassen, die Auslieferung soll spätestens im November erfolgen."

Was Kunden vom neuen Auto erwarten dürfen? Viel kalifornisches Flair, ein paar Features, die nur Fisker liefert und eine neue Marke, die auf den europäischen Straßen anfangs sicher ein Hingucker ist.

Die Details des neuen Fisker Ocean: die Homepage verspricht ein Fahrzeug mit den Attributen dynamisch, fahrerorientiert, vollelektrisch. Nun: fahren konnten wir den Fisker Ocean auf der LA Autoshow leider noch nicht. Aber sehen und spüren schon: das Auto ist ein Mittelklasse-SUV, rund und ästhetisch, mit ultraschmalen Scheinwerfern. Henrik Fisker nennt sein Auto "Designikone". Tatsächlich hat der Fisker Ocean ein markant geformtes Exterieur mit einer kraftvollen Tieflage und klaren Linien.

Herausragend anders sind:

1. SolarSky:
Der Fisker Ocean nützt den Sonnenschein als Antriebkraft. Das Solardach erstreckt sich über die gesamte Länge des Fisker Ocean, es fängt die Sonnenstrahlen ein und erzeugt damit - kostenlos! - Energie für den batteriebetriebenen Fahrzeugmotor. Bei voller (kalifornischer?) Sonneneinstrahlung ermöglicht das SolarSky-Dach des Fisker Ocean Extreme bis zu 2.400 saubere, emissionsfreie Kilometer pro Jahr, unter idealen Bedingungen sogar mehr als 3.200 Kilometer.

2. Wende-Bildschirm:
Als "digitales Wunderwerk" bezeichnet Henrik Fisker den drehbaren Hauptbildschirm. Dieser 17,1-Zoll-Touchscreen kann vom Control Mode - einer Hochformatansicht - in den Hollywood Mode - ein 16:9-Breitbildformat im Querformat - geschwenkt werden. Damit kann man Filme und Videos mit 360°-Sound genießen und in ein beeindruckendes, cineastisches Erlebnis eintauchen. 

3. California Mode:
Sehr amerikanisch und sehr lässig: Auf Knopfdruck öffnen sich zeitgleich acht Glaselemente und verwandeln den SUV in ein Cabrio für sommerliche Touren ans Meer - oder in Österreich an den See. Mit dem sogenannten California Mode werden die vorderen Fenster, beide Rücksitzfenster, beide „Doggie Power“-Fenster und das Heckklappenfenster abgesenkt, und gleichzeitig das SolarSky- bzw. das OpenSky-Dach geöffnet. Durch die geöffnete Heckscheibe lässt sich dann ein Surfbrett verstauen. Oder ein Stand-up-Paddelbord. Oder ein Christbaum.

4. Nachhaltige Materialien:
Der Fisker Ocean will das nachhaltigste SUV der Welt sein. Sein Interieur besteht somit aus Upcycling-Materialien aus fairer Produktion. Polster, Teppiche und Details des umweltfreundlichen Innenraums bestehen aus recyceltem Plastik, wiederverwertetem Gummi, Altkleidern und zurückgelassenen Fischernetzen aus den Weltmeeren.

Die Motorisierungen

Konkret soll es den Fisker Ocean in drei Ausstattungs-Varianten geben. In die Einstiegsversion packt Fisker einen Motor mit 275 PS auf die Vorderachse (Frontantrieb). Sie soll rund 440 Kilometer maximale Reichweite schaffen, in 6,9 Sekunden von null auf 60 Meilen pro Stunde (95,56 km/h) beschleunigen. Die Ausführung Ultra wird von zwei E-Maschinen angetrieben, samt Torque-Vectoring dann über alle vier Räder. Hier bringen es 540 PS und rund 610 Kilometer  Reichweite; von Null auf 100 geht's in 4,2 Sekunden. In der höchsten Klasse gibt es nochmals zehn PS mehr und auch noch mehr Reichweite - und von Null auf 100 get es in 3,9 Sekunden.

Was steckt dahinter und wer ist Henrik Fisker?

Die Marke Fisker Automotive wurde als Gemeinschaftsunternehmen von Henrik Fisker gegründet. Beteiligt sind die Fisker Coachbuild LLC und der auf alternative Antriebe und Herstellung von Hybridelektrofahrzeugen spezialisierte Automobilzulieferer und Ingenieursdienstleister Quantum Technologies aus Kalifornien. Das erste Modell, der Fisker Karma, wurde schon im Februar 2008 vorgestellt. Der erste Wagen wurde im Juli 2011 an den Schauspieler Leonardo DiCaprio ausgeliefert. Im Jahr 2012 geriet Fisker Automotive in große wirtschaftliche Schwierigkeiten und musste zwangsversteigert werden.

2016 gründete Henrik Fisker die Fisker Inc. als Nachfolgeunternehmen, das jetzt den Fisker Ocean, einen von vier geplanten Fahrzeugen, auf den Markt bringt.

Henrik Fisker ist der Automobilwelt gut bekannt. Zu seinen bekanntesten Automobildesigns zählen der BMW Z8 und der Aston Martin DB9. Fisker studierte bis 1989 am kalifornischen Art Center College of Design. Nach dem Studium begann er im Münchner Designzentrum von BMW zu arbeiten. Dort war er für die 1997  gezeigte Sportwagenstudie Z07 zuständig, die als Grundlage des späteren Serienmodells BMW Z8 diente.  

2001 wechselte er zu Ford, um dort für das Design von Aston Martin verantwortlich zu zeichnen. Hier entwarf er den DB9 und den V8 Vantage. Bei Aston Martin saß er auch im Aufsichtsrat.

Zurück zum Fisker Ocean:

Vorreservieren kann man den neuen Fisker Ocean ab sofort, es wird voraussichtlich vier Ausstattungsvarianten geben: den Fisker Ocean One (69.950 Euro), den Fisker Ocean Extreme (69.950 Euro), den Fisker Ocean Ultra (57.500 Euro) und den Fisker Ocean Sport (41.900 Euro). Alle Preise ohne abzüglicher Elektroförderung.

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