© Michael Andrusio

Test
03/15/2015

Ford Eco Sport: Das kleine SUV im Test

Sieht aus wie ein Geländewagen, ist aber gar keiner.

von Ad Raufer

Ford baut das SUV-Angebot aus und erweitert es gleichzeitig – nach unten.

Zusätzlich zum 4,52 Meter langen Kuga und dem demnächst auf den Markt kommenden 4,81 Meter messenden Fullsize-SUV namens Edge schließt Ford die Lücke im Modellprogramm mit dem nur knapp über 4 Meter langen, auf der Plattform des Fiesta basierenden kompakten Eco Sport.

Das ursprünglich nur für Südamerika und Indien konzipierte, jetzt aber doch auch in Europa offerierte Auto sieht aus wie ein Geländewagen, ist aber gar keiner. Ford verrät zwar in den technischen Daten bereitwillig alle für den Geländeeinsatz relevanten Daten für Bodenfreiheit, Wattiefe, Böschungs- und Rampenwinkel, spricht aber im Pressetext ausdrücklich nur von einem Stadt-SUV. Wobei bei näherer Betrachtung schnell klar wird, warum: Den Eco Sport gibt’s nämlich nur mit Frontantrieb, besitzt also für Ausritte abseits befestigter Straßen absolut kein Talent. Ein Auto, das so aussieht, als wäre das Gelände angestammtes Geläuf, aber nur auf Asphalt funktioniert – auch eine Möglichkeit.

Munterer Antrieb

Dort macht der Ford aber durchaus gute Figur – und zwar in erster Linie wegen des Motors. Als Antriebsquelle dient – in der vom Motor-KURIER gefahrenen Modellversion – ein 1,0-Dreizylinder-Turbobenziner mit 125 PS. Der kleine aufgeladene Direkteinspritzer hat mit dem leer immerhin 1350 Kilo schweren Eco Sport verblüffend wenig Mühe und überzeugt mit – für einen Dreizylinder – hoher Laufkultur.

Der Motor geht der Arbeit weitgehend frei von Vibrationen und auch einigermaßen leise nach, eignet sich jedoch hinsichtlich Trinksitten nicht unbedingt zum Vorbild: Knapp unter acht Liter sind kein Ruhmesblatt – zumal für einen Motor, der in den Jahren 2012, ’13 und ’14 mit dem Titel "Engine of the Year" ausgezeichnet wurde.

Wirklich störend im täglichen Fahrbetrieb ist jedoch die Tatsache, dass die Hecktür seitlich (links) angeschlagen ist. Das dort montierte Reserverad verleiht dem Eco Sport zwar ein gewisses Abenteuer-Flair, erschwert aber gleichzeitig das Beladen in engem Parkumfeld, weil die geöffnete Kofferraumpforte immerhin 1,15 Meter Platz nach hinten braucht.

Wenn der Ford nicht gerade auf brett’lebenem Grund steht, fällt das schwere Trumm außerdem unweigerlich von selbst ins Schloss oder muss – beispielsweise bei Wind – festgehalten werden: Äußerst unangenehm, wenn kein Fixier-Knecht zur Stelle ist, der den Eco Sport-Piloten vor der dann zukrachenden Tür bewahrt.

Und so ergänzt der Eco Sport das inzwischen unglaublich breite Angebot an kompakten SUV. Ob er aber die Szene tatsächlich bereichert und Skoda Yeti, Opel Mokka oder Peugeot 2008 Konkurrenz machen kann, ist nicht anzunehmen.

Ford Eco Sport 1,0

Antrieb:3-Zylinder, Benzin, Direkteinspritzer, 2 oben liegende Nockenwellen, Alu-Zylinderkopf, 4 Ventile/Zylinder, Turbolader, Ladeluftkühler; Frontantrieb, 5-Gang-Getriebe; Euro 5.

Hubraum/Leistung: 999 , 125 PS/92 kW

maximales Drehmoment: 170 Nm bei 1400 U/min

Spitze 180 km/h, 0–100 in 12,7 Sekunden

Fahrwerk: Einzelradaufhängung, vorn McPherson-Federbeine, Dreieckquerlenker, hinten Mehrlenkerachse, v/h Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, v/h Stabilisatoren, vorn Scheiben-, hinten Trommelbremsen, Zahnstangenlenkung mit elektrischer Servounterstützung, ABS, elektronische Bremskraftverteilung (EBV), elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP), Traktionskontrolle.

Maße (L x B x H): 4273 x 1765 x 1665 mm

Wendekreis: 10,6 m

Radstand: 2519 mm

Böschungswinkel: v/h 22/35 Grad

Rampenwinkel: 24,8 Grad Wattiefe: 550 mm

Bodenfreiheit: 200 mm Gesamtgewicht: 1715 kg

Gewicht:1350 kg Anhängelast:gebremst/ungebremst 750 kg /625 kg

Tankinhalt: 52 l

Kofferraum: 310–1238 l

Bremsweg kalt: 39,0 m Bremsweg warm: 37,3 m

Normverbr.: 5,3 l/100 km125 g/km CO²

Testverbr.: 7,7 l/100 km

Preis: 21.900 €

Preis Testwagen:23.684 €

Motorbezogene Versicherungssteuer: 506,88 €