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Fahrbericht
10/09/2014

Ford Mondeo: So fährt sich der lang erwartete Neue

Nach mehr als zweijähriger Verzögerung startet der große Ford im Jänner bei uns.

von Horst Bauer

Über die Gründe für die lange Verzögerung wurde schon genug geredet (letztlich war die Verlegung der Produktion nach Valencia dafür verantwortlich).

Jetzt kommt die neue Generation des Ford-Flaggschiffs nach mehr als zwei Jahren endlich auch bei uns auf den Markt. Der Motor-KURIER hatte bereits Gelegenheit, die ersten Fahreindrücke mit verschiedenen Modellen zu sammeln.

Auf der Straße macht das Design aller drei Karosserievarianten (Limousine, Fünftürer und Kombi) noch mehr her als auf den Auto-Shows. Im Rückspiegel betrachtet lautet die Botschaft, hier kommt ein Auto mit zeitlosem Design und selbstbewusstem Auftritt. Dies jedoch, ohne allzu sehr in die bei manchen Konkurrenten so beliebte Premium-Kerbe zu schlagen.

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Im Cockpit fällt sofort die grundlegende Neuausrichtung des Interieurs positiv auf. Die Ford-Entwickler haben sich die intensive Kritik an der Knöpferlflut im Vorgängermodell zu Herzen genommen und ordentlich aufgeräumt. Viele Befehle an den Bordcomputer werden jetzt via dem berührungssensitiven Monitor bzw. einer Schaltereinheit direkt auf dem Lenkrad gegeben. Oder über die weiter verbesserte Spracheingabe. Über mangelnden Platz musste man sich ja schon im Vorgängermodell nicht beklagen, und wenn einmal die für kommendes Jahr versprochenen Multikontursitze samt Massagefunktion verfügbar sein werden, wird das Leben an Bord noch angenehmer.

Einmal in Fahrt, beeindruckt der geringe Geräuschpegel an Bord. Sowohl Motor- als auch Abroll- und Windgeräusche sind auf ein Minimum reduziert. Auch die gelungene Basis-Fahrwerksabstimmung trägt zum positiven Gesamtbild bei.

Adaptive Dämpfer

Wer sich für das adaptive Dämpfersystem entscheidet, dem stehen drei Fahrmodi (Komfort, Normal, Sport) zur Wahl, die sich nicht nur auf die Einstellung des Fahrwerks, sondern auch auf die hier erstmals in einem Mondeo eingesetzte elektrische Servolenkung beziehen. Auf den ersten Kilometern zeigte sich, dass die Spreizung zwischen den drei Stufen jetzt deutlicher erlebbar ist. Anderseits deckt die Normal-Stellung den Großteil der Fahrsituationen durchaus souverän ab, was das Herumschalten zwischen den Modi in der Praxis wohl auf Einzelfälle beschränken dürfte. Umso mehr, als dies nicht über einen direkten Schalter erfolgt, sondern in ein Untermenü des Bordcomputers verräumt wurde. Um das zu erreichen, Bedarf es mehrerer Klicks , was den Piloten zu sehr vom Verkehrsgeschehen ablenkt.

Von den beiden getesteten Motorisierungen hinterließ der 180-PS-Diesel in Kombination mit dem exakt schaltbaren und gut abgestimmten 6-Gang-Getriebe den besten Eindruck. Er geht so ruhig und kraftvoll ans Werk, dass ihm in dieser Hinsicht der neue 1,5-Liter-Benziner mit 160 PS nie das Wasser reichen kann.

Alles in allem hat sich das Warten der Mondeo-Kunden auf den Neuen ausgezahlt. Mit einer breiten Auswahl an Motorisierungs- und drei Karosserie-Varianten (siehe Artikel rechts) sowie einer Allrad-Option hat er im Match gegen den zeitgleich startenden VW Passat gute Karten.

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Erstmals auch mit einer Hybrid-Version zur Wahl

Zum Marktstart gibt es den neuen Mondeo zunächst mit Benzinmotoren mit 160 bzw. 240 PS und Diesel-Aggregaten mit 115, 150 und 180 PS. Im Frühjahr folgt der 1,0-Liter-EcoBoost-Motor mit 125 PS. Die Diesel-Palette wird mit einem 210 PS leistenden Zweiliter-Doppelturbo ergänzt.

Erst ab Juni sind in Österreich die Allrad-Versionen (mit 150- bzw. 180-PS-Diesel) verfügbar. Beim Top-Diesel fehlt wegen des größeren Motors der Platz für die Kombination mit dem Allradantrieb.

Als Getriebe-Optionen stehen eine 6-Gang-Automatik (für Benziner) und ein automatisiertes Schaltgetriebe (Diesel) bzw. ein 6-Gang-Handschalter für beide Varianten zur Wahl. Das Hybridmodell verfügt über eine stufenlose Automatik. Dieses kombiniert einen 2,0-l-Benziner mit einem E-Motor (Systemleistung 187 PS), schafft rund 5 km rein elektrisch (bei bis zu 135 km/h) und weist einen Normverbrauch von 4,2 Liter für 100 km auf (99 g/km CO2).

Die Preisskala beginnt beim Fünftürer mit 115-PS-Diesel bei € 29.500,– (den Kombi namens Traveller gibt’s ab € 30.700,–), die Allrad-Modelle starten bei € 34.150,–. Das nur als viertürige Limousine angebotene Hybridmodell kostet ab € 36.750,–.

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