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Testfahrt
10/31/2012

Ford Ranger: Der Förster aus Übersee

Bulliger Gelände-Pick-up mit Talent fürs Grobe. Cowboy-Atmosphäre und coole Optik gibt’s auch.

Amerikanische Pick-ups verkörpern bei vielen Menschen in Europa das Bild des riesigen, starken Spritvernichters: Nicht so falsch, trifft es aber nicht mehr ganz. Der neue Ford Ranger zum Beispiel ist zwar noch am ur-amerikanischsten im Segment, hat aber mit obiger Beschreibung nicht mehr viel zu tun, ist er doch der Kleine im Pick-up-Stall von Ford.

Immer mehr drängen die Hersteller ihre geländegängigen Ladeflächen in die Ecke des praktischen Alltagsautos. So wird aus Nutzfahrzeug immer mehr Pkw. Der Ranger steht noch am Anfang dieses Weges: Trotz viel Komfort im Innenraum – Ledersitze, Bluetooth, Sitzheizung, Einparkhilfe – merkt man dem Ranger seinen Ursprung als Nutzfahrzeug deutlicher an als zum Beispiel dem VW Amarok (siehe Seite 3) . Das Getriebe ist etwas hakelig und verlangt eine starke Hand, die Blattfedern an der Hinterachse sind deutlich spürbar und das Fahrwerk insgesamt etwas ruppiger, als man es von Ford gewöhnt ist. Ob das stört? Nein. Der Ranger vermittelt den Eindruck, nicht ganz so weit ins Pkw-Eck getrieben werden zu wollen. Er versprüht Cowboy-Atmosphäre, Robustheit und sieht verglichen mit seinen Konkurrenten am unverwüstlichsten und coolsten aus.

Robust und stark

Technisch glänzt der Förster aus den USA in einigen Punkten: Anhängelast bis zu 3350 Kilo, Zuladung bis zu einer Tonne, zuschaltbarer Allrad, Geländeuntersetzung, Wattiefe bis zu 800 mm und vieles mehr. Der 150 PS starke 4-Zylinder-Diesel hat keine Probleme mit dem gut 2,1 Tonnen schweren Pick-up, die Schaltung verlangt aber wie erwähnt nach einer strengen Hand – man sollte vorm Kauf wohl auch die Automatikversion ausprobieren.

Der Ford Ranger kann richtig hart rangenommen werden, wenn es notwendig ist und bietet dennoch genug Komfort, um auch für Alltägliches dienen zu können und längere Autobahnetappen nicht zur Qual werden zu lassen. Auf der Brücke vom Nutzfahrzeug zum Pkw steht der Ford als harter Hackler gegenüber dem komfortablen Arbeitsbegleiter von VW. Beide bieten ein überzeugendes Konzept, jedoch mit verschiedenen Schwerpunkten.

Der Ford Ranger ist zu Preisen ab (vorsteuerabzugsberechtigten) € 25.530,– zu haben.

Steckbrief Ford Ranger 2,2 TDCi

4-Zylinder-Dieselmotor, Common-Rail-Direkteinspritzung, 2198 cm³, 110 kW/150 PS bei 3700 U/min, maximales Drehmoment 375 Nm bei 1500 U/min, Oxydationskatalysator, Partikelfilter, Euro 5;

Kraftübertragung: Hinterradantrieb mit zuschaltbarem Allradantrieb (bis 120 km/h), Geländeuntersetzung.

Leiterrahmen, Einzelradaufhängung, vorn Federbeine, hinten Blattfedern, Zahnstangenlenkung mit drehzahlabhängiger Servolenkung, innen belüftete Scheibenbremsen vorne, Trommelbremsen hinten, Bremsassistent, ABS, Traktionskontrolle, elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) inkl. Überrollschutz, Bergan- und Bergabfahrhilfe; Maße:

Länge x Breite x Höhe 5359 x 1850 x 1815 mm, Radstand 3220 mm, Bodenfreiheit 229 mm, Wendekreis 12,7 m (4 x 4), Wattiefe 800 mm, Böschungswinkel vorne 28°/hinten 28°, Rampenwinkel 25°, Neigungswinkel 35°, Gewicht 2166 kg, Zuladung 1034 kg, zulässiges Gesamtgewicht 3200 kg, Tankvolumen 70 Liter, Länge/Ladefläche 1615 mm, Höhe

Ladekante 835 mm.

Spitze 175 km/h, 0–100 km/h in 11,8 Sekunden, Testverbrauch 10,6 Liter Diesel/100 km, Reichweite 660 km; Emission in g/km: 219.

Steuer/Jahr € 567,60; Preis € 36.000,–.