News 13.04.2012

Gegen alle Prognosen

Gegen alle Prognosen
© KURIER / Boroviczeny Stephan

Der totgesagte US-Automarkt erlebt einen neuen Frühling – trotz hoher Spritpreise.

Für die immer flotten und mit zugespitzten Urteilen medial hausieren gehenden Analysten und "Markt-Beobachter", war der US-Automarkt seit dem Einbruch vor vier Jahren abgehakt. Rückkehr zur alten Stärke nicht in Sicht, falsche Produkte auf dem Markt, wirtschaftliche Aussichten düster.

Die Musik spielte in Asien. Prognosen über Zuwachsraten in China und Indien ließen sich im Vorhersage-Gewerbe an den Börsen besser verkaufen als vergleichsweise schwere US-Kost über die Wechselbeziehung zwischen privater Kreditklemme, alterndem Fuhrpark und neuen Managern in Detroit.

Ausgerechnet zur Eröffnung der Auto Show in der Analysten-Hochburg New York zeigten die Zahlen des ersten US-Verkaufs-Quartals, dass entgegen vieler Erwartungen die Autokäufer wieder den Weg zurück zu den US-Händlern gefunden haben. Allein im März legte der Markt im Vergleich zum Vorjahr um über 14 Prozent zu. Dabei ließen sich die Käufer auch vom wieder gestiegenen Benzinpreis nicht abschrecken. Anders als früher führt der zwar nicht mehr zur panischen Suche nach dem kleinsten verfügbaren Modell – wie die unangefochtene Spitzenstellung der F-Serie Pick-ups von Ford zeigt – aber der Anteil an verkauften spritsparenderen Modellen nimmt kontinuierlich zu. Nicht zuletzt, weil auch die US-Hersteller selbst jetzt solche Autos im Programm haben.

Reaktion der Analysten-Branche: Die US-Prognosen für heuer wurden flugs auf über 14 Millionen Autos geschraubt. Man wird sehen, ob die Käufer sich diesmal daran halten werden.

horst.bauer(at).kurier.at

(Kurier) Erstellt am 13.04.2012