News 06/06/2017

Geld oder Leben

Was das Autogeschäft vom "normalen Leben" unterscheidet.

"Geld oder Leben" hieß eine der erfolgreichsten Platten der "Ersten Allgemeinen Verunsicherung". Im normalen Leben ist die Antwort eindeutig.

Im Autogeschäft scheint dies anders, wie aktuelle Trends vermuten lassen. Da gibt es einerseits "Das Desaster ohne Ende" (©Autobild) mit fehlerhaften Airbags des japanischen Zulieferers Takata. Trotz etlicher dadurch verursachter Todesfälle und Rückrufen von mehr als 100 Mio. Pkw hat dies offenbar keinen Einfluss auf das Käuferverhalten.

Anders sieht’s beim Geld aus. Besonders sensibel reagieren Autokäufer, wenn der Motor und der damit verbundene Kraftstoff ins Spiel kommen. Die großen Alternativen, die in den vergangenen Jahren von Politik, Automobil- und Kraftstofferzeugern mehr oder weniger zwangsweise "eingeführt" wurden, zeigten: Sobald der Käufer um den gewohnten Wiederverkaufswert seines Autos fürchten muss und eventuell auch noch technische Probleme dazukommen, ist die Alternative "out". Das war mit den Biokraftstoffen so; an diesem Umstand beißen sich Auto- und Gaslobby auch beim Gasantrieb bis heute die Zähne aus. Und das droht nun auch beim Diesel.Wenn’s der Politik und der Autoindustrie nicht sehr schnell gelingt, das von ihnen vorher selbst zerstörte Vertrauen der Kunden wieder herzustellen, wird’s mit den Diesel-Marktanteilen weiter steil bergab gehen, der CO2-Ausstoß der Fahrzeugflotte jedoch steigen. Und damit die EU ihr selbst gestecktes Verbrauchsziel für 2020 verfehlen und viele Arbeitsplätze verschwinden. E-Autos werden so kurzfristig keine ausreichende Menge erreichen.

Für viele geht’s da um Geld und Überleben.

(Kurier) Erstellt am 06/06/2017