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12/14/2019

Warum Niki Laudas Staubsauger-Brabham demnächst "in Serie geht"

Gordon Murray arbeitet an einem Supersportwagen, für den er auf eine bekannte Technik zurückgreift.

von Michael Andrusio

1978 fuhr Niki Lauda nach dem Abgang bei Ferrari seine erste Saison für das Brabham-Team von Bernie Ecclestone. Konstrukteur des Autos war der Südafrikaner Gordon Murray. Es war die Zeit der Ground Effect Autos, mit denen vor allem Lotus die Rennen dominierte. Murray konstruierte daraufhin den BT46B - ein Rennwagen, der mit einer Art Staubsauger-System (deshalb wurde der Wagen auch als "Staubsauger-Brabham" bezeichnet) einen Unterdruck unter dem Auto erzeugte und so die Bodenhaftung schlagartig verbesserte.

Die Turbine am Heck war unübersehbar, wurde aber von Brabham offiziell als Teil der Motorkühlung bezeichnet. Murrays Idee war nicht neu, bereits 1970 baute Chaparral in den USA den 2J, der über einen zusätzlichen Zweitaktmotor einen Unterdruck unter dem Auto erzeugen konnte.

Der Brabham BT46B wurde beim GP von Schweden in Anderstorp erstmals eingesetzt und Niki Lauda gewann das Rennen überlegen vor Riccardo Patrese und Ronnie Peterson. Eine Woche darauf wurde das Auto aber offiziell verboten, nachdem sich die anderen Teams über die Brabham-Entwicklung heftig beschwerten und die Turbine am Heck "als bewegliche aerodynamische Einheit" eingestuft wurde.

Gordon Murray Automotive

Gordon Murray hat mittlerweile seine eigene Firma, Gordon Murray Design, und 2017 wurde Gordon Murray Automotive ins Leben gerufen. Ziel des Unternehmens ist es, exklusive Sportwagen in limitierter Stückzahl zu produzieren. Erstes Auto soll der T.50 werden. Für die Entwicklung des Autos hat sich Murray übrigens mit dem Formel-1-Team von Racing Point zusammengetan.

Was soll der T.50 können? Der T.50 soll ein echter Supersportwagen werden, wobei Murray die "Stausauger-Technik" des Brabham BT46B einsetzt. Eine 400-mm-große Turbine saugt die Luft unter dem Fahrzeug an und erzeugt einen Venturi-Effekt. Die Turbine kontrolliert so den Luftfluss sowohl unter als auch über dem Auto und sorgt so für die ausgeklügelste Aerodynamik, die es je an einem Straßenauto gegen hat (so Murray). Und man kommt dank dieser Technologie auch ohne zusätzliches Flügelwerk aus.

Insgesamt stehen dem Fahrer sechs verschiedene Aero-Modes zur Verfügung - vom Auto-Modus über Brems-Modus bis hin zum Vmax-Modus. Angetrieben wird der T.50 von einem Cosworth V12-Zylinder, der bis 12.000 Umdrehungen pro Minute drehen kann. Der Motor verfügt über einen 48-V-Starter-Generator, die Leistung geben die Briten mit 700 PS an.

Das Gewicht des hauptsächlich aus Kohlefaser gefertigten Supersportwagens liegt bei lediglich 980 kg. Und wie beim ebenfalls von Murray konstruierten McLaren F1 sitzt der Fahrer zentral im Auto.

Bleibt noch die Frage nach dem Preis. Der GMA T.50 kostet 2 Millionen Pfund (ohne Steuern) - also rund 2,4 Millionen Euro. Die meisten der 100 geplanten Fahrzeuge sind bereits bestellt, ausgeliefert wird ab Anfang 2022.

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