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04.03.2013

Gott sei Dank wird ein bissl geschummelt

Im dreitürigen i30 lässt es sich auch hinten als größer Gewachsener gut leben.

Coupé, das sei hier festgehalten, ist vielleicht etwas übertrieben. Sportcoupé erst recht.

Aber das bisschen Schummeln hat auch zwei Vorteile. Erstens ist es vergleichsweise leicht, durch die von den sehr langen Seitentüren frei gegebene Öffnung die Rückbank zu erklimmen. Und zweitens lässt es sich dort auch für größer Gewachsene durchaus auch in der Kopfregion aushalten, ohne den Scheitel zu gefährden.

Selbst in der stärksten Dieselversion ist der i30 kein Sportwagen, man sieht und fühlt es z.B. an der Beschleunigung. Aber er ist kultiviert, angenehm und sehr unaufgeregt zu pilotieren, bietet auch im Cockpit seriöse Ausstrahlung und ebensolche Materialanmutung – und wartet mit sehr gutem Gestühl samt Leder auf, wenn man extra 1390 Euro auf den Tisch gelegt hat. Wer zusätzlich 690 Euro gelöhnt hat, kann ohne Schlüssel einsteigen und starten und wird vom Auto schon bei der Annäherung begrüßt (die Seitenspiegel klappen aus und allerlei diskrete Beleuchtung geht an).

Fahren

Federung und Dämpfung sind komfortabel abgestimmt. Die als Extra montierten 17-Zoll-Räder mit Niederquerschnittreifen (225/45) machen optisch einiges her und lassen den i30 zwar auf gut ausgebauten Straßen als souveräne Fahrmaschine auftreten. Sie ziehen aber den Fahrkomfort auf holprigen Wegen naturgemäß etwas in Mitleidenschaft. Serienmäßig wären Pneus der Dimension 195/65 R15 montiert.

Während die Sache mit dem Gurtbringer auf Fahrerseite (leider aus unansehnlichem grauen Plastik) recht gut gelöst ist, blieb indes bis zum Schluss rätselhaft, warum ausgerechnet im Dreitürer keine funktionierende Seat Memory zu finden war – dabei gleiten die Vordersitze nach dem Vorschieben wieder exakt in die Ausgangsposition zurück. Sonst aber blieb kein Schatten, von der geteilt umlegbaren Rückbanklehne bis zu vielen Ausstattungsdetails, vom Navigationssystem bis Xenon-Licht, Rückfahrkamera und Audiosystem samt Subwoofer.

Hätte man im Testwagen das Hub-/Schiebeglasdach eingespart, wäre der Kaufpreis alles zusammen deutlich unter 30.000 Euro geblieben. Und das ist, gemeinsam mit dem herzeigbaren Durchschnittsverbrauch, doch einmal ein ernsthaftes Angebot.

Hyundai i30 Coupe 1,6 CRDi

Antrieb: 4-Zylinder-Diesel, Direkteinspritzer, 2 oben liegende Nockenwellen, 4 Ventile/Zylinder, Turbolader, Ladeluftkühler; Frontantrieb, 6-Gang-Getriebe; Spitze 197 km/h, 0–100 in 10,9 Sekunden; Euro5.

Hubraum: 1582 cm³ PS/kW: 128/94 maximales Drehmoment:260 Nm bei 1900 U/min

Fahrwerk: Selbst tragende Karosserie, vorn McPherson-Federbeine, Dreieckquerlenker, hinten Mehrlenkerachse, vorn/hinten Schraubenfedern, Gasdruckstoßdämpfer, Stabilisatoren, Scheibenbremsen (vorn innen belüftet), Zahnstangenlenkung mit Servounterstützung, ABS, Hill Assist Control/HAC (Berganfahrhilfe), elektronisches Stabilitätsprogramm ( ESP).

Maße (L x B x H): 4300 x 1780 x 1470 mm Wendekreis: 10,6 m Radstand: 2650 mm Kofferraum: 376–1316 l Zuladung: 499 kg Gesamtgewicht: 1920 kgTankinhalt: 53 Liter

Normverbr.: 4,1 l/100 km109 g/km CO² Testverbr.: 6,5 l/100 km

Preis:22.490 €

Preis Testwagen:30.520 €

Motorbezogene Versicherungssteuer: 462 €