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05.12.2011

Grüne Energie

Warum es für eine wirkliche Trendwende mehr braucht als Strom aus der Steckdose.

Heute klingt es unglaublich: Österreich hatte einmal einen derartigen Überschuss an Erdöl, dass sogar die Eisenbahn-Lokomotiven auf Ölbetrieb umgerüstet wurden, um die Nachfrage anzukurbeln.

Das Naphta oder Bergöl, wie Erdöl damals auch hieß, konnte in Kübeln aus Sickergruben oder von der Oberfläche von Gewässern geschöpft und nach Hause getragen werden.

Das war vor 100 Jahren. Österreich war noch keine Republik, sondern eine Monarchie, und Galizien, wo das Öl reichlich aus der Erde sprudelte, war Teil davon. Damit ist's lang vorbei.
Beim elektrischen Strom dagegen hat der Wandel noch gar nicht richtig begonnen. Jahrzehntelang war er in vielen Staaten Europas, vor allem in jenen mit potenter Kernkraft-Industrie, im Übermaß vorhanden und die Stromkonzerne ließen es sich viel kosten, neue Kunden und Märkte zu erschließen. Nicht nur die Haushalte wurden immer stärker "elektrifiziert" - vom Brotmesser bis zum automatischen Garagentor.

Und die Rechnung ging auf: Während der Verbrauch an fossiler Energie in den meisten Bereichen stetig sinkt, nimmt jener an elektrischer Energie stetig zu. In Österreich wie in den meisten Ländern Europas.

Ein großer Gewinn für die Umwelt, meinen viele. Auf jeden Fall für die Stromerzeuger, sagen die Börsianer. Doch für eine wirkliche Trendwende muss uns mehr einfallen: Sparen. Energie. Strom. Wie meinte vor Kurzem ein EU-Politiker in Brüssel: "Die beste grüne Energie ist die, die wir nicht verbrauchen."