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09.12.2011

Handfestes von der Tokio Motor Show

Die Neupositionierung nach der Krisen-Show vor zwei Jahren bringt viele Studien, wenig serienreife Premieren und die Rückkehr der Europäer.

Japan kann jeden Zuspruch gebrauchen. Und ist dankbar für jede Geste. Sei es nur das schlichte Faktum, dass man als Europäer angereist ist, um von der Tokio Motor Show zu berichten. Alleine dafür schon bedankt sich die Dolmetscherin, die wegen der Tsunami-Katastrophe und deren Folgen (Stichwort Fukushima) heuer kaum etwas zu tun hatte.

Waren den Veranstaltern vor zwei Jahren wegen der Sparprogramme der Hersteller in der Wirtschaftskrise die internationalen Aussteller abhandengekommen, so drohte das an einem neuen Termin (Anfang Dezember statt Ende Oktober) ausgerichtete Comeback der japanischen Auto-Messe heuer an den Folgen der Tsunami-Katastrophe zu scheitern.
Doch die als Lebenszeichen der in Mitleidenschaft gezogenen japanischen Autoindustrie gedachte Show hat heuer auch wieder internationale Aussteller angezogen. Vor allem die Deutschen (siehe Hintergrund).

Umso erstaunlicher mutet es da den europäischen Beobachter an, dass die japanischen Hersteller mit marktreifen Premieren eher zaghaft sind. Neben dem schon sehr konkreten Ausblick von Mazda auf den nächsten 6er (siehe Bildergalerie), bleibt es Toyota und Mitsubishi vorbehalten, handfeste Weltpremieren zu liefern.

Toyota nutzt Tokio, um den mit Subaru entwickelten Celica-Nachfolger in serienreifer Form zu zeigen. Der mit einem klassischen Sportwagen-Layout (Motor vorne, Antrieb hinten) konzipierte Viersitzer hört auf den Namen GT-86 und wird von einem 200 PS starken Zweiliter-Boxer angetrieben. Bei uns startet der Renner - der baugleich auch als Subaru angeboten wird - Mitte 2012.

Der Hybrid-Minivan mit Prius-Technik namens Aqua kommt so allerdings nicht nach Europa. Bei uns wird daraus der Yaris HSD, der ebenfalls noch vor dem Sommer starten soll. Ende `12 steht auch noch die Elektro-Version des Toyota IQ auf dem Europa-Programm, die in Tokio als Studie namens FT-EV III zu sehen ist.

Mitsubishi legt zwei Weltpremieren vor, die schon demnächst auch auf unseren Straßen zu sehen sein werden. Einerseits der Nachfolger des Colt, dessen weltweite Vermarktung im März starten wird. Der 3,7 m lange Fronttriebler wird von einem neu entwickelten 1-Liter-3-Zylinder-Motor bewegt. Ende 2012 startet die Europa-Version, 2013 ist davon auch eine Elektro-Version geplant.

Aber auch der nächste Outlander wird (zumindest teilweise) elektrisch fahren. Optisch und technisch entspricht er dem in Tokio noch als Studie präsentierten PX-MiEV III, der einen 2,0-Liter-Benziner (147 PS) mit einem aus einer Lithium-Ionen-Batterie gespeisten E-Motor (Aktionsradius ca. 50 km) zu einem Plug-in-Hybrid kombiniert. Herkömmlich angetrieben wird man den neuen Outlander schon im Herbst kommenden Jahres bei uns sehen. Und damit Mitsubishi als E-Auto-Pionier nicht in Vergessenheit gerät, kommt auch der kleinere ASX 2013 als Plug-in-Hybrid bei uns auf den Markt.

Wann dies für den Suzuki Swift mit Range Extender (Reichweitenverlängerer) der Fall sein wird, ist hingegen noch offen.

Bei Honda ist in puncto handfest zu vermelden, dass Ende 2012 ein neuer 1,6-Liter-Dieselmotor im Civic (siehe Seite 7) Premiere feiern wird. Und dass man wieder einen richtigen Sportwagen im Programm haben will.

Aber das ist eine Geschichte für den nächsten großen Autosalon - Anfang Jänner in Detroit.

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