News 05.12.2011

Heiße Alternative

Heiße Alternative
© KURIER/Boroviczeny

Lithium-Akkus sind die große Hoffnung, aber nicht die einzige Lösung für E-Mobile.

Die " Vlotte" in Vorarlberg, erste Modellregion für E-Mobilität in Österreich, hätte 2008 ohne sie nicht starten können. Die Hälfte der in Europa fahrenden E- Fahrzeuge haben sie - die Zebra-Batterie.

Sie hat als einzige Hochtemperatur-Batterie des Elektro-Booms vor 20 Jahren überlebt. Und kann als Einzige bei der Energiedichte mit aktuellen Lithium- Akkus mithalten. Allerdings wird ihr weniger Entwicklungspotenzial zugeschrieben. Damit schien ihr Ende besiegelt, zumindest als Energiespeicher für Pkw. Umso mehr, als weltweit gerade mit Milliardenaufwand Produktionswerke für Lithium-Akkus hochgezogen werden. Die sollen sich ja auch amortisieren.

Doch Totgesagte leben länger. Mit der Übernahme der bisher in Schweizer Besitz stehenden Zebra-Werke durch den italienischen Zulieferer Fiamm werden die Karten neu gemischt (siehe Überblick) . Fiamm ist Batterie- Profi, sowohl im Transport- wie im stationären Bereich.

Von dieser Expertise wird die Zebra-Batterie profitieren, durch entsprechende Produktionserhöhung wird der Preis sinken. Schon derzeit ist sie spürbar billiger als Lithium-Akkus. Von diesen unterscheidet sie sich auch durch ein umfassendes und voll funktionierendes Recycling sowie reichlich billige Rohstoffe (Kochsalz).

Selbst ihr Nachteil, die hohe Betriebstemperatur der Zebra, hat sich in Vorarlberg als Vorteil herausgestellt: Anders als die temperaturempfindliche Lithium-Batterie behält die Zebra ihre Leistung bei Kälte wie bei Hitze, so der Vlotte-Projektleiter.

Den Lithium-Akkus kann eine Alternative nur guttun. Den Kunden auch.

(Kurier) Erstellt am 05.12.2011