News 05.12.2011

Hoher Preis

Hoher Preis
© KURIER/Boroviczeny

Spät, aber doch reagiert die Politik auf das hohe Risiko bei Mopedfahrern.

Man schrieb das Jahr 1997. Es war die Zeit des Elchtests für Mercedes, aber auch das Jahr, in dem bei uns das Mindestalter für Mopedfahren auf 15 gesenkt wurde.

Die Bedenken vieler Verkehrssicherheitsexperten wurden von den Politikern, die mit Mehrheit dafür stimmten, überhört. Nicht einmal eine entsprechende Ausbildung für diese Hochrisiko-Gruppe hielten sie für nötig. Daran konnte auch Robert Hochner, spitzzüngiger TV-Star und bei der damaligen ARBÖ-Gala zum "Großen Österreichischen Automobilpreis" als Moderator engagiert, nichts ändern. Zumindest sorgte er für heftige Diskussionen, als er den bei der Gala anwesenden damaligen Bundeskanzler Viktor Klima sinngemäß fragte, ob Österreich es sich leisten könne, junge Menschen zu opfern.

Tatsächlich forderte die Regelung einen hohen Blutzoll: Lag die Zahl der getöteten 15-jährigen Mopedlenker vor 1997 bei 0 bis 1 laut Kuratorium für Verkehrssicherheit, so sind es inzwischen im Schnitt fünf. Die Zahl der Verletzten stieg von rund 25 auf fast 1700 im Jahr 2009. Auf entsprechende Kritik reagierte der Fahrzeughandel gereizt: Man müsse auch ans Geschäft denken, so eine Lobbyistin.

Doch langsam begannen die Politiker zu reagieren. Nach und nach wurden die Bedingungen für die Fahrerlaubnis für die 15-Jährigen verschärft. Seit Herbst 2009 ist eine Ausbildung samt acht Fahrstunden und Prüfung für einen Mopedausweis für sie Pflicht. Erste positive Folgen zeigen sich bereits in der Unfallstatistik.

Seit dem 1. September gilt diese Ausbildungspflicht für alle Lenker von Mopeds und Mopedautos. Spät, aber doch.

(Kurier) Erstellt am 05.12.2011