Zweirad
18.03.2017

Honda CBR1000RR Fireblade: Feine Klinge

Statt im Wettbewerb um das stärkste Superbike mithalten zu wollen, heißt das Rezept für schnelle Rundenzeiten weiterhin: Totale Kontrolle.

Ein Vierteljahrhundert ist es her, dass erstmals ein Fireblade getauftes Motorrad aus den Honda-Werkshallen in Japan rollte. Kaum ein anderes Sport-Motorrad hat sich zu einer solchen Legende gemausert wie das Superbike-Flaggschiff der Japaner, gilt die Fireblade doch seit ihrer Erstauflage 1992 als Technologie-Vorreiter und Paradebeispiel für Zuverlässigkeit, Präzision und Effizienz. Nicht zuletzt 23 Siege bei der Tourist Trophy, 43 Siege in der Superbike-WM, 9 Triumphe beim 8-Stunden-Rennen von Suzuka und weltweit 470.000 verkaufte Exemplare legen Zeugnis von der Erfolgsgeschichte des Honda-Musterschülers ab.

Weil seit der letzten umfangreichen Erneuerung im Modelljahr 2008 ein Update der CBR1000RR überfällig war, nahmen die Japaner das Jubiläum zum Anlass, 90 Prozent der Komponenten zu überarbeiten und so die Lücke zur Konkurrenz von Yamaha, Kawasaki, BMW, Ducati und Aprilia endlich zu schließen.

Erstmals bei Honda bekommt ein Reihenvierzylinder-Motorrad daher Ride by Wire implantiert, das die technische Grundlage für elektronische Assistenzsysteme wie Traktionskontrolle, Wheelie-Control, Riding-Modes und Motorbremsregelung darstellt. Eine Sensorbox von Bosch wacht 100 Mal pro Sekunde über die fahrdynamischen Parameter der neuen CBR1000RR Fireblade und stellt die Daten den klugen neuen Elektronik-Helferleins wie dem modernen Kurven-ABS bereit.

Gewichtsreduktion

Trotz des umfangreichen Aufrüstens wurde das CBR-Gesamtgewicht um beachtliche 15 Kilo abgespeckt. Damit ist die auch optisch merklich erschlankte Fireblade aktuell der leichteste Vierzylinder-Bolide auf dem Markt und protzt bei 196 Kilo fahrfertig mit 14 Prozent verbessertem Leistungsgewicht (0,97 PS pro Kilo) im Vergleich zur Vorversion. Mit 192 PS und 114 Newtonmetern positioniert sich die neue CBR1000RR in Sachen Potenz dennoch nicht ganz an der Spitze der aktuellen Superbike-Nahrungskette.

Muskel-Protzerei stand bei der Umsetzung des Fireblade-Konzepts nicht im Vordergrund, denn eine Hand voll Pferdestärken mehr oder weniger entscheiden laut Honda nicht über Sieg oder Niederlage: "Total Control" lautete das Gebot bei der Entwicklung. Das Hightech-Bike will sich besonders durch allürenfreie Beherrschbarkeit als ideales Werkzeug für schnelle Rundenzeiten hervortun.

Dieses Ziel haben die Entwicklungsingenieure nicht nur dank umfangreicher Implementierung von Bits und Bytes erreicht, sondern auch durch die hervorragende Abstimmung von Rahmen und Fahrwerk.

Die Steifigkeit von Rahmen und Schwinge wurde überarbeitet und lässt die Fireblade noch präziser als je zuvor der angepeilten Linie folgen. Widerstandslos klappt sie von einer Schräglage in die andere – ganz ohne nachdrückliche Steuerimpulse am Lenker oder übermäßigen Körpereinsatz.

Standard oder SP

Unkompliziert erweist sich auch die Bedienung von Traktionskontrolle und Co, die dank des brillanten Farb-TFT-Displays leicht von der Hand geht.

Wem die üppige Ausstattung der Standard-Fireblade um 20.790 Euro nicht gut genug ist, der greift zur 5200 Euro teureren, ein Kilo leichteren SP-Variante. Serienmäßig mit an Bord sind dann außerdem Schaltassistent, Lithium-Batterie, Brembo-Bremsanlage, ein federleichter Titan-Tank und das semiaktive Öhlins-Fahrwerk.

Video

Nicky Hayden fährt die CBR1000RR Fireblade