News 19.04.2012

Honda Civic: Schick, stark und sparsam

Honda Civic: Schick, stark und sparsam
© Hersteller / Honda

Die neue Generation der Schrägheck-Limousine ist bodenständiger, aber immer noch ein bissl abgehoben.

Kompakte Schrägheck-Limousinen unterliegen allesamt einem gewissen Uniformzwang. Den Unterschied, ob das Auto jetzt aus Europa, Japan oder Südkorea stammt, machen da meist nur die Markenlogos.

Eine Ausnahme gibt’s: Den Honda Civic. Zwar ist die neue Generation insgesamt weniger futuristisch, weniger extrovertiert, somit reifer, konservativer und auch ein bissl ernsthafter, aber immer noch individuell und charakterstark genug, einen Civic sofort aus der Masse der vielen Mitbewerber herauszuklauben.

Clever: Aufklappbare Sitze.
© Hersteller / Honda

Der Civic der 9. Generation ist um fünf Zentimeter länger als das Vorgängermodell, ein Umstand, der sich positiv auf die Platzverhältnisse der Hinterbänkler auswirkt: Die genießen opulente Raumverhältnisse, weil sie sich über genügend Fuß-, Ellbogen und – trotz der coupéhaften Dachlinie – über ausreichend Kopffreiheit freuen dürfen. Wie überhaupt das Kapitel "Raum" ein zentrales Anliegen gewesen sein dürfte, ist doch kein anderes Kompaktauto so geräumig und variabel wie der Civic. Ebenso herausragend wie genial sind die wie Kinosessel aufklappbaren Rücksitze für den Transport von sperrigem Ladegut – ein kinderleichter Handgriff und die Dinger sind oben.

Müssen die Rücksitzlehnen zwecks Vergrößerung des Kofferabteils umgeklappt werden, ergibt sich eine ebene Staufläche mit einem Ladevolumen von 1342 Liter. Grund: Der Tank sitzt nicht wie üblich hinten über der Achse, sondern mittig unter den Sitzen. Das Ladevolumen ist Rekord in der Golf-Klasse, größer als bei manchem Lifestyle-Kombi.

Schlechte Sicht

Cockpit: Eigenwillige Lösung mit zwei Sichtebenen.
© Hersteller / Honda

Ob es wirklich eine gute Idee war, den Spoiler, der als Verbindung zwischen den Rücklichtern dient und quer durch die Heckscheibe läuft, beizubehalten, ist Ansichtssache. Fakt jedoch ist, dass die Durch- und Übersicht nach hinten miserabel ist.

Nichts zu jammern gibt’s beim Fahrkomfort, der präzisen Lenkung und beim Motor, zumindest nicht, solange es um die Dieselvariante geht. Der 2,2-Liter-Selbstzünder wird vom einem Turbolader auf 150 PS und 350 Newtonmeter aufgeblasen und erweist sich im täglichen Fahrbetrieb als ausgesprochen erfreuliche Antriebsquelle.

Der Vierzylinder überzeugt dank zweier Ausgleichswellen mit kultiviertem Lauf, sattem Durchzug und harmonischer Kraftentfaltung und – für einen Diesel – mit ausgeprägter Drehfreude.

Die Verknüpfung von opulenter Agilität und niedrigem Verbrauch – im Testmittel bescheidene 5,4 Liter auf 100 Kilometer – bereitet angesichts der heutigen Horror-Spritpreise auf jedem Kilometer großes Vergnügen.

STECKBRIEF: Honda Civic i-DTEC 2,2

Honda Civic i-DTEC 2,2
© Hersteller / Honda

ANTRIEB: 4-Zylinder-Diesel, Direkteinspritzer, 2199 ccm , 110 kW/150 PS bei 4000 U/min, maximales Drehmoment 350 Nm bei 2000 U/min, 2 oben liegende Nockenwellen, 4 Ventile/Zylinder, Turbolader, Ladeluftkühler, Partikelfilter, Euro 5; Kraftübertragung: Frontantrieb, 6-Gang-Getriebe.

FAHRWERK: Einzelradaufhängung, vorn McPherson-Federbeine, Querlenker, hinten Verbundlenkerachse, v/h Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Scheibenbremsen, Servolenkung, ABS, Bremsassistent, ESP; Maße: Länge x Breite x Höhe 4300 x 1770 x 1470 mm, Radstand 2595 mm, Wendekreis 11,6 m, Gewicht 1498 kg, Zuladung 412 kg, Gesamtgewicht 1910 kg, Kofferraum 467–1342 Liter, Tankinhalt 50 Liter, Anhängelast gebremst/ungebremst 1500 kg/500 kg.

MESSWERTE: Spitze 217 km/h, 0–100 in 8,8 sec; Testverbrauch 5,5 Liter Diesel/100 km, Reichweite 909 km; CO2 in g/km: 115.

KOSTEN: Steuer/jährlich € 567,60; Preis: € 26.220,–.

KURIER-Bewertung:

Plus: Starker, sparsamer Motor, großer, gut nutzbarer Kofferraum, praktische Sitzkinematik, präzise Lenkung, gute Handlichkeit, niedrige Innengeräusche.

Minus: Schlechte Übersicht nach hinten, wenig Ablagen, teils unpraktische Bedienung.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund

(Kurier) Erstellt am 19.04.2012