© Michael Andrusio

Dauertest
08/18/2014

Honda Civic Tourer: Ladeprofi mit kleinem Durst

Die Erkenntnisse nach der ersten Etappe im Motor-KURIER-Dauertest.

von Maria Brandl

Lange Stehzeiten gab’s bisher für den Honda Civic Tourer nicht: Innerhalb von nur zwei Monaten im Motor-KURIER-Dauertest hat der Kombi 10.000 km kreuz und quer durch Europa hinter sich gebracht und das ohne elektronische oder mechanische Aussetzer, so viel kann vorweg verraten werden.

Antrieb Besonders an ihm geschätzt werden zweierlei, der Antrieb sowie die Ladekünste.

Den Honda Civic Tourer gibt es mit einem 1,8-l-Benziner (142 PS) sowie einem 1,6-l-Turbodieseldirekteinspritzer. Unser Dauertestmodell ist mit dem 120 PS starken Selbstzünder ausgestattet, der mit einem Sechsgang-Handschaltgetriebe zusammenarbeitet. Wie der "große Bruder" beweist auch der jüngere "kleine" 1,6-Liter, dass exzellente Dieselmotoren keine Privileg europäischer Autobauer sind.

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Honda Civic Tourer Dauertest / Champagne…

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Honda Civic Tourer Dauertest / Champagne…

Auch der kleine Diesel erwies sich auf den ersten 10.000 km als durchzugsstark, kraftvoll selbst bei Überholvorgängen mit voller Beladung auf der Autobahn und dabei bescheiden im Verbrauch. Im Schnitt lag der Testverbrauch bei 5,36 l Diesel auf 100 km, trotz Klimatisierung und voller Beladung, wie im Fahrtenbuch mehrfach lobend erwähnt wird.

Das Sechsgang-Schaltgetriebe ist sehr gut auf die Motorcharakteristik abgestimmt. Selbst auf steilen Bergstrecken ist kein hoher Schaltaufwand nötig, allerdings liegen die Gänge ziemlich knapp nebeneinander. Das serienmäßige und deaktivierbare Start-Stopp-System funktionierte bisher weitestgehend unauffällig.

Die Lenkung ist für ein japanisches Auto sehr europäisch direkt ausgelegt, die Bedienung diverser Funktionen vom Lenkrad aus, etwa des Tempomaten, ist vorbildlich einfach. Die Bremsen entsprechen dem Klassen-Niveau. Der Civic Tourer hat auch noch einen Handbremshebel, was etwa beim Losfahren bergauf, womöglich voll beladen, eine große Hilfe ist.

Ladegigant Apropos Gepäck: Die Ladekapazität beträgt mit 624 bis 1668 Liter mehr als bei Mitbewerbern, aber auch mehr als beim großen Bruder Accord Tourer (406 bis 1252 Liter). Darüber hinaus verfügt der Kombi über mehrere praktische Einrichtungen: Etwa ein großes Unterbodenfach, wo zwei mittlere Koffer oder mehrere Schachteln mit edlen Tropfen Platz finden. Zudem bietet der Civic Tourer dank der wie Kinosessel hochklappbaren Rücksitze ("Magic Seats") auch für sperrige Güter genügend Platz. Die Zuladung beträgt 450 kg, die Höhe der Ladekante 580 mm.

Komfort Wie wohl sich die Passagiere fühlen, hängt stark von ihrer Körpergeometrie ab. Im Fahrtenbuch finden sich sowohl Eintragungen mit Lob über den Langstreckenkomfort des Kombi wie auch verärgerte Bemerkungen. Letztere beziehen sich darauf, dass die Bedienung der steil stehenden Fahrpedale zusammen mit der Sitzgeometrie beim Lenker teilweise schon nach zwei Stunden Fahrt zu Krämpfen in den Füßen führte. Diese vor allem für größere Passagiere unangenehme Ergonomie könnte auf das Versetzen des Kraftstofftanks unter die Vordersitze zurückzuführen sein. Dies ermöglicht die "Magic Seats" im Fond, hat aber eben auch seine Schattenseiten. Was die Kopffreiheit betrifft, bietet der Civic Tourer gutes Mittelmaß. Die Geräuschkulisse ist angenehm dezent, einen kleinen Punkteabzug gibt’s für Windgeräusche an den Außenspiegeln.

Ausstattung Unser Testmodell entspricht der Version "Lifestyle" etwa mit Rückfahrkamera, die bei Schönwetter hilft, trotz unübersichtlicher Karosserie sicher zu rangieren. An Extras hat es etwa eine Metalliclackierung (486 €), ein Fahrerassistenzpaket 1 (930 €) mit Auspark-, City-Notbrems-, Fernlicht-, Spurhalte-, Toter-Winkelassistent plus Kollisionswarner und Verkehrszeichenerkennung. Dazu kommen eine HDD-Navigation (2269 €) und Xenon-Scheinwerfer (750 €). Über weitere Erkenntnisse lesen Sie im Zwischenbericht in ein paar Monaten im Motor-KURIER. Bis 31.8. bietet Honda einen Sommerbonus von bis zu 4000 €.

Honda Civic Tourer 1,6 i-DTEC

Antrieb: 4-Zylinder, Diesel-Direkteinspritzer, 2 oben liegende Nockenwellen, 4 Ventile/Zylinder, Turbolader, Ladeluftkühler, Start-Stopp; Frontantrieb, 6-Gang-Schaltgetriebe

Spitze 195 km/h, 0–100 in 10,5 sec; Euro 5.

Hubraum: 1597 cm³

PS/kW: 120 PS/88 kW

maximales Drehmoment:300 Nm bei 2000 U/min

Fahrwerk: Selbst tragende Karosserie, vorn McPherson, Querlenker, hinten Verbundlenkerachse, Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Scheibenbremsen (vorn innen belüftet), Zahnstangenlenkung mit elektr. Servolenkung, ABS, Bremsassistent (BA), elektron. Stabilitätsprogramm (ESP), Berganfahrhilfe. Anhängelast gebremst/ungebr. 1400/500 kg, Ladekantenhöhe 580 mm, Bodenfreiheit 145 mm.

Maße (L x B x H): 4535 x 1770 x 1465 mm

Wendekreis: 11,9 m Radstand: 2595 mm Bremsweg kalt: 36,1 m Bremsweg warm: 35,5 m

Kofferraum: 624–1668 l Zuladung: 450 kg Gesamtgewicht: 1910 kg Tankinhalt: 50 l

Normverbr.: 3,9 l/100 km 103 g/km CO²

Testverbrauch: 5,4 l/100 km

Preis: 27.570 €

Preis Testwagen: 32.005 €

Motorbezogene Versicherungssteuer: 476,16 €