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Fahrbericht
08/08/2015

Honda Jazz: Mehr Platz ist in keiner kleinen Hütte

Das kleinste Modell der Japaner kommt mit neuem Motor, frischerer Optik und noch mehr Platz als früher.

von Horst Bauer

Wegen des neuen Motors wird ihn wohl kaum wer kaufen. Wegen der verbesserten Stufenlos-Automatik übrigens auch nicht. Und wegen des "Intelligent Speed Limiter" schon gar nicht (aber dazu später mehr).

So viel kann nach den ersten Schnupper-Kilometern mit dem neuen Honda Jazz schon gesagt werden. Und zwar nicht, weil der Antriebsstrang so schlecht wäre, sondern weil der kompakte Honda ein viel besseres, alle Kompakt-Konkurrenten überstrahlendes Argument für sich zu bieten hat. Und das ist eindeutig sein überragendes Platzangebot, gepaart mit einer einzigartigen Verwandlungsfähigkeit des Innenraumes.

Dies um so mehr, als der neue Jazz gegenüber seinem, auf diesem Gebiet ebenfalls schon brillierenden Vorgänger, noch bedeutend zugelegt hat. So ist er um 95 mm länger und verfügt über einen 30 mm längeren Radstand, was sich unter anderem in noch mehr Knie- (65 mm) und Beinfreiheit (115 mm) für die Fondpassagiere und 17 l mehr Kofferraum (354 bis 1314 l) niederschlägt. Natürlich kann auch die Beifahrersitzlehne umgeklappt werden, was bei umgelegten Rücksitzen dann eine Durchladelänge von knapp zweieinhalb Metern ergibt (plus 80 mm). Und weil die Sitzflächen im Fond im Stil von Kinosesseln nach oben geklappt werden können, sind auch bis zu knapp 1,3 m hohe Gegenstände problemlos verstaubar.

In Fahrt

Aber natürlich soll sich das Laderaumwunder mit seiner Fracht auch von A nach B bewegen. Dafür sorgt ein neuer 1,3-l-Benziner mit 102 PS, der sein maximales Drehmoment von 123 Nm allerdings erst bei 5000 Touren abliefert. Koppelt man ihn mit dem manuellen 6-Gang-Getriebe und scheut man sich nicht davor, den Schalthebel auch öfter zu benutzen, lässt sich hinsichtlich Agilität etwas Schadensbegrenzung betreiben. Zumal das Fahrwerk ohnehin eher unterfordert wirkt.

Wer zur Stufenlos-Automatik greift, sollte alle eventuellen sportlichen Ambitionen fahren lassen und sich über die besseren Werte im Normverbrauch freuen (106 zu 116 g/km CO2), die für eine bis zu 2 Prozentpunkte niedrigere NoVA sorgen.

Den ab dem zweiten Ausstattungsniveau serienmäßigen "Intelligent Speed Limiter" hingegen sollte man getrost vergessen. Die automatische Übernahme der (wie auch bei der Konkurrenz) sehr fehleranfälligen, kamerabasierten Verkehrszeichenerkennung in den sonst manuell einstellbaren Tempo-Begrenzer ist ein Quell steten Ärgers, wie die ersten Versuche in der Praxis gezeigt haben.

Lob gebührt den Entwicklern jedoch für die gewährte Möglichkeit, die Neigung der Kopfstützen zu verstellen.

Der neue Honda Jazz ist ab September zu haben. Der Einstiegspreis liegt bei € 15.990,–.

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