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05/13/2022

Höchst aktiver Sportler in Kleinwagen-Tarnung

Wie sich der stärkste Hyundai i20 fährt und wie die Kurvenwarnung auch anders ausgelegt werden kann

von Horst Bauer

Der Hyundai i20 N stammt von dem in den vergangenen Saisonen so erfolgreichen WRC-Auto der Koreaner ab. Auch wenn er keinen Allradantrieb hat und natürlich nicht die Leistungsdaten des puren Rallye-Boliden bietet, reicht es allemal für etwas Imagetransfer auf die Straßen des Alltags

Und das wird stolz aber nicht zu aufdringlich hergezeigt. Gerade einmal der extra Heckspoiler setzt in dieser Hinsicht ein stärkeres optisches Ausrufungszeichen.

Im Cockpit ist vom Platz des Piloten aus alles Wichtige gut überschau- und erreichbar. Man merkt, hier sitzt man in einem Auto für Menschen, die Freude daran haben, selbst zu fahren. Nur als ein Indiz von vielen sei angemerkt, dass etwa der piepsende Spurverlassenswarner ausgeschaltet bleibt, wenn man sich einmal dafür entschieden hat.Und sich nicht wie bei anderen Modellen selbsttätig nach jedem Neustart wieder aktiviert.

Ein paar digitale Gimmicks müssen aber in dieser Liga heutzutage schon sein: Dazu zählt zweifelsohne der rote Knopf am Lenkrad, mit dem man automatisches Zwischengas beim Herunterschalten aktivieren kann. Eigentlich sollte das ein Pilot, der bewusst in einem i20 N sitzt, ja selbst können. Aber was übernehmen die Algorithmen heutzutage nicht sonst schon alles.

Kurvenwarner einmal anders

Von einer sympathischen Verspieltheit der Entwickler von Hyundai zeigt auch noch ein anderes spezielles Detail. Erkennt das System aufgrund der Navi-Daten enge Kurven voraus, poppt in der Anzeige vor dem Fahrer eine entsprechende Meldung auf. Allerdings nicht mit drei blinkenden Warnzeichen versehen und allfälligen vorauseilenden Eingriffen in das Fahrprogramm. Vielmehr erteilt es dem Piloten den Rat, für den kommenden Streckenabschnitt doch in den schärfsten N-Modus zu wechseln. Was mit einem Knopfdruck gemacht werden kann, ohne die Hände vom Lenkrad nehmen zu müssen.

Das ist lustig auf der Landstraße, wird aber auch auf der Autobahn angezeigt. Wo es mit der Zeit leicht nervig werden kann.

Dank der guten Spreizung der Fahrprogramme lässt es sich mit dem scharfen i20 N aber auch - relativ - gemütlich bummeln. Das tut dem Verbrauchswerten gut. Der Testschnitt lag bei 7,0 Liter /100 km. Auf längeren regelkonform absolvierten Autobahnabschnitten sank die Anzeige auch auf 6,8 l.

Was hat der Hyundai i20 N also zu bieten? Viel Drehmoment über ein breites Band verteilt, ein gut abgestimmtes, knackig zu schaltendes 6-Gang-Getriebe mit passenden Anschlüssen, geringes Eigengewicht und einen kurzen Radstand. Was will das Sportfahrerherz mehr?

Wer sich eine komfortablere Federung erwartet, ist im falschen Auto gelandet.

 

Antrieb: Vierzylinder-Turbo-Benziner, Hubraum 1.598 cm3, 150 kW / 204 PS, maximales Drehmoment 274,7 Nm zwischen 1.750 - 4.500 U/min. Vorderradantrieb, 6-Gang-Schaltgetriebe.

Fahrleistungen: Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 6,2 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 230 km/h.

Abmessungen: Länge x Breite x Höhe 4.075 / 1.775 / 1.440 mm, Radstand 2.580 mm, Eigengewicht 1.190 - 1.220 kg, Gesamtgewicht 1.650 kg, Kofferraumvolumen 352 - 1.165 l, Tankinhalt 40 l.

Verbrauch: Normverbrauch nach WLTP 7,0 l / 100 km (158 g/km CO2). Testverbrauch 6,8 - 7,0 Liter.

Kosten: Grundpreis Hyundai i20 N 30.990 €.
Preis des Testwagens: 33.480 €.

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