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19.04.2012

Hyundai i40: Zwischenfazit im Dauertest

© Bild: Hersteller / Hyundai

Bei Kilometerstand 11.951 gibt es das Semesterzeugnis für den Kandidaten. Zur Betragensnote "Sehr gut" kommen noch ein paar Anmerkungen.

Die Spalte "Bemerkungen" im Fahrtenbuch des Hyundai i40 enthält inzwischen zwei Berichte über kleine Vorkommnisse, die sich wundersamerweise von selbst gelöst haben. Bei km 10.565 wollte die elektronische Handbremse partout nicht öffnen. Ein Neustart des Wagens löste das Problem höchst elegant. Dieses probate Mittel hatte sich auch schon beim Absturz von Bordcomputer und Navigation (km 6201) bewährt.

Den harten Winter hat der Hyundai sehr gut überstanden, sieht man von einer einmalig eingefrorenen Parkbremse ab. Über die Heizung gab es jedenfalls definitiv nichts zu klagen. Außerplanmäßige Werkstattbesuche gab es bisher überhaupt nicht. Lediglich bei km 11.902 bekam der Koreaner zwei Liter Motoröl spendiert, die er per Öldruckkontrollleuchte unmissverständlich eingefordert hatte.

Lob

© Bild: Hersteller / Hyundai

Hohe Anerkennung, heute mehr noch als zu Dauertestbeginn, zollen alle Piloten der uneingeschränkten Langstreckentauglichkeit des Kombis, dem guten Gestühl sowie dem überragend großen Platzangebot, zumal auf der Rückbank und im riesigen Kofferraum. Lob setzte es auch für die leichtgängige Schaltung. Der Motor ist ein braver, der allerdings in unteren Drehzahlregionen eher mau zu Werke geht. Der Verbrauch hat sich seit dem Start nur unwesentlich auf jetzt 7,3 l/100 km gesenkt. Was sämtliche Passagiere freut: Die sehr üppige Ausstattung (inkl. Schiebedach, Rückfahrkamera und "Smart Key", also schlüsselloses Einsteigen und Starten), die den Kaufpreis im Klassenvergleich doppelt interessant macht.

Während Materialien und Verarbeitung zunächst durchwegs gelobt wurden, musste hier mit der Zeit eine kleine Einschränkung gemacht werden: Ein ominöses Geräusch aus dem Heckbereich, eine Art Klappern, das noch dazu nicht immer hörbar ist, sorgte bereits für zwei bitterböse Einträge im Fahrtenbuch. Womöglich handelt es sich um einen scheuen Klopfgeist.

Klappe

© Bild: Hersteller / Hyundai

Auch die Tatsache, dass die Heckklappe sehr schwergängig und schwerfällig ist (das können von der Kinematik her andere Hersteller besser) und das Öffnen und Schließen einiges an Kraftaufwand erfordern, sorgte schon für umwölkte Gesichter. Und der redaktionsinterne Spezialist für Navigationssysteme monierte das Datenmaterial, das im Fahrtenbuch als "mickrig" tituliert wurde, weil es mehrere große Straßen in Wien nicht beinhaltet. Womöglich findet sich da irgendwann eine Aktualisierung.

Ansonsten ist die Bedienung des Hyundai innen stets eine logische Sache und ein Kinderspiel. Das gilt auch für die kluge Einteilung des Kofferraums und die dort untergebrachten diversen Fächer und Deckeln. So soll das sein. Dass Klavierlackoptik im Cockpit die Anfälligkeit für Fingerabdrücke und sichtbaren Staub erhöht, ist auch in anderen Autos zu studieren. Auffällig auch, dass die Innenseiten der sehr breiten Türschweller vorne und hinten nach einer Wagenwäsche extra gereinigt werden müssen, weil sich hier Schmutz sammelt und eintrocknet.

Unterm Strich war der Hyundai i40 bisher jedenfalls ein zuverlässiges und komfortables Reisemobil, das jederzeit auch Langstrecken in Angriff nehmen kann. Innen zeigen sich bisher noch keinerlei Gebrauchsspuren – und das ist bei Weitem nicht selbstverständlich.

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