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Zweirad
04/18/2014

In der Schule des Trialfahrens

Was man in der hohen Schule der Balance lernt, führt auf der Straße zu mehr Sicherheit.

von Peter Schönlaub

Schaut man den Profis zu, dann ähnelt Trialfahren eher Zirkusartistik denn einer Sportart: Da wird balanciert, gesprungen, am Hinterrad getänzelt oder zur Abwechslung auch am Vorderrad. Und dann überwinden die Stars Hindernisse, vor denen jede Gams zurückscheut.

Aber Trialfahren kann auch einem ganz anderen Zweck dienen: der Perfektionierung der Fahrtechnik. Dieses Lied singt Richard Hitzler, 44, schon seit Jahren. Als vierfacher Trial-Staatsmeister und hauptberuflicher Verkehrspolizist betreibt er eine Trialschule am Stadtrand von Wien. Dort kann man diese Art des Motorradfahrens von Grund auf lernen oder perfektionieren, und Hitzler weiß: "Trialfahren kommt einem für jede andere Art des Bikens zugute. Egal ob ich Motocross, Enduro oder einfach nur auf der Straße fahre: Was ich beim Trial lerne, kann ich überall gebrauchen."

Konkret sind es vor allem das Balancegefühl, die Koordination und die Blicktechnik, die beim Trialfahren geschult werden – und all das bei langsamen Geschwindigkeiten und damit verbundener geringer Verletzungsgefahr.

Lernen für die Straße

Die Blicktechnik liegt Hitzler dabei besonders am Herzen: "Im Gelände muss ich immer vorausschauend fahren und mir vor einem Hindernis überlegen, wie ich damit umgehe. Hat man diese Art des Motorradfahrens verinnerlicht, dann wird man auch auf der Straße besser und sicherer unterwegs sein."

Positive Nebeneffekte: Trialfahren ist ein gutes Workout für die Physis – und macht Spaß.

Wer erst einmal ausprobieren will, ob einem dieser Sport liegt, für den empfiehlt sich der Besuch der Trialschule oder eines Trialparks. Meist kann man dort wie bei Hitzler Fahrzeuge und Equipment ausborgen. Hat man Spaß an der Sache gefunden, dann zeigt sich ein weiteres Argument für Trial: Die Kosten für Motorrad und Ausrüstung sind überschaubar. "Trialfahren ist der günstigste Motorsport", sagt Hitzler.

www.trialschule.at

Schlankes Einsteigergerät

Mit einem Preis von 5295 Euro ist das TXT Eco eine der günstigsten Möglichkeiten, auf hohem Niveau in den Trialsport einzusteigen. Wie in diesem Segment weitestgehend üblich, verfügt das Modell über einen wassergekühlten, mit Vergaser bestückten Einzylinder-Zweitakter (getankt wird Gemisch 1:100 mit Super Plus 98 ROZ) sowie ein Sechsgang-Schaltgetriebe. Die Leistung beträgt gut 22 PS, das Gewicht liegt mit 67 Kilo leicht über dem Elektrotrial (siehe unten).

In den 2014er Jahrgang flossen erneut einige Verbesserungen ein: Der Wasserkühler wurde leistungsfähiger, das Design wieder eine Spur hübscher, das Fahrwerk modifiziert. Einsteiger haben übrigens die Wahl zwischen 250 oder 280 Kubikzentimeter. "Reine Geschmacksache", erklärt Experte Wolfgang Leitner. Die 250 lasse sich leichter dosieren, aber das Plus an Kraft der 280 helfe mitunter in kniffligen Situationen. Auch die TXT Eco lässt sich recht einfach für die Straße zulassen; ein entsprechendes Kit mit dafür notwendigen Teilen kostet lediglich 159 Euro.

Leisetreter aus Österreich

Idee und Umsetzung des Bikes stammen aus Österreich – genauer gesagt von Wolfgang Leitner, der beim Importeur BLM die Geschicke von GasGas leitet. 2009 begann er mit dem Projekt, einen Elektromotor in ein Chassis von GasGas einzubauen (das geschieht bis heute in Bruck/Mur); im Herbst 2011 wurden die ersten E-Trials an Kunden ausgeliefert. Mit inzwischen rund 70 verkauften Bikes ist das Projekt ein Erfolg und wird ständig weiterentwickelt.

Die jüngste Evolutionsstufe besitzt einen Lithium-Polymer-Akku, der in 30 Sekunden getauscht werden kann. Eine Ladung reicht je nach Einsatz zwischen 45 und 90 Minuten Trialspaß und dauert an jeder mit 16 Ampere abgesicherten Steckdose gut zwei Stunden. Der Elektromotor von ETA aus Deutschland bringt 14 PS Spitzenleistung. Wichtig für Einsteiger: Über ein Potenziometer – einen Drehregler – lässt sich die Power je nach Können anpassen. Das Fahrgestell entspricht der hochwertigen TXT Pro Racing Klasse, samt Akku wiegt das Gerät nur 63 Kilo. Preis: 9095 Euro, ein Zweitakku kostet 1790 Euro.

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