News 05.12.2011

Infiniti G37x GT: Neuer Luxus für die Mitte

Infiniti G37x GT: Neuer Luxus für die Mitte
© Werk

Die Kleinere der beiden Limousinen der in Österreich gerade startenden japanischen Luxus-Marke von Nissan im ersten Praxistest.

Jetzt geht's richtig los. Wenn im Frühjahr der erste Händlerbetrieb der Luxus-Marke von Nissan in Österreich eröffnet (in Brunn/Gebirge bei Wien), geht auch bei uns der Versuch der Japaner in die entscheidende Phase, im lukrativen Premium-Segment Fuß zu fassen,

Infiniti G37x GT: Eher unauffällige Erscheinung.
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Eines der Modelle, mit denen gelingen soll, woran die japanische Konkurrenz bisher gescheitert ist, wurde auf den wenig einprägsamen Namen G37x getauft. Die Mittelklasse-Limousine mit 7-Gang-Automatik und Allradantrieb bietet sich als Alternative zu den drei Königen dieses Marktsegments an (Audi A4, BMW 3er, Mercedes C-Klasse) und will mit hoher Qualität und Luxus-Ausstattung punkten.

Hier gibt es auch nichts auszusetzen. Seriöse Verarbeitung, solide Materialien und allerlei Annehmlichkeiten an Bord sorgen für Wohlfühl-Atmosphäre.

Der Pilotensitz fährt automatisch auf die eingespeicherte Position, der Wagenschlüssel kann im Sack bleiben und die Fondpassagiere können die Neigung der Sitzlehne individuell einstellen. Der große Monitor liefert ein übersichtliches Bild vom Geschehen hinter dem Auto und wenn es nach vorne los geht, bieten sich feststehende Schaltwippen hinter dem Lenkrad zur Fahrstufen-Wahl an. Dabei dringt nur bei voller Kraftentfaltung das sonore Brummen des Sechszylinders ins Cockpit, sonst kommen Geräusche nur auf Wunsch aus der Bose-Anlage samt Festplattenspeicher.

Der Teufel steckt jedoch im Detail. So bleibt unverständlich, warum der Infiniti-Premium-Kunde zum Öffnen und Versperren des Autos auf einen (meist verschmutzten) Knopf an der Türschnalle tappen muss (sofern er nicht mit der konventionellen Fernbedienung am Schlüsselanhänger operiert), wenn beim nebenan parkenden Renault-Fahrer, dessen Schlüssel-System aus
dem selben Baukasten stammt, alles berührungslos funktioniert. Oder warum der Kofferraum nur via einer schmalen Durchreiche in der Mittelarmlehne der Fondsitze erweiterbar ist, die Rückbank aber nicht umgelegt werden kann.

Nicht kleinlich

Infiniti G37x GT: Eher unauffällige Erscheinung.
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Im Fahrbetrieb zeigt sich, dass man bei der Motorisierung nicht kleinlich war und die geräumige Limousine nicht nur mehr Platz bietet als die deutschen Platzhirschen, sondern in den Fahrleistungen mit ihnen auch durchaus mithalten kann. Beschleunigung und Durchzug lassen nichts zu wünschen übrig und selbst auf der deutschen Autobahn muss man sich nicht verstecken. Auch wenn's kurvig wird, merkt man ihm an, dass er mit Europa im Blick entwickelt wurde und die vornehmlich auf US-Highways absolvierte bisherige Karriere kaum merkbar ist.

Die Entwickler sind eher einen Schritt zu weit in die neue Richtung gegangen und haben das Fahrwerk äußerst straff abgestimmt. Vor allem über Querrillen in der Fahrbahn werden die Passagiere nie im Unklaren gelassen.

Unterm Strich bleibt der G37x eine Alternative für alle, die aus dem die Klasse dominierenden Dreigestirn einmal ausbrechen wollen, ohne sich auf Qualitätsexperimente einzulassen.

(Kurier) Erstellt am 05.12.2011