Jaguar F-Pace

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Fahrbericht
05/05/2016

Jaguar F-Pace: Der Jaguar fürs Grobe

Mit dem bei uns ab sofort verfügbaren F-Pace startet jetzt auch die britische Nobelmarke in die SUV-Welt. Und das – wie ausführliche Ausfahrten mit den verschiedenen Motorisierungsvarianten gezeigt haben – so sportlich wie erwartet.

von Horst Bauer

Die Allrad-Expertise hat man ja im Haus. Das Problem bei Jaguar Land Rover (JLR) war eher, den ersten Jaguar in SUV-Gestalt weit genug von den luxuriösen Gelände-Experten aus dem eigenen Stall abzusetzen. Schließlich sollen ja nicht Kunden von Range Rover & Co. abgeworben werden, sondern von der Konkurrenz. Denn laut Peter Modelhart, Chef von JLR in Österreich, Deutschland und Tschechien, erwartet man eine Eroberungsquote von 90 %.

Also hat man den F-Pace in die sportliche Ecke des Konkurrenzumfeldes gestellt und misst sich dort mit Porsche Macan oder BMW X4. Allerdings mit der bei JLR gewohnten Spreizung des Angebots, reicht doch die Motorenpalette des F-Pace vom Vierzylinder-Diesel mit 180 PS bis zum Sechszylinder-Kompressor-Benziner mit 380 PS. Und dementsprechend auch die Preisspanne von € 44.850,– bis € 90.300,–. Zum Vergleich: Einen Porsche Macan bekommt man erst ab rund € 65.000,–.

Die Praxis

Soweit die Marketing-Theorie. Ob das Auto all diesen Erwartungen auch in der Praxis gerecht werden kann, sollten die ersten Kilometer am Steuer serienreifer F-Pace-Modelle zeigen. Auch wenn über deren Autobahn-Fähigkeiten mangels entsprechendem Geläuf am Ort des Geschehens in Montenegro noch nichts zu sagen ist, mit den dort reichlich vorhandenen Bergstraßen und Feldwegen (vom matschig bis felsig) wird der F-Pace souverän fertig.

Vom Fahrwerk her eher sportlich ausgelegt, giert er geradezu nach Kurven aller Radien und gibt sich da auch beim Anbremsen keine Blößen. Einerseits wegen der sehr standfesten Bremsen selbst, anderseits aber auch wegen des dank Alu-Karosse überschaubaren Eigengewichts (ab 1665 kg).

Dafür, dass es nach dem Kurven-Scheitelpunkt entsprechend sportlich weitergeht, sorgen 8-Gang-Automatik und der heckbetont ausgelegte Allradantrieb (wer unbedingt will, kann auch ein Hecktriebler mit manuellem 6-Gang-Schalter haben).

Von den Motoren zeigte sich auch schon der selbst entwickelte Vierzylinder-Diesel als durchaus seiner Aufgabe gewachsen. Für wen Drehmoment über alles geht, der wird beim V6-Diesel mit 300 PS und monumentalen 700 Nm landen. Und für akustische Feinspitze stehen zwei V6-Benziner mit 340 bzw. 380 PS zur Wahl.

Im Gelände-Einsatz zeigte sich, dass der F-Pace eben doch ein enger Verwandter von Land Rover ist, was nicht zuletzt auch mit cleveren elektronischen Bergauf- und Bergabfahrhilfen dokumentiert wird, die der eher nicht so Geländewagen-affinen Jaguar-Kundschaft ebenso unaufgeregt wie effizient zur Hand gehen.

Rutschiger Steilhang zu bewältigen? Kein Problem: Das entsprechende Fahrprogramm im Bordcomputer angewählt, kurz das Gaspedal als Startsignal angetippt und dann nur noch lenken – den Rest erledigen die elektronischen Heinzelmännchen mit Kletter-Erfahrung. Dass die elegante Fuhre natürlich auch in dieser Form wieder unbeschadet ins Tal gebracht wird, versteht sich von selbst.

Für etwaige Geländewagen-Umsteiger sei jedoch vermerkt: Man kann sich auch alles noch selbst machen und die Helfer einfach pausieren lassen.

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