© Michael Andrusio

Testbericht
10/21/2013

Jaguar F-Type S: Im Alltag angekommen

Aussehen, Fahrverhalten und Klang könnten kaum besser sein – anderes schon.

von Horst Bauer

Viel ist bereits geschrieben und geschwärmt worden über den späten Erben des Jaguar E-Type. Auch an dieser Stelle.

Vom Erstkontakt mit dem F-Type im Park eines exklusiven Anwesens nahe London bis zu den Premieren-Kilometern am Steuer konnte dieser zweisitzige Sportwagen von Jaguar durchwegs überzeugen.

Es wurde also Zeit, der Sache auf den Grund zu gehen und einen F-Type S vom Sockel der allgemeinen Bewunderung zu holen, um ihn dem – meist dann halt doch recht grauen – Alltag auszusetzen. Dort, im täglichen Einsatz abseits der idealen, geschwungenen Landstraße ohne Verkehr zeigen die Test-Kandidaten erst ihr wahres Gesicht.

Und das ist beim F-Type immer noch faszinierend wie beim ersten Kontakt. Nicht nur die wohlwollenden Reaktionen vom Straßenrand zeigen, dass den Briten aus dem Tata-Konzern hier ein großer Wurf gelungen ist. Abgesehen von der „Will haben“-Reflexe auslösenden Optik und des Gänsehaut produzierendes Motor-Klangs stehen noch weitere entscheidende Punkte auf der Haben-Seite.

So beeindruckt im Fahrbetrieb die Karosseriesteifigkeit auch bei offenem Verdeck. Selbst auf scharf gefahrenen Etappen auf unebener Fahrbahn wirkt der F-Type wie aus einem Stück gegossen.

Mit Leichtigkeit

Das wesentlich agilere Fahrverhalten im Vergleich zum großen Bruder XK erklärt sich aus den kompakteren Abmessungen und dem geringeren Gewicht der Alukarosse. Von der soliden Abstimmung des sportlichen Fahrwerks nicht zu reden.

Wesentlichen Anteil daran hat auch die perfekt harmonierende Motor-Getriebe-Einheit aus scharfem Kompressor-V6 und flotter 8-Gang-Automatik. Diese macht in Sport-Stellung viel Spaß im Handbetrieb, taugt aber auch zum entspannten Dahingleiten in Normal-Stellung mit kaum wahrnehmbaren Gangwechseln.

Untadelig das Verdeck, das sich bei fahrendem Auto bedienen lässt und eine auch für längere Autobahnfahrten im Regen geeignete Geräuschdämmung bietet.

Weniger Freude bereitet hingegen die Bedienung des Bordrechners samt Navigation via dem an sich gut positionierten Bildschirm. Das Tempo des Rechners dahinter ist nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit – und passt zu dem mit jeder Pore Rasanz verströmenden F-Type schon gar nicht.

Als sehr gewöhnungsbedürftig im Alltagsverkehr erwies sich auch die satte, optisch kaum auffallende Breite des Sportlers. Das gibt zwar viel Schulterfreiheit für die zwei Passagiere, sorgt aber auf Engstellen und in Parkgaragen leicht für unelegante Szenen.

Jaguar F-type…

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Jaguar F-Type V6S

Antrieb: V6-Benzin, Direkteinspritzer, 2 x 2 oben liegende Nockenwellen, 4 Ventile/Zylinder, Kompressor, 2 Ladeluftkühler; Heckantrieb, 8-Gang-Automatik, Euro 5.

Spitze 275 km/h, 0–100 in 4,9 Sekunden;

Hubraum: 2995 cm³

PS/kW: 380/280maximales Drehmoment: 460 Nm bei 3500 U/min

Fahrwerk: Selbst tragende Karosserie, Hilfsrahmen, Einzelradaufhängung, vorn/hinten Doppel-Dreieckquerlenker, Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Stabilisatoren, Scheibenbremsen, Zahnstangenlenkung mit elektrischer Servounterstützung, ABS, Dynamische Stabilitäts-Control DSC (ESP), Bremsassistent, elektronische Bremskraftverteilung (EBV).

Maße (L x B x H): 4470 x 1984 x 1308 mm Wendekreis: 10,6 m Radstand: 2622 mm Kofferraum: 144 l Zuladung: 433 kg Gesamtgewicht: 2025 kg Tankinhalt: 72 l

Normverbr.: 9,1 l/100 km213 g/km CO²

Testverbr.: 11.3 l/100 km

Preis: 98.900 €

Preis Testwagen: 117.246 €

Motorbezogene Versicherungssteuer: 1689,60 €