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12/07/2011

Jaguar XF 2,2 D: Sparen mit Stil

Ausgewachsene Limousine und Vierzylinder-Diesel - eine Kombination die noch vor Kurzem undenkbar gewesen wäre, beginnt sich langsam durchzusetzen. Jaguar zeigt, wie gut das funktionieren kann.

von Horst Bauer

Es muss nicht immer 6-Zylinder sein in der Limousinen-Liga - zumindest nicht beim Diesel.

Eine Erkenntnis, die nicht zuletzt durch die erste S-Klasse von Mercedes mit nur vier Zylindern gerade so richtig salonfähig geworden ist. Wenn diese Kombination also selbst in der absoluten Oberliga bereits angekommen ist, kann sie eine Stufe darunter erst recht nicht ganz falsch sein.

Den Beweis dafür liefert nun auch Jaguar mit der Implementierung des 2,2-Liter-Vierzylinder-Diesel in die gerade frisch aufgebürstete XF-Limousine. Nach einem spätsommerlichen Belastungstest auf der Langstrecke mit voller Besetzung samt Gepäck lassen sich nur mehr sehr wenige Argumente für den Dreiliter-V6-Diesel als Alternative zum Vierzylinder finden.

Am ehesten mögen akustische Feinspitze sich noch am Motorgeräusch nach dem Kaltstart stoßen, dessen Präsenz jedoch im Fahrbetrieb weit in den Hintergrund tritt. Natürlich sind auch die Fahrleistungen des um 50 PS stärkeren Sechszylinder auf dem Papier besser.

In der täglichen Fahrpraxis werden die 1,4 Sekunden, die der Vierzylinder-XF länger aus dem Stand auf Tempo 100 braucht, jedoch kaum jemandem auffallen. Die eng abgestufte 8-Gang-Automatik hält den Motor nämlich weitgehend im effektivsten Drehzahlbereich, was für erfreulich guten Durchzug in allen Lebenslagen sorgt.

Dabei pendelt der Verbrauch zwischen niedrigen 6er- und hohen 7er-Werten, je nach Strecke und Ambition des Piloten. Dass selbst bei erschwerten Bedingungen (voll besetzt und beladen, Klimaanlage im Dauerstress, zügiges Reisetempo) letztlich ein Schnitt von 7,1 l herausschaute, kann voll auf der Haben-Seite des "kleinen" XF verbucht werden.

Dort findet sich auch ein Eintrag bezüglich des flinken, toll abgestimmten Start-Stopp-Systems, das zum Besten gehört, was man derzeit bekommen kann.

Um so mehr fällt daher die Bordcomputer-/Navigations-Einheit im Cockpit ab. Vom langsamen Rechner bis zur unübersichtlichen Grafik der Navi-Oberfläche mit zu vielen, die Karte überdeckenden Info-Balken, wäre hier längst jene Modernisierung fällig, die dem äußeren Erscheinungsbild des XF zuletzt so gutgetan hat.

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