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Jedes 4. Todesopfer im Verkehr ist jünger als 25 Jahre: Wie könnte man hier gegensteuern?

Statt zu sinken, ist die Zahl der Todesopfer laut VCÖ heuer gestiegen. Würden stärkere Verkehrskotrollen, Tempolimits und Handyverbot das verändern?

11/02/2023, 04:00 AM

Heute begeht die katholische Kirche den Totengedenktag, das Fest Allerseelen. Die Mobilitätsorganisation VCÖ nimmt das zum Anlass, auf die aktuellen Zahlen der Verkehrstoten auf Österreichs Straßen aufmerksam zu machen.

Denn diese sind nicht erfreulich: Heuer starben in Österreich in den ersten zehn Monaten bereits 336 Menschen im Straßenverkehr. Das sind um vier mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Statt zu sinken, ist die Zahl der Todesopfer damit gestiegen. Und sie liegt generell hoch. Zum Vergleich: In der Schweiz kamen im gesamten Vorjahr 241 Menschen ums Leben. Das sind in einem Jahr um 95 Menschen weniger, als in Österreich in nur zehn Monaten.

Verkehrsunfälle reißen Menschen plötzlich aus dem Leben. Für Angehörige ist der Unfalltod besonders schlimm. Ein Mensch, mit dem man gestern noch gelacht hat, ist plötzlich nicht mehr da.

Lina Mosshammer | VCÖ-Expertin
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Generell ist die Zahl der Verkehrstoten in Österreich seit dem Jahr 2000 um 62 Prozent zurückgegangen. Dennoch kamen insgesamt 14.254 Menschen  seitdem im Straßenverkehr ums Leben. Das entspricht der Einwohnerzahl von Eisenstadt.

Warum so viele Junge?

3.300 davon – und damit fast jedes vierte Todesopfer – waren jünger als 25 Jahre. 346 Todesopfer waren Kinder. Das entspricht der Anzahl von 14 Volksschulklassen. „Es braucht verstärkte Maßnahmen, um die Verkehrssicherheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu erhöhen“, stellt VCÖ-Expertin Lina Mosshammer fest. Für ein kindgerechtes Verkehrssystem sind im Ortsgebiet mehr Verkehrsberuhigung, mehr Tempo 30 statt 50, übersichtliche Straßenübergänge durch eine Ausweitung des Halte- und Parkverbots vor Schutzwegen sowie ein dichtes Netz an Geh- und Radwegen wichtig, betont der VCÖ.

Diese Maßnahmen kommen auch den Fußgängerinnen und Fußgängern insgesamt zugute. Allein seit dem Jahr 2000 wurden mehr als 2.100 Menschen, die zu Fuß mobil waren, bei einem Verkehrsunfall getötet. Die derzeitige Straßenverkehrsordnung behindert Gemeinden und Städte bei der Umsetzung von Tempo 30 im Ortsgebiet, selbst bei Straßen im Umfeld von Schulen, Kindergärten oder Wohngebieten.

Die Gefahr Handy am Steuer

Deshalb fordern österreichweit bereits 280 Gemeinden und Städte gemeinsam mit dem VCÖ und dem Österreichischen Städtebund von der Bundesregierung eine Änderung der StVO, damit Gemeinden und Städte im Interesse der Verkehrssicherheit und der Lebensqualität der Bevölkerung einfacher Tempo 30 umsetzen können.

Auch mehr Bahn- und Busverbindungen insgesamt sowie Nacht- und Discobusse im Besonderen tragen zur Reduktion von Verkehrsunfällen bei. „Bahn und Bus sind um ein Vielfaches sicherer als Pkw oder Moped. Auch deshalb ist es wichtig, dass es auch für  die Bevölkerung in den Regionen ein gutes öffentliches Verkehrsangebot gibt“, betont VCÖ-Expertin Lina Mosshammer.

Mit über 7.300 waren mehr als die Hälfte der Todesopfer Pkw-Insassen.

Um die Sicherheit der Autofahrerinnen und Autofahrer zu erhöhen, wäre laut VCÖ Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen, mehr  Verkehrskontrollen und die verstärkte Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene wichtig. Wichtig wäre weiter ein konsequenteres Vorgehen gegen Handy am Steuer, etwa indem es ein Vormerkdelikt wird.

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