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© Jeep

Fahrbericht
04/26/2021

Wie sich der Jeep Compass nach dem Facelift fährt

Jeep Compass nach der Modellpflege: Neues Cockpit, besserer Diesel - aber weiterhin nur die beiden Plug-in mit Allradantrieb

von Horst Bauer

Die wesentlichen Neuerungen spielen sich im Inneren ab. Während die optischen Retuschen an der Karosserie des Jeep Compass eher zurückhaltend ausgefallen sind, wurde das Cockpit komplett umgeräumt. Was jenem Modell, das 40 Prozent aller Jeep-Verkäufe in Europa bestreitet, nicht nur technisch sondern auch optisch sehr gut getan hat.

Beim ersten direkten Kontakt mit einem neuen Jeep Compass kann zunächst der umgestaltete Innenraum mit den hochwertigeren Materialien, der wesentlich geräumigeren Mittelkonsole (mit jetzt 7,2 l um 4,4 l mehr Stauraum) und dem neu geformten Armaturenträger punkten. Auf dem ist der zentrale Bordmonitor (je nach Ausstattung 8,4 oder 10,1 Zoll groß) nun höher angebracht, was dessen Bedienung erleichtert und wodurch er auch dem Blickfeld des Fahrers nähergerückt ist.

Der hat jetzt auch vor dem - ebenfalls neu gestalteten - Lenkrad ein digitales, 10,25 Zoll großes Instrumentenfeld mit Full-HD-Auflösung. Was dort alles dargestellt werden soll, kann sich der Pilot individuell über Tasten auf dem Lenkrad selbst einstellen. Vor allem beim Compass 4xe (das ist der mit dem Plug-in-Antrieb) hat er da viele Optionen abseits der digitalen Darstellung klassicher Rundinstrumente.

Neben der Optik wurde aber auch die Technik im Cockpit entscheidend verbessert. So arbeitet jetzt nicht nur ein schnellerer Prozessor im Hintergrund an der hurtigen Verarbeitung der Befehle des Piloten, die Anbindung von Smartphones mit Apple CarPlay bzw. Android Auto kann jetzt kabellos erfolgen.

Natürlich wurden bei der Modellpflege die elektronischen Assistenzsysteme ebenfalls auf den neuesten Stand gebracht. So erkennt der Notbrems-Assistent mitlerweile nicht nur andere Autos, sondern auch Fußgänger und Radfahrer.

Zwei Tempomaten

Im Eifer, das Angebot an Assistenz-Elektronik auszubauen, haben sich die Italo-Amerikaner (der Jeep Compass wird weiterhin im italienischen Melfi gebaut) aber auch eine kleine Schrulle geleistet. So stehen einem als Fahrer sowohl ein klassischer, stur die eingestellte Geschwindigkeit haltender Tempomat, als auch einer mit intelligenter Geschwindigkeitsanpassung an jene des vorausfahrenden Fahrzeugs zur Wahl. Das macht einen zusätzlichen Knopf auf dem Lenkrad notwendig und ist vor allem eine Quelle für Verwechslungen.

Warum man den alten, starren Tempomaten benützen sollte, wenn man einen ebenso sicheren wie komfortablen automatischen zur Hand hat, erschloss sich auf der ersten Testfahrt mit einem neuen Compass jedenfalls noch nicht.

Ebenfalls nicht ganz nachvollziehbar - zumal für einen Jeep - ist die bereits bei der Einführung der beiden Plug-in-Hybrid-Varianten (wahlweise 190 oder 240 PS Systemleistung) Mitte des Vorjahres gefallene Entscheidung, nur diese mit Allradantrieb anzubieten. Die beiden Benziner (130 bzw. 150 PS), aber auch der weiter verbesserte Diesel (130 PS, Abgasklasse Euro 6D Final) sind auch nach dem Facelift weiterhin nur mit Frontantrieb zu haben.

Verbesserter Diesel

Was besonders beim Diesel schade ist, wie eine erste Ausfahrt gezeigt hat. Der mit einem manuellen 6-Gang-Getriebe gekoppelte 1,6-Liter-Motor ist gegenüber dem Vorgänger-Modell um 10 PS stärker geworden, hat sich gleichzeitig aber beim Normverbrauch um 10 Prozent und beim CO2-Ausstoß um 11 Gramm verbessert (jetzt 148 - 152 g/km). Sein maximales Drehmoment von 320 Nm liegt schon ab 1.500 Touren an, was sich positiv auf den Durchzug in alltäglichen Fahrsituationen auswirkt, aber auch im Geländeeinsatz von Vorteil wäre. Akustisch tritt er ebenfalls weitgehend in den Hintergrund, wenn die Fuhre einmal in Schwung ist, was ihn zum Motor der Wahl für Langstreckeneinsätze macht.

Eher im Kurzstreckenverkehr zu Hause werden dagegen die beiden Plug-in-Hybrid-Varianten sein. Den Nachteil eines nur 36,5 Liter kleinen Benzintanks (zum Vergleich: Diesel und Benziner bunkern bis zu 55 Liter) kann die rein elektrische Reichweite von theoretisch bis zu 47 Kilometern nämlich dann nicht wettmachen, wenn man nicht fleißig mit dem Kabel nachladet. Auf der Langstrecke ist also mit häufigeren Boxenstopps an der Tankstelle zu rechnen.

Den anderen Compass-Varianten voraus haben die beiden Teilzeitstromer, wie gesagt, den serienmäßigen Allradantrieb. Dieser kommt durch den die Hinterachse antreibenden Elektro-Motor zustande, was den Compass im reinen Elektro-Betrieb zum Hecktriebler macht.

Auch der für den Geländeeinsatz optimierte Compass Trailhawk setzt auf den von Jeep 4xe genannten Plug-in-Antrieb. Seine 240 PS Systemleistung machen ihn auf dem Papier schneller als in der Fahrpraxis, steht doch - wie bei allen Plug-in-Antrieben - der volle Schub nur dann zur Verfügung, wenn beide Triebwerke zusammenarbeiten. Fehlt dem E-Motor gerade die ausreichende Stromversorgung aus der Hochvolt-Batterie (11,4 kWh Ladekapazität), wenn der Pilot Vollgas gibt, muss dieser mit den 180 PS des Benziners das Auslangen finden.

Für welchen Compass man sich entscheidet, wird also neben dem Preis und dem Wunsch nach einem Allradantrieb auch von den Lade-Möglichkeiten zu Hause abhängen. Da die rein elektrische Reichweite mit maximal 47 Kilometern unter der bei uns für die E-Auto-Förderung festgelegten Grenze von 50 km liegt, ist jedenfalls mit keinem Kaufpreis-Zuschuss vom Staat zu rechnen.

Die Preise für den Jeep Compass mit Benzinmotor reichen von 29.690 € bis 43.490 €.

Den Diesel gibt es je nach Ausstattung zwischen 34.490 € und 42.990 €.

Die Preispalette beim Compass 4xe mit Plug-in-Antrieb reicht von 41.990 € bis 48.490 €.

Alle Modelle sind ab sofort verfügbar.

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