Johammer E-Bike

© /Photographie: Juergen Skarwan

Johammer e-trophy
06/01/2014

Johammer: Härtetest am Großglockner

Ausfahrt mit dem Elektromotorrad aus Österreich – 264 Kilometer über den Großglockner nach München, ohne nachzuladen.

von Peter Schönlaub

Egal ob Auto oder Motorrad: Die größte Hürde für Elektromobilität ist neben dem Preis vor allem die Reichweite. Aus diesem Grund beschloss die junge Marke Johammer aus Oberösterreich, ihr neues Elektromotorrad einer Härteprüfung zu unterziehen: Einer Fahrt von Heiligenblut über den Großglockner nach München – ohne nachzuladen. 264 Kilometer und rund 2000 Höhenmeter. Der Motor-KURIER war dabei.

Auch ohne das spektakuläre Reichweitenziel ist einem unterwegs die Aufmerksamkeit sicher. Der Johammer ist optisch ein insektenähnliches Gefährt mit leichten Retro-Anklängen, von der Statur dem Daimler-Reitwagen aus dem Jahr 1885 nicht unähnlich – und das war bekanntlich das erste Motorfahrzeug der Welt.

Der surrende Nachfahre stammt aus Bad Leonfelden in Oberösterreich.

Hervorgegangen ist die neue Fahrzeugmarke aus der Hammerschmid Maschinenbau GmbH, Mastermind ist CEO Johann Hammerschmid. Jetzt weiß man auch, woher der Johammer seinen Namen hat.

Die Entwicklung des eigenwilligen Gefährts begann 2010, seit wenigen Wochen kann man die derzeit in Kleinserie gebauten Fahrzeuge kaufen. Je nach Akkugröße kostet ein Johammer stolze 23.000 oder 25.000 Euro; rund 50 Stück will man heuer produzieren, im kommenden Jahr etwa drei Mal so viel. Eine mittelfristige Größe von 300 Stück hält Hammerschmid für die "magische Zahl", die es zu erreichen gilt. Dann hätte das Projekt auch eine wirtschaftliche Dimension.

Entwicklung, Technik und Design stammen aus Österreich. Die Batteriezellen werden von Panasonic beigesteuert, die Polypropylen-Karosserie lässt man in Italien fertigen. Eigene Wege geht der Johammer auch im technischen Konzept: Der Rahmen besteht aus einem Alu-Korpus, der die horizontal angeordneten Federelemente aufnimmt. Vorne vermehrt eine Achsschenkellenkung den ungewöhnlichen Auftritt.

Schnell und leicht

Der ebenfalls im Haus modifizierte E-Motor besitzt eine Nennleistung von 11 kW/15 PS, womit der Johammer in die 125-Kubik-Klasse fällt und auch mit B-Schein sowie Code-111-Eintragung gefahren werden kann. Die Spitzenleistung liegt bei 16 kW/22 PS, was für 120 km/h ausreicht. Mit 178 Kilo ist das Fahrzeug selbst in der leistungsfähigeren Version mit 12,7 kWh großen Akkus extrem leicht und soll 200 Kilometer am Stück möglich machen.

Oder sogar mehr, wenn man entsprechend schwungvoll fährt und wenig bremst, stattdessen per umgedrehten Gasgriff beim Rollen Energie zurückgewinnt. Sehr gemächlich geht’s hinauf auf den Glockner, mit maximaler Rekuperation wieder hinunter. Dabei fährt sich der Johammer nach einiger Gewöhnungszeit ganz angenehm, vergleichbar mit einem Cruiser. Dass man dabei zwei Beinhaltungen einnehmen kann, ist genial, der Sattel aber durchaus noch verbesserungswürdig.

Wie überhaupt noch ein letztes Finish im Detail angebracht ist: Der Antrieb stirbt mitunter während der Fahrt ab, die Instrumente (die platzsparend in den Spiegeln untergebracht sind) fielen mehrfach aus, und ausgerechnet unser Fahrzeug wollte nach einer längeren Mittagspause mitten in Bayern nicht mehr funktionieren.

Alle anderen Johammer haben das Ziel in München aber ohne gröbere Probleme erreicht. Resümee: Der effizienteste Fahrer hat für die 264 Kilometer lange Strecke inklusive Glockner gerade 7,6 kWh an Energie verbraucht – das entspricht dem Gegenwert von einem Dreiviertel Liter Benzin. Und im Akku wäre noch Power für weitere 80 Kilometer gespeichert gewesen.

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