News 09.01.2013

Kia Cee’d SW: Angriff aufs Establishment

Kia Cee’d SW: Angriff aufs Establishment
© Andrusio Michael

Schickes Design, üppig ausgestattet und hochwertig verarbeitet, will sich der kompakte Korea-Kombi gegenüber der europäischen Konkurrenz behaupten.

Die Koreaner zählen hierzulande aktuell zu den Gewinnern im Kampf um die etwas zurückhaltende Käufergunst. Das liegt zum einen sicherlich am jungen Angebot in der beliebten Kompaktklasse, anderseits aber sicher auch daran, dass man in Korea inzwischen moderne, und auch qualitativ gute Autos zu bauen versteht.

Heck: Keine außergewöhnlichen stilistischen Lösungen, trotzdem aber sehr gefällig und elegant.
© Andrusio Michael

Seit Mitte November ergänzt nun ein Kia Cee’d SW (Sporty Wagon, so der eigentliche Name des kompakten Kombimodells) den Fuhrpark des Motor-KURIER als Dauertest-Kandidat – mit dem erklärten Ziel, den der aufstrebenden Marke vorauseilenden guten Ruf auch im mühevollen Alltagsverkehr zu untermauern.

Dass gleich die erste längere Reise ins bayerische Ausland von einer Reifenpanne überschattet wurde, kann dem Kia nicht angelastet werden. Auch nicht das erste Entsetzen des Testfahrers, rund 350 Kilometer vom Heimathafen entfernt nur ein Notrad im Format eines besseren Motorradreifens in der Kofferaummulde im Heck vorzufinden. Der Ersatzbehelf meisterte jedoch die lange Heimfahrt im Reisetempo des internationalen Schwerverkehrs problemlos was überdies die Gelegenheit bot, sich in aller Ruhe mit dem Auto und seinen Ausstattungsdetails auseinander zu setzen.

Cockpit: Sehr gute Sitzposition und Ergonomie – alle Schalter und Knöpfe sind gut zu erreichen; insgesamt hohe Verarbeitungsqualität.
© Andrusio Michael

Die Inneneinrichtung setzt gefällige optische Akzente, die Verarbeitungsqualität ist überdurchschnittlich gut und die verwendeten Materialien wirken durchaus hochwertig. An der Übersichtlichkeit der Instrumente und Bedienungseinheiten sowie dem Klimakomfort gibt es genau so wenig auszusetzen wie am Raumangebot in der ersten Reihe. Lobende Erwähnung verdienen überdies die einfach herzustellende wie sehr stabile Bluetooth-Verbindung zum Mobiltelefon und das simple Abspielen externer Musikdateien.

Knurren vom Motor

Die gewählte Motorisierung (1,6-CRDi-Dieselmotor mit völlig ausreichenden 110 PS) entspricht der goldenen Mitte des Modellangebots und darf als Empfehlung für den Kombi gelten: Der von einem Turbo unterstützte Vierzylinder-Selbstzünder hängt willig am Gas, beschleunigt den Cee’d zügig und legt sein zunächst etwas unwirsches Knurren bei Erreichen der Betriebstemperatur ab. Der Durchschnittsverbrauch von 6,1 Liter Diesel/100 km über die ersten 2000 Testkilometer ist wohl dem hohen Anteil an Stadtverkehr geschuldet – und sollte sich im Verlauf des Dauertests noch verbessern.

Als verzichtbare Spielerei hingegen entpuppt sich die Verstellbarkeit (in drei Modi) der elektrischen Servolenkung. Nach anfänglichem Ausprobieren aller drei Betriebsarten landet (und verbleibt) man nämlich gerne in der Normal-Stellung, die sich als bester Kompromiss aus Halte- und Rückmeldungskräften herauskristallisiert hat. Zumal das Fahrwerk ordentlichen Federungskomfort bietet, sportliche Attitüden des Fahrers aber mit Untersteuern und harsch einsetzendem ESP-Einsatz quittiert.

Kofferraum: Gut zu beladen – das glattflächige Ladeabteil fasst bis zu 1642 Liter; niedrige, 60 Zentimeter hohe Ladekante.
© Andrusio Michael

Fällt die erste Bestandsaufnahme also überwiegend positiv aus, muss der Kia Cee’d Kombi aber erst beweisen, ob er den hoch gesteckten Erwartungen über die weitere Testdistanz, die bis in den nächsten November reicht, gerecht werden kann.

Antrieb: 4-Zylinder-Diesel, Direkteinspritzer, 2 oben liegende Nockenwellen, 4 Ventile/Zylinder, Alu-Zylinderkopf, Turbolader, Ladeluftkühler; Frontantrieb, 6-Gang-Getriebe;

Spitze 185 km/h, 0–100 in 11,8 Sekunden; Euro 5.

Hubraum: 1582 cm³

PS/kW: 110/81maximales Drehmoment: 260 Nm bei 1900 U/min

Fahrwerk: Selbst tragende Karosserie, vorn McPherson-Federbeine, Dreieckquerlenker, hinten Mehrlenkerachse, vorn/hinten Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Stabilisatoren, Scheibenbremsen (vorn innen belüftet), Zahnstangenlenkung, mit Servounterstützung, ABS, elektronische Bremskraftverteilung (EBV), Bremsassistent (BA), elektronisches Stabilitätsprogramm ( ESP).

Maße (L x B x H): 4505 x 1780 x 1485 mm Wendekreis: 10,6 m Radstand: 2650 mm

Kofferraum: 528–1641 l Zuladung: 511 kg Gesamtgewicht: 1920 kg Tankinhalt: 53 Liter

Normverbr.:4,2 l/100 km 110 g/km CO² Testverbrauch: 6,1 l/100 km

Preis:24.290 € Preis Testwagen: 25.740 €

Motorbezogene Versicherungssteuer: 376,20 €

spunQ image #2412899
© Andrusio Michael
(Kurier) Erstellt am 09.01.2013