Kia Niro

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Tests
11/30/2016

Kia Niro: Ein Auto – eine Mission

Kein nachträglich elektrifiziertes Auto, sondern von vornherein als Hybrid konzipiert ist der neue Niro. Und abseits davon erweist sich der Kia als höchst praktisch.

Kia hat sich in den vergangenen Jahren zu einer erstklassigen Adresse entwickelt, wenn es um alternative Antriebe geht. Hybrid, Plug-in-Hybrid, Voll-Elektroauto – alles im Programm, alles lieferbar.

Jüngster Neuzugang ist der Niro. Der Niro ist schon allein deswegen beachtlich, zumal er von vornherein als Hybrid konzipiert wurde. Kia nennt das Ding Crossover – bitteschön – wenn damit gemeint ist, dass hier die Gene von Van, SUV, Großraumlimousine und eventuell auch Kombi zu finden sind, soll er Crossover sein.

Tatsächlich schaut der Niro nach einem praktischen, hübsch gemachten und durchaus geräumigen Wagen aus und damit hat man die Optik hinlänglich erfasst. Bleiben wir noch bei der Hülle. Mit 4,36 Meter Länge ist der Niro durchaus noch kompakt, was man beim Parken in der City zu schätzen weiß. Gleichzeitig gibt es innen viel Platz, sowohl auf den Rücksitzen als auch im Kofferraum. Das ist sicherlich dem Radstand von 2,7 Meter (länger als beim Sportage) geschuldet. Und das angesichts der Tatsache, dass hier auch ein Mehr an Technik verbaut werden musste.

Dieses Mehr an Technik betrifft einen zusätzlichen Elektromotor, der den 1,6-l-Benziner unterstützt. Der Benziner allein kommt auf 105 PS, mit dem E-Motor hat man eine Systemleistung von 141 PS zur Verfügung. Reicht das? Ja, das genügt vollauf. Ist ja auch kein Sportwagen, der Niro, sondern man bleibt auf der komfortablen Seite. Dafür sprechen auch die Auslegung von Fahrwerk und Lenkung. Und natürlich der Antrieb an sich, der eher leise ans Werk geht – außer man möchte wirklich alle 141 PS abrufen.

Rein elektrisch kann man mit dem Niro auch kurz fahren – so beim Anfahren oder beim entspannten Dahingleiten. Letztendlich hängt alles vom rechten Fuß des Piloten ab. Dabei funktioniert das Zusammenspiel der Antriebseinheit so smart und gut koordiniert, dass man meist die Anzeige des Bordcomputers bemühen muss, um zu verfolgen wie die Energieflüsse zwischen Verbrennungsmotor, E-Motor, Batterie und Antriebsachse verlaufen.

DSG-Automatik

Positiv auf das Fahrgefühl wirkt sich auch der Umstand aus, dass Kia dem Niro ein Doppelkupplungsgetriebe verpasst hat (während andere hier auch gern ein CVT-Getriebe verbauen). Der Automat schaltet schnell und so wie man es ich wünscht (sonst steht auch ein manueller Modus zur Verfügung – ideal, wenn man es flotter angehen lassen will).

Von den vielen dienstbaren Geistern an Bord des Niro sei der Spurhalteassistent erwähnt. Der lenkt auch selbsttätig, registriert aber wenn der Fahrer die Hände vom Volant nimmt und fordert einen umgehend auf, dies zu unterlassen.

Was verbraucht der Niro? Durchschnittlich kann man den Niro – realistischerweise – mit etwas über 5 Liter bewegen und das ist für ein Auto dieser Größe absolut herzeigbar.

Im Cockpit ist der große Touchscreen in der Mitte das wichtigste Utensil. Wer mag, kann natürlich sein Smartphone an das Infotainment-System koppeln. Wer etwas anderes koppeln will, kann übrigens auch eine Anhängerkupplung haben (ist für Hybridautos nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit).

Der Niro kostet mit Basisausstattung ab 26.290,–. Navi gibt’s ab dem Silber-Level und im Titan (35.490) fehlt nix mehr.

Kia Niro

Antrieb: 4-Zylinder-Benzinmotor mit Direkteinspritzung (105 PS), Elektromotor mit 32 kW

Hubraum: 1580 cm³ PS/kW: 141/103,6 (System) maximales Drehmoment: 265 Nm bei 1000 – 2400

Frontantrieb, 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe; Euro 6b.

Fahrleistungen: Spitze 162 km/h, 0 – 100 km/h in 11,5 Sekunden.

Maße (LxBxH):4355 x 1805 x 1545 mm Wendekreis: 10,6 m Radstand: 2700 mm Kofferraum: 427 – 1425 l Zuladung: 451 kg Gesamtgewicht: 1930 kg Tankinhalt: 55 Liter

Verbrauch: Normverbrauch: 4,4l/100 km 101 g/km CO² Testverbrauch: 5,4l/100km

Preis: 35.490 €

Preis Testwagen: 36.390€

Motorbezogene Versicherungssteuer: 394,32 €