Kia ceed Coupe

© Andrusio Michael

Testbericht
08/18/2013

Kia pro_cee'd: Selten so viele neugierige Blicke geerntet

Neue Modellvariante: Das nicht übermotorisierte Coupé wird vom Getriebe etwas eingebremst.

von Christian Vavra

Die koreanische Marke Kia besteht sozusagen darauf, dass dieses optisch sehr interessante Modell „pro_cee’d“ zu nennen ist. Das ist indes genauso sperrig auszusprechen (wenn überhaupt), wie zu schreiben. Deshalb soll es im Folgenden einfach beim Coupé bleiben.

Dieses Coupé ist jedenfalls offenkundig für Passanten und andere Autofahrer äußerst reizvoll. Es gibt eine erstaunliche Zahl an Verkehrsteilnehmern, die sehr offen LED-Lichtleisten, Seitenlinie und Heck sehr wohlwollend mustern.

Der Innenraum offeriert, zumal für ein Coupé, erstaunlich viel Platz. Hinten lässt es sich leidlich gut sitzen, was den Scheitelbereich betrifft. Die Kniefreiheit indes ist tadellos und das Kofferraumvolumen liegt exakt auf dem Niveau des Fünftürers.

Das Cockpit ist (in der besten Version Active Pro) mit vielen, vielen Knöpfchen und Schaltern beladen, was erst recht für das Lenkrad gilt. Aber man gewöhnt sich ein und dann ist alles durchgängig logisch. Die drei Modi der Lenkung (Sport–Normal–Komfort) sind aber verzichtbar, weil die eine Stufe zu künstlich und die andere zu unharmonisch hart wirkt. „Normal“ tut’s in diesem Fall locker.

Gestühl und Ergonomie sind in Ordnung. Das führt weiter zum Gefühl bei der Fortbewegung. Und da ist leider leise Kritik angebracht, vor allem am eingebauten Doppelkupplungsgetriebe und dem Benzinmotor.

Disharmonie

Sie harmonieren überhaupt nicht, beim Gaspedaltritt stellen sich wahlweise sehr lange Nachdenkpausen oder Heulkonzerte des Motors ohne jeglichen Vortrieb ein. Auf letzteres weist sogar die Betriebsanleitung extra hin. Die Schaltpaddel am Lenkrad ändern an dem Empfinden wenig. Sorry, aber so riesig die Fortschritte im Design bei Kia zuletzt auch waren, bei der Technik gehört noch Feinschliff her. Allein die Tatsache, dass die Spitzenmotorisierung bei den Benzinern mit Doppelkupplung beinahe eine Sekunde länger (und deutlich mehr als 10 Sekunden) auf 100 km/h braucht als die Version mit Handschaltgetriebe, zeigt, wie groß hier der Abstand zu europäischen Herstellern ist. Auch das Fahrwerk zeigt sich insgesamt wenig sportlich.

Die Ausstattung dagegen ist Spitzenklasse, der Preis deswegen auch.

Kia Pro cee’d 1,6 GDI

ANTRIEB: 4-ZYLINDER-BENZIN, DIREKTEINSPRITZER, 2 OBEN LIEGENDE NOCKENWELLEN, 4 VENTILE/ZYLINDER, ALU-ZYLINDERKOPF UND -BLOCK; FRONTANTRIEB, 6-GANG-DOPPELKUPPLUNGSGETRIEBE.

SPITZE 195 KM/H, 0–100 IN 10,8 SEC.

HUBRAUM: 1591 CM³, EURO 5.

PS/KW: 135/99 MAXIMALES DREHMOMENT: 164 NM BEI 4850 U/MIN

FAHRWERK: SELBST TRAGENDE KAROSSERIE, HILFSRAHMEN, VORN MCPHERSON-FEDERBEINE, DREIECKQUERLENKER, HINTEN MEHRLENKERACHSE, VORN/HINTEN SCHRAUBENFEDERN, TELESKOPSTOSSDÄMPFER, STABILISATOREN, SCHEIBENBREMSEN (VORN INNEN BELÜFTET), ZAHNSTANGENLENKUNG MIT ELEKTRISCHER SERVOUNTERSTÜTZUNG, ABS, ELEKTRONISCHES STABILITÄTSPROGRAMM (ESP).

ABMESSUNGEN (L X B X H): 4310 X 1780 X 1430 MM WENDEKREIS: 10,6 M RADSTAND: 2650 MM KOFFERRAUM: 380–1225 L ZULADUNG: 543 KG GESAMTGEWICHT: 1820 KG TANKINHALT: 53 L

NORMVERBR.: 6,0 L/100 KM137 G/KM CO²

TESTVERBR.: 7,6 L/100 KM

PREIS: € 25.790.–

PREIS TESTWAGEN: € 27.140.–

MOTORBEZOGENE VERSICHERUNGSSTEUER: 495 €