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05.12.2011

Kia Sportage: Eine Generation übersprungen

© Bild: Werk

Mit mutigem Design, technischem Innenleben von Hyundai und sehr guter Ausstattung trumpft der Sportage auf. Diesel plus Automatik ist Geschmacksache.

Den Herrschaften bei Kia ist ein schönes Kunststück gelungen. Auch die neueste Generation des Sportage teilt sich die Technik mit dem Modell ix35 der Konzernmutter Hyundai. Dennoch ist es durchaus erstaunlich, wie unterschiedlich sowohl die Karosserie als auch das Cockpit wirken.

Und zum anderen ist es noch erstaunlicher, wie groß der Sprung zum Vorgängermodell ist. Man könnte meinen, da fehlt glatt eine ganze Modellgeneration, die einfach ausgelassen wurde.

Der Sportage bietet innen sehr viel Platz, speziell die Kniefreiheit hinten ist rekordverdächtig. Der Kofferraum ist vom Volumen her herzeigbar, die Ladekante allerdings sehr hoch. Volle Getränkekisten zu wuchten ist da keine Freude mehr. Dafür ist u. a. ein Gepäcknetz serienmäßig dabei.

Diesel

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Im Fahrbetrieb zeigt sich der Dieselmotor dem Umgang mit dem reschen Fahrzeuggewicht durchaus gewachsen, eine wirklich sportliche Fortbewegung ist aber nicht möglich (zugegeben: Wer will das schon mit einem SUV?). Die Automatik neigt zu kurzen Nachdenkpausen beim Kick-down. Da fehlt etwas Pepp, eine stärkere Dieselversion (die gibt es beim ix35 schon) könnte Abhilfe schaffen.
Der Allradantrieb ist inzwischen über jeden Zweifel erhaben. Schön, dass es keinerlei Verspannungen mehr gibt - und dass bei Bedarf das Mitteldifferenzial gesperrt werden kann. Dutzende elektronische Helfer, von ESP bis Berganfahr- und -abfahrhilfe, wachen im Hintergrund.

Weil die Ausstattung Active Pro (als oberste Stufe) verbaut war, gab es für den Testwagen überhaupt nur noch zwei Extras: Navigation und Schiebedach, für je 1200 Euro, mehr gibt es nicht für den Sportage. Oder anders herum formuliert: Da war alles, wirklich alles, was Kia zu bieten hat, bereits Serie. Das beginnt bei Teilleder-Ausstattung, geht über LED-Tagfahrlicht, Regen- und Lichtsensor, beheizte Scheibenwischer, Tempomat und Sitzheizung vorne und hinten bis zu vollwertigem Reserverad (das den Kofferraum etwas verkleinert, naturgemäß), Rückfahrkamera und so netten Details wie gleich zwei 12-Volt-Steckdosen sowie AUX-, USB- und iPod-Anschluss.

Wie gesagt, mehr geht nicht.

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Der Preis erscheint da durchaus günstig. Am Rande sei erwähnt, dass bei Active Pro auch 18-Zoll-Räder (235/55 R) Serie sind. Sie machen den Sportage allerdings "stößig", Unebenheiten trommeln sie relativ hart und heftig in den Fahrgastraum. Kleinere Räder mit größerem Reifenquerschnitt sind da eindeutig komfortabler.