© Pirelli / Enrico Schiavi

News
10/10/2021

Ausfahrt mit Hindernissen im einzigartigen Kimera Evo 037

Die Reinkarnation des legendären Lancia 037 auf Kurzbesuch auf dem Red Bull Ring. Im Cockpit mit Kimera-Chef Luca Betti.

von Horst Bauer

Solche Gelegenheiten kommen nicht oft. Ein paar heiße Runden auf dem Red Bull Ring in Spielberg mit dem aufregenden Kimera Evo 037 waren geplant. Und ein ausführliches Benzin-Gespräch mit Luca Betti, dem Mann hinter dem Projekt, aus dem Lancia 037, Rallye-Ikone der 80er-Jahre, einen heutigen Supersportwagen zu machen.

Das mit den heißen Runden ist dann doch nicht so ganz aufgegangen. Aber alleine den Kimera Evo 037 in Natura zu sehen, zu hören und zumindest auf einem kurzen Stück auch zu spüren, hebt die Wahrnehmung dieses exklusiven Supersportlers mit so hochkarätigen Wurzeln auf eine andere Ebene.

Kimera Evo 037 über dem Red Bull Ring

Ein Cockpit, wie es früher einmal war

Mittelmotor-Konzept mit dem Triebwerk des Lancia Delta S4

Kein Kofferraum unter der vorderen Haube

Der Prototyp des Kimera Evo 037 in der Box des Red Bull Rings

Bis hierher und nicht weiter - befand die Lichtmaschine

Kimera- Mastermind Luca Betti (rechts) mit dem Autor

Und so läuft er im Normalbetrieb

Dass es dabei nicht nur darum geht, die gerade hochschwappende Restomod-Welle zu bedienen und mit der Silhouette eines Klassikers der 80er-Jahre mit der Technik der Neuzeit Kasse zu machen, versteht man sofort, wenn man Luca Betti auf sein Schmuckstück anspricht. Der ehemalige Rallye-Pilot und Absolvent der Business School der Turiner Universität hat nicht nur immer sein eigenes Rennteam auch gemanagt, sondern sich zunehmend auf die Restaurierung klassischer Automobile verlegt. Daraus entstand die Idee, durch seine in Cuneo im Piemont angesiedelte Firma Kimera Automobili eine Reinkarnation des Lancia Rally 037 Stradale auf die Räder zu stellen.

Und zwar nicht dadurch, dass man einen der nur 257 als Homologationsmodelle für das Wettbewerbsauto gebauten Originale auseinandernimmt und mit heutiger Technik versieht. Nein, Luca Betti und seine Truppe sicherte sich die Basis des historischen Vorbildes. Und das waren die verbliebenen Chassis des Lancia Beta Montecarlo. Auf diesen wurde der Evo 037 unter Verwendung von Leichtbaumaterialien und einer selbst entworfenen Karosserie als Hommage an das historische Vorbild neu aufgebaut.

Motor vom Delta S4

Auch was den Motor betrifft, widerstand man der Versuchung, den einfachen Weg zu gehen und ein modernes Triebwerk zu verwenden. Vielmehr wird der 2,15-Liter-Vierzylinder, der den Lancia Delta S4 der Gruppe B-Ära befeuerte, nach den originalen Plänen bei Italtecnica neu aufgebaut. Wie im Original sorgen ein Roots-Kompressors und einTurbolader für durchgehenden Biss bei niedrigen und hohen Drehzahlen. Je nach Einstellung leistet der Mittelmotor dann bis zu 505 PS. Wie leicht er sich mit den nur wenig über 1.000 kg Lebendgewicht des Kimera Evo 037 tut, war dann doch noch kurz am eigenen Leib zu spüren.

Da sich die Lichtmaschine des Evo 037-Prototypen kurz vor dem geplanten nachmittäglichen Stint auf dem Ring verabschiedet hatte, wurde soweit improvisiert, dass sich zumindest ein kurze Ausfahrt im Infield ausging. Und da zeigte sich deutlich, wie der edle Renner angelegt wurde. Rohe Kraft im Genick von Fahrer und Kopilot, ein Motor der akustisch keinen Hehl aus seiner Bestimmung macht und die volle Leistung auf die Hinterräder schickt. Geschaltet wird natürlich ein manuelles Getriebe, im Fußraum finden sich noch drei Pedale und auf dem Lenkrad keine Schaltwippen.

Zurück in die analoge Ära

Mit dem Kimera Evo 037 katapultiert man sich also zurück in die analoge Ära. Auch was die Anzeigen im Cockpit angeht. Klassische Rundinstrumente und  keine digitalen Displays informieren den Piloten über die wichtigsten Daten. Und das rotes Alcantara die Passagierkabine dominiert hat weniger mit Luxus, als mit der Praktikabilität des Materials (griffig) zu tun.

Diesmal reichte die Wirkung des Katapultes zwar nur von den Boxen bis hinauf zum höchsten Punkt über dem Red Bull Ring. Aber auch die Rückfahrt hatte einen gewissen Exklusivitäts-Charakter. Schließlich rollt man nicht jeden Tag mit einem Auto, von dem es nur 37 Stück geben wird, im Leerlauf einen Hügel hinunter.

Wer übrigens diese Zeitreise mit einem Kimera Evo 037 (mit funktionierender Lichtmaschine) selbst antreten möchte, sollte sich nicht allzuviel Zeit lassen. 23 Stück sind nämlich schon verkauft, das erste Kundenauto wird noch im November ausgeliefert.

Und die 480.000 € Einstandspreis sollten natürlich auch kein Problem sein.

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