Tests 03/19/2017

Audi Q2 im Test: Das Gedränge im Q-Stall wird größer

Audi Q2 im Test: Das Gedränge im Q-Stall wird größer
© Audi

Mit dem coolen City-SUV bringt Ingolstadt frischen Wind in die boomende Szene.

Mit dem 4,19 Meter langen, daher noch kompakten Q2 erweitert Audi die Q-Herde nach unten – und grenzt sich damit im SUV-Modellprogramm klar ab: Er wahrt zum rund 20 Zentimeter längeren Q3 den gleichen Größenabstand wie der Q3 zum Q5 und ist mit diesen Abmessungen wie geschaffen fürs urbane Umfeld, wo derartige Autos verblüffenderweise ja am liebsten gekauft werden.

Damit steigt Audi in ein Segment ein, das von beeindruckendem Wachstum gekennzeichnet ist, machen doch kompakte SUV – und da jene mit Frontantrieb und Benzinmotoren – gegenwärtig bereits rund ein Viertel aller Neuzulassungen aus.

A165633_medium.jpg
© Audi

Im Audi-Selbstverständnis ist der Q2 ein Premium-SUV. Das kann man so stehen lassen – vor allem dann, wenn die Kundschaft bereit ist, mehr als für vergleichbare Produkte der Konkurrenz springen zu lassen. Dass die vom Motor-KURIER gefahrenen Version – 1,4 Liter-Turbobenziner, 150 PS – die 30.000-Euro-Schallmauer durchbricht, hebt die Gemütslage aber nicht wirklich. Dazu kommen ellenlange Aufpreislisten mit gepfefferten Tarifen – was aber Audi nicht davon abhält, bei uns seit über 20 Jahren erfolgreichster Premiumanbieter zu sein.

Ausreichender Stauraum

Sieht man vom relativ hohen Anteil an Hartplastik bei den unteren Teilen der Cockpit- und Türverkleidungen ab, gibt’s nichts zu kritisieren. Da passt alles, es scheppert nix, alle Interieurflächen sind akkurat und sauber zusammengesetzt.

A161017_medium.jpg
© Audi

Dass der Q2 im Vergleich mit den mittlerweile unglaublich vielen Konkurrenten einer der kleinsten und kompaktesten ist, tut der Sache keinen Abbruch. Weil Zahlenwüsten einigermaßen öd sind, an dieser Stelle nur so viel: Mit 405 Liter Kofferraumvolumen und 1050 Liter bei umgelegten Rücksitzen eignet sich der kleine Ingolstädter SUV zwar nicht für schwere Umzugsaufgaben, für alltägliche Transporte ist das Frachtabteil aber mehr als ausreichend – und damit auch der Nutzwert, weil bei umgelegter Fondlehne ein nahezu ebener Ladeboden entsteht.

Ähnliches gilt auch für mitreisende Passagiere in der zweiten Reihe: Durchschnittlich groß gewachsene Mitfahrer finden wegen 2,60 Meter Radstand genügend Knie- und Kopffreiheit vor, voluminöse Zweimeter-Riesen haben allerdings ein Problem, weil kaum mehr Luft über den Scheiteln bleibt, der Knieraum eng wird und sich der Zustieg durch die schmalen Türöffnungen beschwerlich gestaltet.

A160991_medium.jpg
© Audi

Alles in allem überwiegen aber die positiven Eigenschaften: Bequeme Sitze, viele und gut nutzbare Ablagen, eingängige, daher logische Bedienstruktur, agiles Handling, neutrales Fahrverhalten, angenehme Federung und gefühlvoll-präzise Lenkung.

Als sehr angenehm erweist sich der niedrige Benzinverbrauch, der auf einem System namens CoD (Cylinder on Demand) basiert – und ganz wesentlich zum geringen Konsum des direkteinspritzenden 1,4-Liter-Turbo beiträgt. Ohne mit faden technische Details zu langweilen: Die CoD-Technik – Alleinstellungsmerkmal von Audi im Segment der kompakten SUV – legt in den oberen Gängen (bei niedriger bis mittlerer Last und Drehzahl) die Hälfte der Zylinder still – aus dem Vier- wird also kurzfristig ein Zweizylinder. Steigt der Fahrer wieder aufs Gas, melden sich wieder alle Zylinder zum Dienst – das geschieht vollkommen unauffällig und völlig ohne Ruckeln, so dass man als Q2-Pilot die gezielte Abschaltung im täglichen Fahrbetrieb nur in Form eines eingeblendeten Schriftzugs im Display wahrnimmt.

Wer’s wirklich drauf anlegt, mit möglichst wenig Sprit über die Runden zu kommen, wird prompt mit einem Fünfer vor dem Komma belohnt. Aber auch der vom Motor-KURIER ermittelte Durchschnittsverbrauch von 7,3 Liter ist für ein 150-PS-Auto aller Ehren wert.

Antrieb: 4 Zylinder, Benzin, Direkteinspritzer, 2 oben liegende Nockenwellen, 4 Ventile/Zylinder, Turbolader, Ladeluftkühler; Frontantrieb, 7-Gang-Doppelkupplungs-Getriebe; Spitze 212 km/h 0–100 in 8,5 Sekunden; Euro 6.

Hubraum: 1395 cm³

PS/kW: 150 PS/110 kW

maximales Drehmoment:250 Nm bei 1500 U/min

Fahrwerk: Selbst tragende Karosserie, Hilfsrahmen, vorn McPherson-Federbeine, Dreieckquerlenker, Stabilisator, hinten Verbundlenkerachse, Stabilisator, vorn/hinten Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Scheibenbremsen (vorn innen belüftet), Zahnstangenlenkung mit elektrischer Servounterstützung, ABS, Bremsassistent, elektronisches Stabilitätsprogramm ( ESP).

Maße (L x B x H):4191 x 2009 x 1508 mm

Wendekreis: 11,8 m Radstand: 2601 mm

Bremsweg kalt: 35,9 m Bremsweg warm: 33,2 m

Kofferraum: 405–1050 l Gewicht: 1280 kg Gesamtgewicht: 1840 kg

Tankinhalt: 50 l

Normverbr.: 5,4 l/100 km 124 g/km CO²

Testverbr.: 7,3 l/100 km

Preis: 31.690 €

Preis Testwagen: 40.187 €

Motorbezogene Versicherungssteuer:649,44 €

(Kurier) Erstellt am 03/19/2017