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News
05/18/2012

Krise mit Schlagloch

Die im Stillen vor sich hin bröckelnden Landstraßen und ihre teure Sanierung.

von Horst Bauer

Wer Straße sagt, meint Asfinag. Die mediale Präsenz des budgetär ausgegliederten staatlichen Errichters und Erhalters unseres hochrangigen Straßennetzes überlagert ein Problem, das weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit immer größer wird.

Während sich die Aufmerksamkeit auf die Autobahnen und Schnellstraßen der Asfinag richtet, verkommen die Landes- und Gemeindestraßen. Aktuellen Zahlen der Gesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen nach sind von den rund 33.000 km langen, nicht der Asfinag zuzurechnenden Straßen je nach Region bis zur Hälfte in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand.

Grund dafür ist nicht Nachlässigkeit, sondern Geldmangel. Die klammen Gemeinden flicken, so gut es geht, haben aber keine dezidiert der Straßenerhaltung gewidmeten Einnahmen. Und die Budgets der Länder sind meist schon mit dem schieren Betrieb des Straßennetzes ausgeschöpft.

Die so vor sich hin bröckelnde Landstraßen sind aber nicht nur ein Problem für die Verkehrssicherheit. Je länger nur notdürftig an der Oberfläche herumgebastelt wird, desto teurer kommt dann die irgendwann unumgängliche Generalsanierung. Denn gerade in Zeiten, in denen Nebenbahnen als unrentabel geschlossen werden, wird das niederrangige, regionale Straßennetz am Land immer wichtiger.

Es wird also höchste Zeit, den Gemeinden aus der Mineralölsteuer zweckgewidmete Einnahmen zuzugestehen, damit sie ihren Aufgaben als Straßenerhalter nachkommen können.

horst.bauer(at)kurier.at

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