KTM 1290 R Superduke

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01/27/2014

KTM 1290 Super Duke R: Ausfahrt mit dem stärksten Zweizylinder-Naked-Bike der Welt

So fährt sich das Weltrekord-Motorrad aus Österreich.

Erzherzog – die sehr freie Übersetzung von Super Duke – reicht den Mattighofenern für ihr neuestes Modell nicht mehr. Es bekommt noch einen zweiten Beinamen: The Beast. Womit sich die Neuauflage des Naked Bikes diesen Kosenamen verdient hat, zeigt ein Blick ins Datenblatt: 180 PS und eine Monsterwelle von 144 Newtonmeter treffen auf ein Trockengewicht von 189 Kilo. Damit ist die Super Duke das weltweit stärkste Naked Bike mit zwei Zylindern.

Ein Rekord fußt auf dem anderen: Die Power entströmt dem größten Motor, den KTM je gebaut hat. Dafür wurde der V2 des Supersportlers RC8 R nochmals kräftig überarbeitet. Jeweils ein paar Millimeter mehr Hub und Bohrung ergeben unterm Strich 1301 Kubikzentimeter.

Ein Beast also, und man will’s gerne glauben, erst recht nach dem ersten Druck auf den Startknopf. Dann bellt und grollt es mit dunklem Timbre aus dem Auspuff. Umso größer trifft einen die Überraschung nach den ersten Metern: Der Motor dreht kultiviert hoch, die Gasannahme ist blitzsauber, die Leistungsabgabe perfekt kontrollierbar, egal ob man moderat durch Ortschaften rollt oder danach heftig am Gasgriff werkt. In diesem Fall ist das Beast sofort zur Stelle: In 7,2 Sekunden beschleunigt man aus dem Stillstand auf 200 km/h, verspricht KTM, und wir können anmerken: Die Kraft ist immer und überall, als hätte man einen Warp-Antrieb zugeschaltet.

Diese faszinierende Spreizung zwischen Gut und Böse gelang den KTM-Ingenieuren natürlich nur unter Beihilfe eines massiven Elektronik-Pakets, allen voran Ride-by-wire, also elektronisch gesteuerten Drosselklappen. Sie arbeiten Hand in Hand mit Traktionskontrolle sowie ABS und führen dazu, dass man sich nicht nur über beste Manieren freut, sondern das auf Knopfdruck domestizierte Beast mit leichter Hand bändigt. Dabei sind die elektronischen Bodyguards keine Spaßbremsen, sondern regeln so sanft, dass man’s oft nicht merkt, wenn die exzellenten Dunlop Sportsmart2 am Kurvenausgang den Asphalt signieren.

Wählbar sind drei Fahrmodi: Sport, Street und Rain mit auf 100 PS begrenzter Leistung. Das ABS lässt sich zudem in einen Supermoto-Modus schalten, der ein Blockieren des Hinterrads ermöglicht – bei voller ABS-Funktion vorne. Sämtliche Assistenzsysteme sind auch zur Gänze deaktivierbar.

Für alle Fahrer diesseits der MotoGP empfiehlt sich jedoch selbst auf der Rennstrecke der Gebrauch des Sicherheitsnetzes. Rennstrecke? Ja, auch dort macht die 1290 Super Duke R eine perfekte Figur. Mit hochwertigen Fahrwerkselementen und den superben Bremsen bietet sie ein erstaunliches Maß an Highspeed-Stabilität; Performance und Handling sind ohnehin über alle Zweifel erhaben.

Auf der Straße und im Alltag wiederum kann man sich über perfekte Ergonomie, Einfingerbremsen und sogar über einen veritablen Windschutz freuen, der sich aus dem von der Adventure übernommenen Cockpit ergibt. Dazu fehlen jegliche „bad vibrations“, was bei großen Zweizylindern beileibe keine Selbstverständlichkeit ist.

Das Mattighofener Meisterstück steht bereits bei den Händlern, parallel dazu gibt’s zahlreiche Teile, mit deren Hilfe man den Charakter des Erzherzogs noch spezifischer in Richtung Rennstrecke oder Touring verschieben kann. Einstiegspreis in die Welt des freundlichen Beast: 18.298 Euro.

Motorradfahren kommt wieder in Mode

Die Zweiradbranche kann eine erfreuliche Bilanz ziehen: Trotz des wetterbedingt schleppenden Saisonbeginns wurden bis zum Jahresende 26.027 motorisierte Zweiräder über 50 ccm verkauft – ein Plus von 4,8 %. Interessanterweise sind für dieses Wachstum nicht mehr die 125er-Geräte verantwortlich – die Klasse blieb annähernd konstant –, sondern höhere Segmente: Große Roller legten um 3,9 %, Motorräder gar um 8,6 % zu.Analysiert man die einzelnen Klassen, so zeigen sich klare Trends: Innerhalb der 125er verloren erstmals die Roller, dafür stieg die Beliebtheit der kleinen Motorräder – angeführt von der KTM Duke 125 – um stolze 52 %; wohl auch ein Effekt der neuen Führerscheinregelung. Bei den Motorrädern überstrahlten die beiden neuen Reiseenduros von BMW und KTM die Konkurrenz, ansonsten bestehen die Top Ten überwiegend aus Naked Bikes der Mittelklasse.

Bei den einzelnen Marken gab es klare Sieger und Verlierer. Aufsteiger des Jahres ist KTM. Die Oberösterreicher konnten ihre Stückzahlen um knapp 35 % steigern und sind mit einem Anteil von 13,2 % unangefochtener Marktführer bei Motorrädern über 50 ccm. Starke Zugewinne konnten auch Triumph (+ 17 %) und Harley-Davidson (+15 %) verzeichnen. Für die Amerikaner war es ein österreichisches Rekordergebnis. Davon sind die japanischen Marken weit entfernt; Honda, Kawasaki und Suzuki mussten Rückgänge hinnehmen, nur Yamaha rettete ein kleines Plus in die Bilanz. Auch Vespa verlor ein paar Prozente – ist aber immer noch klare Nummer eins in der Gesamtmarktbilanz; bei den Rollern sowieso.

Kleines Haar in der Festtagssuppe: Der Mopedmarkt (bis 50 ) gab erneut um fast 20 % nach. Die Experten sind sich uneins, ob sich dieses Phänomen aus dem fehlenden Interesse der Jungen oder dem neuen A1-Führerschein erklärt, der einen Zugang zu 125er-Modellen bereits ab 16 Jahren ermöglicht. Arge2Rad-Obmann und Harley-Boss Christian Arnezeder blickt dennoch optimistisch auf die heurige Saison: „Wir gehen davon aus, dass jene Segmente, die im vergangenen Jahr für Zuwächse gesorgt haben, heuer noch weiter zulegen können.“