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23.06.2014

KTM 390 Duke: Der Missionar aus Mattighofen

Leicht, wendig, leistbar: Das österreichisch-indische Modell soll zum Welterfolg werden.

In der Nachschau erweist sich die Partnerschaft mit dem indischen Hersteller Bajaj als genialer Schritt. Bajaj – einer der Big Player am Subkontinent – hält mittlerweile 48 Prozent der Gesellschaftsanteile von KTM, eröffnet den Oberösterreichern Zugänge zu südostasiatischen Märkten und ermöglicht die kostengünstige Fertigung von Einstiegsmodellen in Indien.

Wobei dieser Terminus – Einstiegsmodell – wohl nur für unsere Breiten gilt. Die im vergangenen Jahr vorgestellte 390 Duke gilt beispielsweise in Indien als prestigeträchtiges Sportmotorrad und zählt zu einer Liga, die den meisten indischen Motorrad-Enthusiasten für immer verschlossen bleiben wird.

Dem internationalen Erfolg des Naked Bikes tut das keinen Abbruch: Die 390 Duke ist auch aktuell die einzige KTM, die in allen Märkten, auf denen man vertreten ist, angeboten wird – und sie wurde mit 8000 verkauften Exemplaren im Einführungsjahr auf Anhieb zum erfolgreichsten Modell der Marke.

Die Gründe dafür sind schon nach der ersten Testfahrt nachvollziehbar: Das Preis-Spaß-Verhältnis ist schlichtweg einmalig. Und das geringe Gewicht, gepaart mit einer extrem hohen Agilität, nimmt auch weniger versierten Fahrern die Scheu vor einem doch sehr sportlich zu fahrbaren Motorrad.

Wirkt die 390 Duke am Stand noch erwachsen und aus einigen Perspektiven sogar ehrfurchtgebietend, so erinnert das Fahren eher an frühe Mopedtage: Mit vollgetankt 152 Kilo ist die Duke ein echtes Bewegungstalent mit spielerischem Handling und einer Agilität, die einen fast Haken schlagen lässt. Fahrten durch die Stadt sind auch dank der kompakten Bauweise eine echte Freude: Ein Vorfahren zwischen Kolonnen ist fast immer möglich.

Motorrad-Hightech

Überland übernimmt dann der Motor, der mit 44 PS für die Führerscheinklasse A2 konzipiert wurde, die Hauptrolle. Er könnte auch locker mehr Leistung freisetzen, was allerdings die gesetzliche Limitierung des Leistungsgewicht s verhindert.

Beim Dahinströmen übers Land kommt schließlich "echte" Motorradtechnik zum Tragen, die größtenteils weit über das Niveau der Einstiegsliga hinausreicht: Hochwertig ausgeführte Fahrwerkselemente wie eine Upside-down-Gabel, der radial montierte Bremssattel vorne oder die Schwinge aus Leichtmetall entsprechen dem Stand der Technik in den großen Klassen. Auch die serienmäßige Ausstattung mit einem Zweikanal-ABS von Bosch kann man nicht genug loben.

Kleines Handicap: Federung und Dämpfung sind äußerst straff ausgeführt, ein besonderes Maß an Komfort sollte man sich also nicht erwarten. Dafür wird keiner enttäuscht sein, der sich auch in dieser Liga einen charismatischen Auspuff-Sound wünscht.

Dass man mittlerweile auch hierzulande die Meriten der in Indien gefertigten Duke erkannt hat, zeigt ein Blick in die aktuelle Statistik. Im ersten Quartal lag die 390 Duke in der Verkaufs-Hitparade auf Rang 4 – als beliebteste KTM.

KTM 390 Duke

Antrieb: Einzylinder, flüssig gekühlt, zwei oben liegende Nockenwelle, 4 Ventile, Druckumlaufschmierung; elektronische Kraftstoffeinspritzung; Verdichtung 12,6:1; 6-Gang-Getriebe; Endantrieb über Kette.

Hubraum: 373 cm³

PS/kW: 44/32 maximales Drehmoment:35 Nm bei 7250 U/min

Fahrwerk: Stahl-Gitterrohrrahmen; vorne 43-mm-Upside-down-Gabel, hinten Zweiarm-Leichtmetallschwinge mit Zentralfederbein; Vorspannung hinten verstellbar; Federweg v/h 150/150 mm; vorne und hinten je Einscheibenbremsen (300/230 mm Durchmesser), vorne mit radial montierten Vierkolben-, hinten Einkolbenzange; ABS; Reifen v/h der Dimension 110/70-17 und 150/60-17.

Maße (L x B x H):2029 x 836 x 1090 mm Sitzhöhe: 800 mm Radstand: 1367 mm Nachlauf: 94 mm Zuladung: 183 kg Gewicht vollgetankt: 152 kg Tankinhalt: 11 Liter

Vmax:160 km/h

Testverbrauch: 3,9 l/100km

Preis :5355 €

Preis Testbike: 5355 €

Motorbezogene Versicherungssteuer: 111,90 €