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05/21/2012

Lancia Ypsilon: Gelassenheit steht ihm gut

TwinAir: Der Zweizlinder-Motor dreht sehr gut, klingt scheußlich – und zeigt relativ moderaten Durst.

von Christian Vavra

Der Ypsilon ist auch in der neuesten Generation das, was er immer war: Ein originelles, unverwechselbares Automobil. Der Kleine bietet in der Kopfregion und beim Kofferraum viel Platz, hat sehr praktische fünf Türen – und ist auch im Interieur ein durchaus nobles Ding, wie sich das für einen Lancia halt so gehört.

Der Zweizylindermotor hinterlässt einen sehr zwiespältigen Eindruck. Einerseits ist er wirklich temperamentvoll und quirlig schon von unten heraus, man beachte nur das Nenndrehmoment. Andererseits gebricht es ihm natürlich an Hubraum, was zu hohen Drehzahlen verleitet – und zu einem Verbrauch von rund 6,4 l/100 km führt. Nicht die Welt, aber 2,2 l mehr, als die Norm verspricht. Zudem wird der Motor brummig und dann blechern dröhnend (mit unangenehmem Klang insgesamt), sobald er in die Nähe der Volllast kommt. Das kann akustisch – nach 125 Jahren Automobilbau – nicht der Weisheit letzter Schluss sein.

Ausstattung

Gelassenes Dahingleiten steht dem Ypsilon also weit besser als forsches Sprinten, dafür sprechen auch das komfortable Fahrwerk, die etwas indirekte Lenkung (mit leichtgängigem Stadtmodus auf Knopfdruck) und das angenehm gepolsterte Gestühl. ESP samt Anfahrhilfe ist Serie, viele Aufmerksamkeiten in der Ausstattung auch, wie zum Beispiel die Klimaanlage, die Zentralverriegelung mit Fernbedienung oder die Start-Stopp-Automatik.

Zu bekritteln gibt es nur, dass die Instrumente stark spiegeln und die monströse Mittelkonsole dort, wo der Ganghebel sitzt, so breit ist, dass dadurch bei groß gewachsenen Fahrern das rechte Knie unnatürlich weit nach links gedrängt wird – ein Kuriosum, eigentlich, ein ziemlich ungemütliches.

Unterm Strich ist der Ypsilon ein interessantes Konzept. Und originell.