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11.08.2013

Mercedes CLA 200: Die Spitze des Preisbergs

Ebenso knallige wie teure Alternative im Segment der Gerade-Noch-Kompakten.

Der Imagewandel von Stufenhecklimousinen ist offenkundig voll im Gang: Immer mehr Hersteller nehmen die bisher als brav, bieder und konservativ geltende Autogattung in die Produktpalette auf. Was daran liegt, dass erstens die Formensprache um etliches ästhetischer geworden ist und zweitens, weil riesige Märkte wie etwa China oder Russland ganz wild auf Rucksackautos sind.

Dieser Trend ist auch Mercedes nicht verborgen geblieben. Und schickt – neben der bewährten C-Klasse – nun den coupéhaften, mit rahmenlosen Seitenscheiben ausstaffierten CLA ins Rennen. Ob das Auto ein Erfolg wird und womöglich die fast gleich große C-Klasse kannibalisiert, wird man sehen. Fest steht jedenfalls, dass der ganz im Stil des größeren CLS gestylte Viertürer ebenso neugierige wie wohlwollende Blicke auf sich zieht, wo immer der neue Benz auftaucht. Das ist kein Wunder: Der Audi A4- und BMW 3er-Gegner wirkt aus allen Blickwinkeln unschüchtern, sehnig-athletisch und geduckt-lauernd. Das früher jahrzehntelang gepflegte Mercedes-Styling, das mit fadem Gesundheitsschuh-Design lähmende Gähn-Effekte erzeugt hat, ist jedenfalls Vergangenheit.

Dem im Übrigen sowieso niemand nachtrauert.

Der CLA basiert auf der A-Klasse, verfügt deshalb über denselben Radstand – 2,70 Meter – ist aber mit 4,63 Meter 30 Zentimeter länger. Aufschlussreich auch der direkte Vergleich mit der C-Klasse: Die misst 4,59 Meter, der Radstand 2,76 Meter. Noch ein Vergleich: Der CLA-Kofferraum fasst 470 Liter Ladevolumen, in des Stauabteil der C-Klasse gehen 475 Liter hinein. Nachteil: Das CLA-Gepäck muss durch eine ziemlich schmal geratene Luke in den Frachtraum befördert werden.

Beengter Fond

Eng geht es auch im Mercedes-typisch gut verarbeiteten Innenraum zu – einigermaßen überraschend, kann doch der neue Schwabe die Vorzüge des kompakten Quermotor-Frontantriebskonzepts nicht in besseres Raumangebot umsetzen.

Gibt’s vorn noch wenig zu klagen, so müssen sich Fondpassagiere über 1,80 Meter mit stark eingeschränkter Kopffreiheit sowie mit unbequemem Ein- und Ausstieg abfinden.

Keinen Grund für Klagen gibt die Antriebseinheit, in diesem Fall ein 1,6-Liter-Turbo-Benziner mit 156 PS. Der aufgeladene Direkteinspritzer beschleunigt den 1,4 Tonnen wiegenden Wagen ohne nennenswertes Turboloch, geht mit ausreichender Laufruhe ans Werk, aber nicht verschwenderisch mit dem Sprit um: Knapp über sieben Liter im Testmittel sind ein durchaus herzeigbarer Wert.

Knallige Optik, selbstbewusster Preis, eng, hart: Auch der cool gestylte CLA wird, analog zur neuen A-Klasse, alte Mercedes-Klientel möglicherweise arg verschrecken. Den von Mercedes-Benz eingeschlagenen Weg, vermehrt junges Publikum anzusprechen, gehen die Schwaben mit bewundernswerter Konsequenz.

Mercedes CLA 200

Antrieb: 4-Zylinder-Benzin, Direkteinspritzer, 2 oben liegende Nockenwellen, 4 Ventile/Zylinder, Turbolader, Ladeluftkühler; Frontantrieb, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe; Euro 5.

Spitze 230 km/h, 0–100 in 8,6 Sekunden.

Hubraum: 1595 cm³

PS/kW: 156/115

maximales Drehmoment:250 Nm bei 1250 U/min

Fahrwerk: Selbst tragende Karosserie, vorn McPherson-Federbeine, Querlenker, hinten Mehrlenkerachse, vorn/hinten Schraubenfedern, Gasdruckstoßdämpfer, Stabilisatoren, Scheibenbremsen (vorn innen belüftet), elektromechanische Zahnstangenlenkung mit Servounterstützung, ABS, Bremsassistent ( BA), elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP).

Maße (L x B x H):4630 x 1777 x 1432 mm

Wendekreis: 11,0 m Radstand: 2699 mm Kofferraum: 470 Liter

Zuladung: 525 kg Gesamtgewicht: 1920 kg Tankinhalt: 50 Liter

Normverbr.: 5,5 l/100 km 127 g/km CO²

Testverbr.: 7,2 l/100 km

Preis: 34.000 €

Preis Testwagen: 43.507 €

Motorbezogene Versicherungssteuer: 601 €