News 05.12.2011

Mercedes SLS AMG - Der Stern mit den Flügeln

Mercedes SLS AMG - Der Stern mit den Flügeln
© Werk

Der neue Flügeltürer im Langstrecken-Einsatz auf der deutschen Autobahn.

Ein größeres Kompliment könnte er kaum bekommen. Nach mehrmaligem Umkreisen des selbst hier an der Tankstelle in einem der gediegeneren Wohnviertel von Essen noch nie gesichteten Exoten platzt es aus dem Zapfsäulen-Nachbarn heraus: "Der ist einfach nur schön. Das muss ich ihnen sagen!" Zusatz nach einer Gedankenpause: "Und ich bin BMW-Fahrer!"

Da haben die Mercedes-Lenker offenbar alles richtig gemacht, als sie sich zu einer zeitgemäßen Interpretation ihrer Sportwagen-Ikone entschlossen. Fahrfertig wiegt der SLS nur 1620 kg, was angesichts der brachialen Leistung des AMG-V8 (571 PS, 650 Nm) atemberaubende Fahrleistungen verspricht.

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Im Praxiseinsatz auf der deutschen Autobahn kann dieses Versprechen auch gehalten werden. Der SLS ist nicht nur dank seines superben Fahrwerks und der guten Gewichtsverteilung (47 % vorne, 53 % hinten) ein leichtfüßiger Spaßmacher auf der Rennstrecke, er glänzt auch mit Alltagstauglichkeit. Denn er ist nicht nur im schnöden Alltagsverkehr problemlos zu bewegen (wenn man sich an die viel Gefühl im Gasfuß benötigende Anfahr-Prozedur gewöhnt hat). Er gibt auch einen veritablen Reisewagen ab, der seinen Passagieren weder allzu viel Selbstbeschränkung beim Packen abverlangt, noch deren Nervenkostüm überbeansprucht. Was bei brüllenden und holpernden Supersportlern sonst oft recht schnell der Fall ist.

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1000 Kilometer am Stück über die deutsche Autobahn lösen beim SLS-Piloten nach der Ankunft eher die Frage aus, wann man denn wieder die Rückfahrt antreten dürfe. Zumal, wenn zwischendurch Platz genug ist, um den 571 Pferden die Zügel schießen zu lassen. Dabei zeigt sich, dass die theoretischen Fahrleistungswerte souverän erfahrbar sind, die Fuhre dank der guten Aerodynamik nie nervös wird und einen beruhigend sturen Geradeauslauf an den Tag legt. Das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe zeigt sich in der sportlichen Stellung hellwach und ist stets bereit, sofort automatisch die jeweils beste Fahrstufe zu reichen. Mit den Schaltwippen am Lenkrad lässt sich das bei Bedarf auch manuell erledigen.

Verbrauch

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Dass sich der konsequente Leichtbau (von der Alu-Karosse bis zur Antriebswelle aus Karbon) rechnet, zeigt sich an der Tankstelle. Der AMG-V8 verlangt zwar den teuersten Saft, gibt sich dafür aber selbst bei schärfster Gangart mit rund 16 Litern für 100 km zufrieden. Wer Deutschland und Rennstrecken meidet, wird auch mit weniger auskommen.

Das macht zwar isoliert betrachtet noch immer keinen ultra-schlanken CO2-Fuß, ist aber im Vergleich mit anderen Supersportlern sehr beachtlich. Und Rettung in dieser Hinsicht naht ohnedies.

(Kurier) Erstellt am 05.12.2011